Anfang August beginnen die Sanierungsarbeiten: Mit der Einbahnregelung kann der Tunnel dann nur noch stadtauswärts befahren werden. In den Sommerferien 2022 wird die Unterführung voll gesperrt. FOTO: Dorothea Ittmann
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Anfang August beginnen die Sanierungsarbeiten: Mit der Einbahnregelung kann der Tunnel dann nur noch stadtauswärts befahren werden. In den Sommerferien 2022 wird die Unterführung voll gesperrt.

Verkehr

Stadtunterführung wird saniert

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Einbahnregelung in der Friedensstraße gilt von 2. August an

Rüsselsheim -Seit Monaten ist die Sanierung der Stadtunterführung angekündigt, jetzt geht es bald los. Am Montag, 2. August, beginnen die Bauarbeiten in der Friedensstraße, kündigt die Stadtverwaltung an. Die Sanierung wird in drei Bauabschnitten durchgeführt. In einem ersten Schritt werden die Tunnelwände erneuert, danach folgt die Fußgängerunterführung zu den Bahngleisen, abschließend wird die Fahrbahndecke saniert. Die Sanierung werde auch dafür genutzt, die Verkehrsführung für den Radverkehr zu verbessern und attraktiver zu gestalten, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Sanierung des Bauwerks ist dringend notwendig. Risse im Putz und abgeplatzte Kacheln an den Tunnelwänden zeugen davon, dass die Unterführung in die Jahre gekommen ist. Im September 1956 hatte die Stadt Rüsselsheim mit dem Bau der 115 Meter langen Stadtunterführung begonnen. Sie ist eine von vielen Bauten, die in den Wirtschaftswunderjahren entstanden sind.

Nicht erneut verschieben

Nach mehr als 60 Jahren sollte man die Sanierung nicht auf die lange Bank schieben, appellierte Wilfried Hauf (SPD) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung an die Kommunalpolitiker. Werde nichts getan, sei die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährdet, so Hauf. Der Zeitpunkt für die Sanierung sei denkbar schlecht gewählt, kritisierte Adem Akpinar (RFG). Denn parallel zur Baustelle in der Friedensstraße saniert Hessen Mobil den vielbefahrenen Rugbyring (B 43) in 15 Bauabschnitten. Die große Mehrheit der Stadtverordneten wollte die Sanierung jedoch nicht um ein weiteres Jahr verschieben. Das bedeutet nun für die Autofahrer, dass sie sich auf stockenden Verkehr und die zeitweise Vollsperrung der Friedensstraße einstellen müssen.

Im Detail: In der ersten Bauphase, in der die Instandsetzungsarbeiten an den Tunnelwänden, den Geländern und der Straßenentwässerung vorgenommen werden, wird die Fahrspur in Richtung Innenstadt voll gesperrt. Die Stadt will eine Einbahnregelung einrichten, die es den Verkehrsteilnehmern nur ermöglicht, stadtauswärts zu fahren. Eine innerörtliche Umleitung soll ausgeschildert werden. Über die Fahrverbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln werden die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke noch informieren.

Im Februar 2022 beginnt voraussichtlich die zweite Bauphase in Fahrtrichtung stadtauswärts. Die Einbahnstraßenregelung bleibe dabei erhalten. Auch hier bestehe nur die Möglichkeit, stadtauswärts zu fahren. Innerörtliche Umleitungen würden weiter ausgeschildert. Im zweiten Bauabschnitt wird ebenfalls die Fußgängerunterführung zu den Gleisen des Rüsselsheimer Bahnhofs instand gesetzt. In Abstimmung mit der Deutschen Bahn werden hierfür die Treppenaufgänge abschnittsweise gesperrt.

In den Sommerferien 2022 wird dann im dritten Bauabschnitt die Fahrbahndecke saniert. In dieser Zeit wird die Stadtunterführung vollständig für den Auto- und Radverkehr gesperrt sein. Die Stadt werde vor der Sperrung im nächsten Sommer noch einmal gesondert informieren, teilt sie mit und bittet darum, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Wandmalerei von Uwe Wenzel

Mit der Instandsetzung der Tunnelwände geht ein Kunstwerk verloren. Der für seine Wandbilder bekannte Künstler Uwe Wenzel hatte gemeinsam mit einem Kollegen der Künstlergruppe "Wendemaler" 1999 einen Fries mit dem Titel "hinein-heraus" auf der Ostseite der Unterführung auf etwa 2,50 Metern Höhe angebracht. Dieser wurde farblich ein wenig anders gestaltet als der Rest der Unterführung und ist heute aufgrund der Verschmutzung nur noch schlecht zu sehen.

Für die Sanierung müsse das Kunstwerk bautechnisch entfernt werden, teilt die Pressestelle der Stadt mit. "Die Wände werden kugelgestrahlt und neu beschichtet. Anschließend wird die Gesamtfläche mit einem Anti-Graffiti-Schutz versehen", geht die Stadt näher auf die Arbeiten ein.

Uwe Wenzel sei darüber informiert worden, man stehe mit dem Künstler in Kontakt. "Wenzel betrachtet es in diesem Fall als einen natürlichen Verlauf, wonach Kunst im öffentlichen Raum bisweilen nach Jahrzehnten auch wieder verschwindet." Das Kunstwerk solle jedoch, bevor es entfernt wird, dokumentiert werden. Wenzel selbst habe angeregt, die von ihm gestaltete Fläche oder einen aussagekräftigen Teil davon zu reinigen und die Arbeit fotografisch festzuhalten.

Ob das Kunstwerk nach der Sanierung wieder aufgebracht wird oder es eine neue Gestaltung geben soll, sei noch nicht entschieden - auch angesichts der Haushaltslage der Stadt, heißt es aus dem Rathaus, das rund 2,2 Millionen Euro für die Sanierung ausgeben wird. Grundsätzlich könne zu einem späteren Zeitpunkt ein Kunstwerk aufgetragen beziehungsweise angebracht werden. Dies sei bei der früheren Gestaltung der Unterführung Friedensstraße, aber auch in der Unterführung Kurt-Schumacher-Ring der Fall gewesen. dit/red

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