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Viel Betrieb bei der vergangenen Dekanatssynode.

Organisationen schultern Personalkosten

Synode schafft Stelle für Flüchtlinge

Bei ihrer vorerst letzten Tagung beschäftigte sich die Dekanatssynode des evangelischen Dekanats Groß-Gerau im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Geinsheim mit der Flüchtlingssituation.

Der evangelische Pfarrer und Beauftragte der Landeskirche für Flüchtlinge und Migration, Andreas Lipsch erklärte mit Blick auf den Krieg in Syrien, dass nicht zu hoffen sei, dieses Land in kurzer Zeitspanne befrieden zu können. „Wir werden es zu tun haben mit langanhaltenden Flüchtlingssituationen“, so Lipsch.

Daher sei es dringend erforderlich, die Asylverfahren zu verkürzen und nachhaltig in Bildung, Ausbildung und Gesundheitsversorgung zu investieren. Dringend müsse der soziale Wohnungsbau wiederbelebt werden, da es grundsätzlich in Deutschland zu wenig Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen gäbe.

Es gebe zurzeit weltweit etwa 59,5 Millionen Flüchtlinge. Der größte Teil – 38,2 Millionen Menschen – bliebe in den Herkunftsländern oder entscheide sich zur Flucht in unmittelbare Nachbarländer. „Diese Zahlen zeigen, dass die Herausforderungen woanders ungleich höher sind als bei uns“, bemerkte Lipsch.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) unterstützt 115 Projekte der Willkommens- und Aufnahmekultur. Einstimmig stimmten die Groß-Gerauer Synodalen der Errichtung einer halben Stelle beim regionalen Diakonischen Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim für die Gewinnung, Schulung, Förderung und Begleitung von Ehrenamtlichen in der Arbeit mit Flüchtlingen zu. Die Personalkosten werden aus Finanzen der evangelischen Dekanate Groß-Gerau und Rüsselsheim, des regionalen Diakonischen Werkes sowie aus EKHN-Fonds gewährleistet.

Zum Stand der Fusion der beiden Dekanate erläuterte der Vorsitzende der Dekanatssynode, Holger Tampe, dass von Januar 2016 an der vorläufige Sitz des vereinigten Dekanats mit dem Namen evangelisches Dekanat Groß-Gerau-Rüsselsheim das Katharina-von-Bora Haus in Rüsselsheim sein werde, wo vorläufig auch die Dekanatsleitung und Verwaltung untergebracht sein werden. In einem nächsten Schritt werden die Dekanatssynodalvorstände in Zusammenarbeit mit der Bauabteilung der Kirchenverwaltung ein Gebäudekonzept überprüfen.

Das Konzept bewertet mit Hilfe von Kriterien wie bauliche Gegebenheiten, Standort, soziale Einbindung, Erreichbarkeit oder Finanzierbarkeit den künftigen Sitz. Dabei würden sowohl bestehende Gebäude als auch andere Lösungen geprüft. Bis zu einer endgültigen Klärung arbeiten die Mitarbeiter in beiden Häusern der Kirche.

Kennenlernen können sich die Mitglieder der neuen Synode, Pfarrer sowie alle Mitarbeitende beider Dekanate an einem Abend der Begegnung am 13. November um 17 Uhr im Saal des Katharina-von-Bora Hauses in Rüsselsheim.

Eingeführt werden die neuen Synodalen in einem Gottesdienst am 23. Januar 2016 in der Neuen evangelischen Kirche in Walldorf. In der anschließenden konstituierenden Sitzung der neuen Synode wählen die Delegierten ihre Führungsspitze, das heißt Dekan, Dekanatssynodalvorstand und Vorsitzende der Dekanatssynode.

Den Vorstand der Dekanatssynode bilden voraussichtlich 13 zu wählende Personen. Weiterhin werden zwei Pfarrer und drei ehrenamtliche Delegierte für die Kirchensynode gewählt und fünf Personen für die Verbandsvertretung bestimmt.

Dekanin Birgit Schlegel informierte die Anwesenden, dass die vakante Pfarrstelle in Klein-Gerau in Kombination mit einer halben „Profilstelle Gesellschaftliche Verantwortung“ ausgeschrieben ist.

Seit dem 1. Oktober hat Pfarrer Michael Scherer-Faller einen Verwaltungsauftrag im Umfang einer halben Stelle in der Versöhnungsgemeinde Groß-Gerau Nord übernommen und wird die Gemeinde im Fusionsprozess mit der Stadtkirchengemeinde begleiten. Vom 1. November an ist die Pfarrstelle in Dornheim vakant. Pfarrerin Eva Maria Bernhard tritt ihre neue Stelle als Krankenhausseelsorgerin im Dekanat Wiesbaden an. Pfarrerin Bernhard wird im Gottesdienst in der Dornheim am Sonntag, 25. Oktober, um 10 Uhr verabschiedet.

Die Dornheimer Pfarrstelle ist ausgeschrieben. Bis zur Besetzung mit einer neuen Person vertritt der aus dem Auslandspfarrdienst in Peking zurückgekehrte Pfarrer Karl-Heinz Schell den Pfarrer.

Nach ihrer Tagung feierten die Synodalen einen anschließenden Gottesdienst in der evangelischen Kirche Geinsheim. red

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