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Kunstausstellungen sollen auch weiter in den Opelvillen möglich sein. Archivfoto: Susanne Rapp

Gespräche mit neuen Partnern

Stiftung muss künftig ohne Geld von Opel auskommen: Opelvillen verlieren ihren Hauptförderer

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Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen ist in ihrer Arbeit auf Fördergeld angewiesen. Ausgerechnet das Unternehmen des Namenspatrons der Stiftung beendet nun sein finanzielles Engagement. Im Vorstand der Kultureinrichtung will man nun aus der Not eine Tugend machen.

Die Opel Automobile GmbH hat sich zum 1. Januar 2019 aus der Förderung der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen zurückgezogen. Das bestätigte gestern das Unternehmen auf Nachfrage. „Opel will die Rückkehr zur nachhaltigen Profitabilität schaffen. In diesem Zusammenhang sind auch Kosteneinsparungen nötig, die leider auch Ausgaben im Sponsoring-Bereich betreffen“, teilte ein Sprecher von Opel dazu mit.

Die Villa am Main

Der Stiftungsvorstand wurde über diesen Schritt schon im Juni 2018 informiert, wie Vorstandsmitglied Beate Kemfert gestern sagte. Ganz überraschend sei die Nachricht damals nicht gewesen, da sich bereits abzeichnete, dass Opel seine Ausgaben, auch im Sponsoring, deutlich reduzieren wolle. Im vergangenen halben Jahr habe sich die Stiftung deshalb bereits um neue Förderer bemüht. Die Gespräche verliefen bislang erfolgversprechend, so Kemfert.

Namenspatron der Kunst- und Kulturstiftung ist Fritz Opel. Der Sohn des Gründers der Opelwerke errichtete nach dem Kauf einer Villa am Main die zweite Villa, das heutige Ausstellungshaus. 

Trotz Rückzug von Opel: Sanierung der Terrasse geht in diesem Jahr wie geplant über die Bühne

Mit einem jährlichen Betrag über 40 000 Euro förderte das Unternehmen die Aktivitäten der Einrichtung, wie Kunstausstellungen, Konzerte, Vorträge oder ein Bildungsprogramm speziell für ein junges Publikum. Diesen Betrag gelte es jetzt über neue Förderer wieder auszugleichen. Ohne eine finanzielle Förderung sei eine Ausstellung gar nicht möglich, wie Vorstandsmitglied Kemfert angibt, die zugleich Kuratorin ist. Man sei es daher gewohnt, Geld zu sammeln. Jetzt müsse eben noch intensiver Akquise betrieben werden. Schon 2012 hatte Opel seine finanzielle Unterstützung um 20 000 Euro gekürzt. Das diesjährige Programm werde vom Rückzug des Hauptförderers nicht betroffen sein und werde wie geplant stattfinden, sagte Kemfert.

Auch die Sanierung der südlichen Terrasse gehe in diesem Jahr wie geplant über die Bühne. Diese wird jedoch vom Hauptstifter, der Stadt Rüsselsheim, übernommen, die das Ausstellungshaus jedes Jahr mit 221 400 Euro bezuschusst. Damit werden die Betriebs- und Personalkosten abgedeckt. Darüber hinaus steuert die Stadt jährlich 50 000 Euro für die baulichen Sanierungen bei. Auch dabei bleibt es: Opel hat mitgeteilt, die Stiftung weiterhin mit Fahrzeugen bei Veranstaltungen zu unterstützten. 

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