Freiwillige Feuerwehr Trebur

Streit um Erbschaft in der dritten Runde

Ein Rechtsstreit zwischen Feuerwehr und Gemeinde Trebur war Thema bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Trebur am Freitagabend. Wehrführer und Vorsitzender des Fördervereins äußerten sich kritisch in ihren Jahresberichten.

Im Dezember 2015 erreichte Thorsten Maul, Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Trebur, ein Schreiben, in dem die Feuerwehr Trebur als einer von drei Erben einer verstorbenen Treburerin benannt war.

Der Gesamtwert des Erbes ist nicht bekannt, jedoch gehört ein Haus mit Grundstück dazu. Da die Gemeinde Trebur sich als Träger der Gefahrenabwehr sieht, hält sie sich und nicht die Feuerwehr selbst für den rechtmäßigen Erben. Bereits zweimal habe das Amtsgericht Groß-Gerau zugunsten der Feuerwehr entschieden. Dennoch beschäftigt sich seit September 2016 auch das Oberlandesgericht Frankfurt mit dem Thema.

„Diese Anwälte kosten den Verein und auch die Gemeinde Geld. Geld, das im Haushalt nicht da ist, Geld, das ohne genehmigten Haushalt ausgegeben wurde. Geld, das dann bei der Anschaffung von Rettungsgeräten fehlt“, so Thorsten Maul in seinem Bericht. Die Verstorbene habe schriftlich die „Feuerwehr Trebur“ genannt, somit nicht die korrekte Formulierung verwendet. Deshalb sei es erst zu dem Streit gekommen.

Allgemein gehen die Feuerwehrleute aber davon aus, dass es nicht im Interesse der Verstorbenen lag, ihr Vermögen der Gemeinde zukommen zu lassen, wo es im großen Haushalt verschwinde, statt direkt für die Feuerwehr genutzt zu werden.

Maul ärgerte sich auch darüber, dass sich seitens der Gemeinde noch niemand persönlich gemeldet habe, um sich zu informieren, was mit dem Geld geplant sei. Er fragte auch, warum sich das Thema nicht außergerichtlich und ohne Kosten für Anwälte und Gerichte aus der Welt schaffen lasse. Denn dass die Feuerwehr das Ererbte nicht verjuble, sondern satzungsgemäß für die Feuerwehr nutze, sei klar. „Allein die Tatsache, dass eine Gemeindeverwaltung gegen den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr prozessiert, ist ein Schlag ins Gesicht aller Ehrenamtlichen, welche sich für das Gemeinwohl ihrer Mitbürger einsetzen“, äußerte sich Wehrführer Jürgen Möbus zu dem Thema. Allgemein wurde Kritik daran laut, dass die Gemeinde ihrer Pflicht nicht nachgehe, die Feuerwehr zu unterstützen. So habe das Feuerwehrhaus seit 16 Jahren keine Duschen und Umkleidebereiche für die derzeit neun Feuerwehrfrauen. Energetisch betrachtet, sei es eine Katastrophe, so Möbus. „Hier sollte endlich eine Lösung zur Sanierung, Erweiterung oder für einen Neubau gefunden werden.“

Bürgermeister Carsten Sittmann (CDU) war an diesem Abend nicht anwesend, um Stellung zu beziehen. Stattdessen äußerte sich Jochen Engel vom Fachbereich Sicherheit, Ordnung und Bürgerdienste in Trebur, der selbst seit einem Jahr Mitglied der Feuerwehr ist, zu den Anschuldigungen. Die Kritik werde er an den Bürgermeister weiterleiten. Eine inhaltliche Diskussion würde aus seiner Sicht, nicht dienlich sein, da, das wisse er aus eigener Erfahrung, jeder eine Position aus eigenem Blickwinkel vertrete. Auch er als Mitarbeiter der Gemeinde und Mitglied der Feuerwehr sitze zwischen den Stühlen.

Er versprach jedoch, dass es für die Feuerwehr keine Einschränkungen geben werde. Der Gerätehausmissstand sei seit Jahren bekannt. Es sei kein Geld da. Doch habe sich ein Architekt gefunden, der kostenlos die Planung übernimmt. Wann es so weit sei, könne er noch nicht sagen.

Bei Übernahmen und Neuwahlen ergab sich folgendes: Colin Stork wechselte von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Jan Glotzbach wurde zum neuen Jugendwart und Oliver Leppla als Beisitzer wiedergewählt.

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