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Sturm, Königstädten

Unwetter

„Der Sturm kam ruck, zuck“: Bauschheim und Königstädten besonders betroffen

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Nachdem Sonntag ein Sturm wütete, haben wir uns bei Betroffenen umgeschaut. Während diese mit dem Aufräumen beschäftigt sind, zieht die Feuerwehr Bilanz.

Er schleppt einen Ziegel nach dem anderen. Legt sie auf einen Stapel vor die Garage und kommt wieder. Aufräumen, retten, was zu retten ist, heißt es am Montagnachmittag. Tags zuvor fegte der Sturm etwa 50 Ziegel vom Dach seines Hauses in Bauschheim. Wie groß der Schaden genau ist, wird mit Hilfe einer Drehleiter gerade oben in der Luft untersucht. Vor seinem Haus beschädigte der Sturm auch noch drei Autos und den Zaun im Garten. „Der Sturm kam ruck, zuck“, blickt der Mann zurück. Angesichts des Schadens wirkt er erstaunlich gefasst. Zumal seine Versicherung diesen, wie er sagt, nur zum Teil übernehmen werde.

Bei anderen sitzt der Schock tiefer. Die ältere Frau vor dem Haus nebenan ist zu nervös, um etwas zu sagen, man solle sich an ihre Tochter wenden. Diese erzählt: „Bei uns sind zwei Ziegel heruntergekommen.“ Im Garten seien zudem Bäume beschädigt worden. Sie schildert, wie der Sturm eine Schneise durch ihre Straße gezogen habe, während es einige Häuser weiter ruhig geblieben sei.

Sturmtief Fabienne hat am Sonntag in der Region gewütet. In Rüsselsheim verzeichnete die Feuerwehr 33 abgedeckte Dächer und 25 umgestürzte Bäume. Dreimal musste sie ausrücken, um Keller auszupumpen. Bis nach Mitternacht waren Feuerwehrleute aus allen Stadtteilen mit bis zu 76 Männern und Frauen im Einsatz. Vereinzelt gab es sogar noch Einsätze am Montagmorgen. „Manche Leute haben zunächst gar nichts von den Schäden bei ihnen gemerkt“, erzählt Amtsleiter Thomas Meudt. Ein Einsatz-Schwerpunkt sei Bauschheim gewesen. Zu Unwetter-Schäden bei der Kerb, die am Wochenende in dem Stadtteil gefeiert wurde, sei es aber nicht gekommen.

Zwischenzeitlich von der Außenwelt abgeschnitten waren Teile Königstädtens, da umgestürzte Bäume die Straßen blockierten. Am Spessartring wurden Autos von umgestürzten Bäumen beschädigt. In der Innenstadt stand vorübergehend die Unterführung für Rad- und Fußgänger an der Walter-Flex-Straße unter Wasser.

Trotz alledem: Für Feuerwehr-Chef Meudt hatten die Menschen in Rüsselsheim vergleichsweise Glück. In Nauheim etwa sei die Situation noch deutlich schlimmer gewesen (siehe Seite 15).

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