Schreibtischaufsatz

Standsome aus Bauschheim ist im Rennen um den hessischen Gründerpreis

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Das junge Unternehmen Friedrich & Patriz Möbel aus Bauschheim ist mit seinem Schreibtischaufsatz „Standsome“ für den hessischen Gründerpreis nominiert.

Als Leonard Beck die Tür zum Lager aufschließt, kann man es sofort riechen – das Holz, aus dem die ergonomische Zukunft gemacht ist. Zumindest die jener, die viel am Schreibtisch arbeiten und sich deshalb über Rückenschmerzen beklagen, aber nicht in einen höhenverstellbaren Tisch investieren können oder wollen.

„Dafür haben wir „Standsome“ entwickelt“, erklärt Beck. Der 27-Jährige ist der Geschäftsführer von Friedrich & Patriz Möbel, die den Schreibtischaufsatz herstellen – und dafür jetzt im Finale des Hessischen Gründerpreises in der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ stehen.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Drei oder vier Holzplatten werden ineinander gesteckt, auf den Schreibtisch gestellt und mit Laptop und optional einer Tastatur bestückt. Je nach Körpergröße kann die Höhe von Bildschirm und Tastatur individuell eingestellt werden.

Die Idee zum „Standsome“ sei aus der Not heraus entstanden, erzählt Beck, der seit Anfang des Jahres die Geschäftsführung innehat. Zwei junge Bauschheimer hätten 2016 für ihr damaliges Unternehmen nach Möglichkeiten gesucht, auch mal unkompliziert und günstig im Stehen zu arbeiten. Rückenschmerzen, weiß Beck, seien der häufigste Grund für Krankheitstage in Deutschland.

„Auf dem Markt gab es nichts – meist nur Behelfslösungen“, sagt Beck, der erst später zum innovativen Duo aus Bauschheim stieß. Sogar von hochgebockten Bügelbrettern als Stehschreibtischersatz hätten sie gehört. „Außerdem wollten wir unsere funktionierenden Schreibtische nicht wegwerfen“, meint der junge Mainzer. Man probierte also aus, mit der Hilfe einer befreundeten Flugzeugingenieurin habe man schließlich ein statisch einwandfreies und schickes Produkt entworfen.

Mittlerweile erreicht das junge Unternehmen namhafte Kunden, Universitäten und private Nutzer; das Konzept geht auf. Vielleicht auch, weil Friedrich & Patriz auf Details achten. Das Pappelsperrholz für den „Standsome“ kommt aus Italien, gefertigt wird das Produkt dann in einer Schreinerei in Aachen und anschließend plastikfrei verpackt im Lager am Firmensitz in Mainz. „Selbst das Klebeband ist aus Papier“, sagt Leonard Beck stolz.

Und auch aktiv tut das Start-Up etwas für die Umwelt: Für jeden verkauften „Standsome“ wird ein Baum auf den Philippinen gepflanzt und ein Jahr lang gepflegt. Am wichtigsten sei dem Team aber, sagt Beck, dass den Kunden Rückenschmerzen erspart werden. „Bei einer Arbeitsstunde sollte vierzig Minuten sitzend und fünfzehn Minuten stehend gearbeitet werden, plus fünf Minuten aktive Bewegung“, rät Leonard Beck.

Über die Finalteilnahme beim Hessischen Gründerpreis freut sich Leonard Beck natürlich, „aber am schönsten ist das Feedback der Kunden.“ Von der intendierten Nutzung im Büro über Homeoffice mit vorgeschnallter Baby-Trage bis hin zum mehrstufigen DJ-Pult sei alles dabei.

Überzeugt vom Produkt ist auch schon ein Rüsselsheimer: Peter Riedl, Inhaber von Sport Göttert. „Als Arbeitgeber kann man seinen Mitarbeitern in Sachen Gesundheit mit dem „Standsome“ entgegen kommen“, sagt er. „Und zu Hause arbeite ich selbst entspannt daran.“

Belegt ist der Nutzen von Arbeiten im Stehen allemal: Es fördert die Durchblutung, erhält die Muskulatur und beugt Rückenschmerzen vor. Zwei Bachelor-Studentinnen erforschen derzeit den ergonomischen Erfolg der Erfindung, weitere Produktideen in Sachen „Ergonomie im Job“ sind bereits in der Pipeline. „Wir wollen nach und nach eine Bürowelt für gesundes Arbeiten schaffen“, erklärt Leonard Beck. „Aber eben mit Stil“, sagt er und schmunzelt.

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