Seit 60 Jahren praktizieren Ärzte in diesem Haus im Berliner Viertel. Foto: Alexander Seipp
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Seit 60 Jahren praktizieren Ärzte in diesem Haus im Berliner Viertel. Foto: Alexander Seipp

Service

Sprechstunden jetzt auch online

Das Ärztehaus im Berliner Viertel wird zum "Haus für Gesundheit". Eine neue gemeinsame Online-Seite soll die Patienten durch das Angebot führen. Neu ist auch: Sprechstunden sind auch vor dem Bildschirm möglich.

Rüsselsheim-Kein anderes Ärztehaus hat eine so lange Tradition wie das im Berliner Viertel. Seit 60 Jahren sind hier Ärzte zu finden - vom Hausarzt über den Urologen bis zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Hinzu kommen eine Apotheke und weitere Experten rund um das Thema Gesundheit.

Bisher hat jedoch für die Bürger die Transparenz etwas gefehlt. Dies soll sich nun ändern. Denn ab sofort wird eine gemeinsame Website zum Angebot gehören.

"Wir wollen damit die Übersichtlichkeit stärken und das umfangreich vertretene Angebot insgesamt transparenter gestalten", erklärt Karsten Engler von der Hausverwaltung das neue Konzept. Bisher hätten nicht alle der Ärzte und sonstigen Anbieter im Haus eine eigene Website gehabt, nun soll es an einem Ort gebündelt alle Informationen zu allen Angeboten geben.

Das Onlineportal ist dabei einfach aufgebaut: Der Patient kann sich von der Seite des Hauses auf die unterschiedlichen Anbieter weiterklicken und geht damit quasi den gleichen Weg, den er auch in der "realen Welt" gehen würde. Zusätzlich kann er sich nach Gesundheitsangeboten orientieren.

Arzt auf dem Bildschirm

Neu dabei ist auch die Möglichkeit der Online-Sprechstunde. Patienten müssen also nicht zwangsweise den Weg in die Praxis machen. "Gerade für kurze Termine, wie etwa Nachuntersuchungen, kann das enorme Vorteile haben", ist Engler überzeugt.

Die Patienten bekommen bei der Terminvergabe telefonisch oder per SMS ihre Log-in-Daten für das integrierte Onlineportal des jeweiligen Arztes und können sich zum entsprechenden Zeitpunkt dort einwählen, der Arzt wird dann per Webcam zugeschaltet.

Mit sensiblen Daten werde entsprechend vorsichtig umgegangen. Auch sei die Online-Sprechstunde nicht für alle Arztbesuche ein Ersatz, manchmal stoße die Ferndiagnostik an ihre Grenzen. "Man kann ja digital kein Blut abnehmen oder Fieber messen", sagt Engler. Wenn aber jemand eine Erkältung habe, dann sei die Möglichkeit ideal. Große technische Anforderungen für die Patienten gebe es auch nicht. Im Grunde könne man dies mit jedem handelsüblichen Smartphone machen, eine Kamera sei allerdings notwendig, damit der Arzt den Zustand der Patienten besser beurteilen kann.

Entzerrung im Wartezimmer

Und auch für die Patienten, die doch in die Praxis müssen, wird der Effekt spürbar sein. "Wenn manche Termine online abgehandelt werden, dann ist auch mehr Platz im Wartezimmer." Gerade in Grippezeiten könnte dies von Vorteil sein, Covid-19 mal ganz außen vorgelassen. Die Entscheidung für die Onlinesprechstunde sei bei den entsprechenden Ärzten bereits im vergangenen Jahr gefallen, durch die Verbreitung des Virus habe das Thema aber noch einmal mehr Bedeutung gewonnen.

Doch auch sonst hat sich beim "Haus für Gesundheit" einiges getan. Ein neues Beschilderungskonzept hilft, das Haus mit seinen fünf Eingängen gerade für neue Patienten übersichtlicher zu gestalten. Man ist sich sicher: "Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt."

Daran glaubt auch Tina Schildge, Eigentümerin der Sonnen-Apotheke im Erdgeschoss. "Es gibt ja schon viele Kooperationen zwischen allen Mietern, nun wird das alles öffentlich", sagt sie.

Die Ärzte und Dienstleister direkt im Haus zu haben, sei sehr gut. "Wenn es mal Nachfragen wegen Medikamenten gibt, kann ich im Notfall schnell nach oben gehen und den entsprechenden Arzt fragen." Und von den kurzen Wegen profitieren dann natürlich auch die Patienten.

Gerade von der Beschilderung erhofft sie sich mehr Übersichtlichkeit. "Das Haus ist leider etwas unübersichtlich, gerade mit den vielen Eingängen", weiß Schildge. Immer wieder seien daher Patienten in die Apotheke gekommen, um zu fragen, wo es jetzt zu ihrem Arzt geht. "Wir haben natürlich immer gerne geholfen, aber Unübersichtlichkeit schreckt ja auch manche ab."

Ab sofort ist die neue Website unter www.hfg-ruesselsheim.de zu erreichen. Von Alexander Seipp

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