Ganz offiziell erfolgte die Schlüsselübergabe für das neue Löschfahrzeug. Von links: Wehrführer Michael Stephan, Stadtrat Nils Kraft und Jörg Wintermeyer, Leiter der Rüsselsheimer Feuerwehr. Fotos: Susanne Rapp
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Ganz offiziell erfolgte die Schlüsselübergabe für das neue Löschfahrzeug. Von links: Wehrführer Michael Stephan, Stadtrat Nils Kraft und Jörg Wintermeyer, Leiter der Rüsselsheimer Feuerwehr. Fotos: Susanne Rapp

Brandschutz

"StLF 20/25" ist kein Feuerwehrauto von der Stange

Maßgeschneidert für sein Einsatzgebiet, ausgerüstet mit viel Computertechnik und nicht gerade günstig: Ein neues Löschfahrzeug fährt bei den Königstädter Brandbekämpfern mit viel Tatütata vor.

Königstädten-Mit ohrenbetäubendem Tatütata und flotten Reifen, ganz so, als gelte es, schnellstmöglich bei einem Einsatz anzukommen, fährt das nagelneue Staffellöschfahrzeug auf den Vorplatz der Freiwilligen Feuerwehr Königstädten und lenkte dabei die Aufmerksamkeit aller auf sich. Das Timing hätte nicht besser sein können. Denn vor wenigen Sekunden noch hatte Wehrführer Michael Stephan seine kurze Ansprache beendet. Nachdem das alte Löschfahrzeug 28 Jahre lang beste Dienste geleistet hatte, wird es nun durch ein neues ersetzt.

Die Übernahme des StLF 20/25, so die offizielle Abkürzung für "Staffel-Löschfahrzeug" war schon am 15. August. Da jedoch am Sonntag eigentlich das 90-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Königstädten mit einem großen Fest hätte gefeiert werden sollen, gab es erst am Sonntag die ganz offizielle Schlüsselübergabe.

14 Monate Bauzeit

Europaweit war der Bau des Löschfahrzeugs im August 2018 ausgeschrieben worden. 14 Monate dauerte die Bauzeit. Der grobe Rahmen eines Löschfahrzeugs sei vorhanden, erläutert Jörg Wintermeyer, Leiter der Rüsselsheimer Feuerwehr. Doch gebe es kein Feuerwehrauto von der Stange.

Das StLF 20/25 stelle das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Königstädten und dem Amt für Brandschutz dar. Besonders die örtlichen Belange der Königstädter Wehr seien berücksichtigt worden, so Wintermeyer.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 375 000 Euro. Das Land Hessen steuerte eine finanzielle Förderung von 78 400 Euro bei. Die Fahrzeugbesatzung ist mit neun Mann (Löschgruppe) angegeben, die Löschwassertanks können 2500 Liter fassen und die Pumpenleistung liegt bei 2000 Liter pro Minute bei zehn bar.

Auch Stadtrat Nils Kraft und viele weitere wichtige Herren rund um den Brandschutz waren gekommen, um die Übergabe zu feiern.

Schutzengel als Schlüsselanhänger

Doch was geschieht mit dem alten Löschfahrzeug? Dies müsse außer Dienst gestellt und verkauft werden, berichtet Wintermeyer. Ein Teil der Beladung konnte vom Vorgängerfahrzeug übernommen werden. Es gebe Feuerwehrfahrzeughändler, die sich auf das Gebiet spezialisiert hätten, so der Leiter der Rüsselsheimer Feuerwehr.

Neben dem überdimensional großen Fahrzeugschlüssel und dem großen Auto hatte Wintermeyer auch einen kleinen Feuerwehrschutzengel für den Schlüsselanhänger mitgebracht, der künftig schützend über den Einsatztruppen stehen soll.

Ob das neue Fahrzeug ebenso standhaft und 25 Jahre einsatzfähig sein wird, wagte Wintermeyer zu bezweifeln. Als Grund nennt er, dass in den neuen Fahrzeuggenerationen sehr viel Computertechnik eingebaut ist. Da werde es wahrscheinlich schwieriger werden, Ersatzteile zu bekommen, wie es beim alten Fahrzeug noch möglich war.

Das nächste neue Fahrzeug ist für die Feuerwehr in Haßloch vorgesehen. Die hierfür notwendige Ausschreibung wird 2021 erfolgen. Zwischen Ausschreibung und Fertigstellung vergehen meist rund zwei Jahre, so dass der Löschwagen für Haßloch voraussichtlich Ende 2022 zur Verfügung stehen wird. Weitere Maßnahmen bei der Feuerwehr im kommenden Jahr werden Umstellungen im Atemschutzbereich auf Überdrucktechnik und die Verbesserung der Schutzkleidung sein.

Das große Fest anlässlich 90 Jahren Freiwillige Feuerwehr Königstädten musste Corona-bedingt ausfallen. Doch Getränke und Gegrilltes durfte trotzdem nicht fehlen, so dass es wenigstens eine kleine Feier mit entsprechenden Schutzmaßnahmen gab. Von Susanne Rapp

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