Neue Pläne für das Mönchhofgelände

Städtenetzwerk Fernost trägt Früchte

Das Städtenetzwerk Fernost zahlt sich weiter aus. Auf dem Mönchhofgelände entsteht ein Zentrum für internationalen Internethandel. Die Kooperation mit dem chinesischen Elektronikkonzern Huawei und anderen Firmen soll ausgebaut werden.

Das Städtenetzwerk Fernost trägt Früchte. Vor wenigen Wochen hat das Regierungspräsidium in Darmstadt die Gründung des Zweckverbands genehmigt. Der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) ließ das entsprechende Schriftstück bei der interkommunalen Stadtverordnetenversammlung an alle Anwesenden verteilen. Außerdem ist eine Vereinbarung in Kraft getreten, nach der die drei Städte Raunheim, Rüsselsheim und Kelsterbach die Gewerbesteuereinnahmen künftig unter sich aufteilen wollen.

Wie Thomas Jühe außerdem mitteilte, kündigen sich in den nächsten Monaten aussichtsreiche Projekte an. Auf dem Mönchhofgelände soll zum Beispiel ein länderübergreifendes Zentrum für Handelsaktivitäten übers Internet entstehen. „Eine Gruppe von 40 chinesischen Investoren hat angekündigt, hier 80 bis 90 Millionen Euro zu investieren“, sagte Thomas Jühe. Auf einem Gelände von 46 000 Quadratmetern sollen sich mehrere chinesische Unternehmen ansiedeln, die auf dem chinesischen Markt bereits aktiv sind und ihre Handelsaktivitäten nun nach Deutschland ausweiten wollen.

Als Vorbild nannte Wirtschaftsförderer Manfred Albat das Beispiel des Internet-Handelsriesen Ali Baba, der vor einigen Jahren als kleines Start-up-Unternehmen anfing und sich zum Weltkonzern entwickelt hat. Auf dem Mönchhofgelände sollen zunächst Büros entstehen, im nächsten Schritt dann die Logistik. Mit der unmittelbaren Nähe zum Frankfurter Flughafen sei der Standort nahezu ideal. Geplant sei auch der Bau von Hotels.

Im Gewerbegebiet Airport Garden soll die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konzern Huawei, der unter anderem als Hersteller von Smartphones und Tablet-PCs bekannt ist, ausgebaut werden. Das Unternehmen plant hier die Errichtung eines Demo-Centers, dort sollen die Produkte von Huawei präsentiert und die zum Teil abstrakten Produkte erlebbar gemacht werden. Wie Wirtschaftsförderer Manfred Albat bestätigte, kooperiert die Stadt Raunheim mit Huawei bereits bei verschiedenen Themen, so stellt das Unternehmen den Raunheimer Schulen zum Beispiel elektronische Geräte für Lernzwecke zur Verfügung. Gestern bekam die Anne-Frank-Schule beispielsweise einen Klassensatz Tablet-PCs übergeben (Bericht in der morgigen Ausgabe). Auch das in Raunheim geplante öffentliche W-LAN-Netz wird in Kooperation mit Huawei aufgebaut.

Ebenfalls ins neues Gewerbegebiet ziehen die chinesischen Start-up-Firmen, die zurzeit noch in der Karl-Liebknecht-Straße ansässig sind, darunter die Firma DZ-Link, die unter anderem Kontakte zu Unternehmen nach China vermittelt, und die Firma Tunghsu Lighting, die LED-Leuchten herstellt und damit auf dem deutschen Markt Fuß fassen will. Tunghsu Lighting ist zum Beispiel für die Beleuchtung im neuen Gewerbegebiet verantwortlich. Neben diesen beiden gibt es noch einige weitere Unternehmen mit Technologie- und IT-Hintergrund, die in das größere der beiden historischen Gebäude ziehen werden, wenn es restauriert ist. Dort soll ein Innovationszentrum aufgebaut werden.

Um die Aktivitäten des Netzwerks weiter zu forcieren, wird eine neue Stelle geschaffen. Künftig soll ein „Netzwerkmanager China“ die Projekte koordinieren. Zurzeit läuft das Bewerbungsverfahren. „Wir haben viele interessante,und gut geeignete Bewerber und hoffen, dass wir den besten davon auswählen“, sagte Thomas Jühe.

Vom 25. Oktober bis 2. November steht eine weitere Fernost-Reise an, von der sich die Stadtoberhäupter einiges versprechen. Möglicherweise wird hier schon über den ein oder anderen Vertrag gesprochen. Absichtserklärungen der Investoren auf dem Mönchhofgelände und von Huawei liegen bereits vor. ain

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