Alexander-von-Humboldt-Schule

Ein Stoffpinguin steht Pate, wenn die Schüler auf Spurensuche gehen

Die Alexander-von-Humboldt-Schule startete zu Ehren ihres Schulpatrons ins „Humboldt-Jahr“: Der 14. September markierte den 250. Geburtstag Humboldts, dessen Leben und Werk nun von den Schülern ergründet wird. Humpi, der Pinguin aus Stoff, steht Pate.

„In unserem „Humboldt-Jahr“ soll es viele Aktivitäten geben, in denen wir uns mit dem Forscher, Entdecker und Europäer Alexander von Humboldt auseinandersetzen“, sagte Schulleiterin Renate Pilgenröther, als am Freitagmorgen das Banner mit Konterfei Humboldts entrollt war. In der Aula hatten sich Schüler und Lehrer versammelt, die heiter auch auf den kleinen Plüschpinguin Humpi blickten, einem Geschenk zum Humboldt-Jahr, durch das eine gleichnamige Schule in Lima (Peru) mit den Rüsselsheimer Humboldt-Schülern Kontakt aufnahm. „Dieser Kontakt soll nun mit E-Mails in regen Austausch münden“, so Pilgenröther.

Wo wurde Alexander von Humboldt geboren? Wie lebte er? Was hat er unternommen? Und: Warum ist er noch heute so bedeutend?

All dies sind Fragen, die nun im Raum stehen. Und mancher Schüler wusste schon was zu sagen. So auch Fünftklässler Nassim. „Er ist ein Forscher. Und er ist 250 Jahre. Er ist überall auf der Welt hingefahren – nach Peru und Amerika“, benannte er seine Kenntnisse.

Mourad aus Klasse zehn, dessen Lieblingsfächer Chemie und Physik sind, meinte: „Humboldts Mut kann uns Vorbild sein. Er ist weit gereist, ganz allein und ohne Internet. Heute ist ja vieles leichter, aber weil Naturwissenschaft ihn interessierte, hat er vieles auf sich genommen.“

Für die Humboldt-Schule als Europa- und Unesco-Projekt-Schule, als integrative Ganztagsschule mit dem Ziel, Schüler zu weltoffenen und verantwortungsbewussten Bürgern Europas zu erziehen, kann der Naturforscher Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt (1769–1859) tatsächlich Vorbild sein: Sein Gesamtwerk, dass die Fachgebiete verzahnte, schuf zu seiner Zeit einen neuen Reflexionsstand des Wissens. Er galt zu Recht als „Wissenschaftsfürst“.

„Aus heutiger Sicht darf er auch als pädagogischer Vordenker gelten“, merkte Lehrerin Lisa Urban an. Wenn er sinngemäß vor rund 200 Jahren postulierte, dass das Resultat von Erziehung entscheidend von jener Kraft abhänge, mit der ein Mensch „sich selbst bearbeite“, so passe das zum „Lernen lernen“, mit dem die Humboldt-Schule zur selbstständigen Wissenserarbeitung hinführe, meinte die Lehrerin am Rand der Versammlung. Und auch die von Schülern gestalteten Plakate über „Meinungsfreiheit“, die jetzt vorgestellt wurden, ergänzten den Geburtstag des Namenspatrons damit perfekt.

Ein Kunstwettbewerb für eine Humboldt-Briefmarke, Leseaktionen und Projekte der Schreibwerkstatt, die Erarbeitung eines „Humboldt-Biologie-Koffers“ sowie die Verfassung eines Buches zu Alexander-von-Humboldt, an dem sämtliche Klassenstufen mitarbeiten werden – und vieles mehr gehört zu den geplanten Projekten fürs Jahr.

Neben dem E-Mail-Kontakt nach Lima, nett eingeleitet durch Humpi, soll auch Kontakt zu anderen Humboldt-Schulen in Deutschland und in ganz Europa aufgenommen werden.

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