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Zur Stadtkirche rückte die Feuerwehr aus, weil sich am Baustellengerüst Planen und Plakate gelöst hatten.

Sturm

Starke Böen rufen Feuerwehr auf den Plan

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Mit Geschwindigkeiten um die 100 Kilometer pro Stunde ist Sturmtief „Bennet“ am Montag durch Deutschland gefegt. Während der Sturm andernorts eine Schneise der Verwüstung hinterließ, es sogar ein Todesopfer gab, ist die Region vergleichsweise glimpflich davon gekommen. Besonders eine Mutter und ihr Baby hatten Glück im Unglück.

Mit der Drehleiter kommen die Rüsselsheimer Feuerwehrleute bis in den achten Stock. Als die Einsatzkräfte am Montagmorgen ausrückten, um die Fassade eines Hochhauses im Hasengrund unter die Lupe zu nehmen, war das zu kurz. Sturmtief „Bennet“ hatte so heftig an dem Gebäude gerüttelt, dass sich, wie ein Feuerwehr-Sprecher auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilte, Teile der Außenverkleidung zwischen der neunten und zehnten Etage ablösten. Weil die Stelle somit nicht zu erreichen war, habe man sich damit begnügen müssen, den darunter liegenden Bereich am Boden abzusperren. So lange, bis eine Firma die Schäden beseitigt.

Zur Stadtkirche gerufen

Nur wenig später wurde die Feuerwehr dann zur Stadtkirche gerufen. Dort hatten sich Planen und Plakate am Baustellengerüst gelöst, das zurzeit den Kirchturm verhüllt. Bis die Einsatzkräfte samt zweier Fahrzeuge eingetroffen waren, hatten allerdings Arbeiter bereits alles wieder befestigt.

Doch damit nicht genug: Ebenfalls am Montagmorgen musste die Feuerwehr ausrücken, um einen Baum zu beseitigen, der auf der Autobahn 67 am Rüsselsheimer Dreieck auf die Fahrbahn gestürzt war. Dies gelang ohne größere Verkehrsbehinderungen. Auch verletzt wurde hier niemand.

Neben Rüsselsheim war im Kreis Groß-Gerau vor allem Mörfelden-Walldorf von dem Sturmtief betroffen. Ein Trampolin wurde dort nach Polizeiangaben durch die Luft gewirbelt. Außerdem kam es zu einem Unfall, bei dem eine Frau aus Langen und ihr gerade einmal sieben Monate alter Säugling großes Glück im Unglück hatten.

Auf der Bundesstraße 486 zwischen Langen und Mörfelden-Walldorf stürzte am Morgen ein durch den Sturm entwurzelter Baum vor den Wagen der 28-jährigen Langenerin. Mutter und Kind blieben nach ersten Erkenntnissen bei dem folgenden Zusammenstoß unverletzt.

In Krankenhaus gebracht

Der Fahrerin sei zugute gekommen, dass sie mit der Baumkrone und nicht mit dem Stamm kollidierte, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage dieser Zeitung. Zur Sicherheit seien sie und ihr Kind dennoch in ein Krankenhaus gebracht worden.

Am Auto, einem VW Touran, entstand rund 10 000 Euro Schaden. Die Bundesstraße war wegen der Bergung für etwa anderthalb Stunden gesperrt.

Wie dramatisch die Folgen seien können, wenn ein Baum plötzlich auf eine Straße fällt, zeigt ein Fall aus dem westfälischen Ochtrup, der sich ebenfalls am Montagmorgen ereignete.

Medienberichten zufolge kam dort ein Autofahrer ums Leben, weil wegen des Sturms ein Baumstamm auf seinen fahrenden Wagen fiel. Der 37 Jahre alte Mann aus Ochtrup wurde demnach im Wagen eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle.

Lesen Sie auch: Bei einem schweren Unfall in Mörfelden-Walldorf wird ein 86-Jähriger schwer verletzt und muss ins Krankenhaus.

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