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Von Tankstelle zu Tankstelle

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Besser hätte das Wetter beim Kerbeumzug durch Alt-Haßloch am Sonntag nicht sein können. Entsprechend gut besucht war die Veranstaltung, sodass Hunderte von Zuschauern sich auf den Straßen sammelten.

Von Susanne Rapp

Fünf Kapellen und mehr als zwanzig Gruppen nahmen am sonntäglichen Umzug der Haßlocher Kerb teil. Wieder hatten Privatleute sogenannte Tankstellen vor ihren Häusern aufgebaut, um die Vorbeiziehenden mit Getränken und kleinen Snacks zu verköstigen.

Das TTT, das Tankstellentesterteam, bestehend aus Altkerwewätz, trug in diesem Jahr Tunikas und Efeuranken ums Haupt. Denn sie verkörperten Bacchus, den Gott des Weins, in Haßlocher Gemarkung natürlich des Ebbelwois.

Neben den Tankstellen vor Ort gab es auch die mobile Tankstelle der Altkerweborsch Ben, Roosi und Simon, die in diesem Jahr ihr Zehnjähriges feierte und im vergangenen Jahr die Auszeichnung als beste Tankstelle im Ort gewonnen hat, sodass die drei Herren mit ihrem Wägelchen und verschiedenen hochprozentigen Getränken sogar Erwähnung im Kerwespruch fanden.

Neben Kapellen wie den Jungen Musikern der SKV Nauheim, dem Handharmonika- und Akkordeonclub Haßloch oder Happy Metall aus Rüsselsheim, waren mehr als 20 Gruppen und Vereine beim Zug durch Alt-Haßloch dabei. Neben der Kerwegesellschaft, dem Tell-Schützenverein, den Eppelwoikickern und dem MGV Liederkranz war der TV Haßloch gleich mit mehreren Abteilungen vertreten. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen und präsentierte sich vielseitig und aktiv. Ob nur ein Gerücht oder spruchreife Tatsache – im Kerwespruch berichtete Kerwevadder Marcel Sonntag über die Zukunft des Vereins: „Doch mer hört, dass dann aach damit bald Schluss seu soll. Eine Fusion wird angestrebt. Der Verein wird dann en annern Name trache und des nach 125 Jahre.“

Flüchtlinge Thema im Kerwespruch

Während des Kerwegottesdienstes am Sonntagmorgen in der Dreifaltigkeitskirche auf der Wied berichtete Pfarrer Balthasar Blumers, dass er das Flüchtlingsheim besucht hat und die Flüchtlinge dazu eingeladen hat, sich am Kerbeumzug zu beteiligen. Die Haßlocher forderte er auf, sie freundlich aufzunehmen. Auch zu diesem Thema stand etwas im Kerwespruch: „Unser alt Grundschul, die VHS wurde mittlerweile plattgemacht. Dafür entsteht in Hasslich das dritte Asylheim in voller Pracht. Ich weiß, dass des viele unserer Bürger begleitet mit Wut. Aber vergesst nicht, uns geht es doch noch gut. Die Flüchtling wurde aus ihren Dörfern und Häusern vertribbe. Ich glaab die wern auch lieber in ihrer Heimat geblibbe.“

Im Mittelpunkt des Kerwespruchs stand jedoch der 30. Geburtstag der Kerweborsch. Doch war auch von Schwund und fehlendem Nachwuchs die Rede, so dass die Werbetrommel gerührt wurde.

Auch bei der gut zweistündigen Mitternachtsshow der Kerweborsch am Samstag hatte es einen Rückblick auf die vergangenen 30 Jahre mit Tanz und Playbackshow gegeben. Als Basis dienten Videos alter legendärer Mitternachtsshows, sodass Hits der Blues Brothers, aus der Rocky Horror Picture Show und vieles mehr aus den 80er und 90er Jahren auf die Bühne fanden. Besonders begeisterte das zahlreiche Publikum die vielen Auftritte der Altkerweborsch und -mädscher, die quietschvergnügt ihre Bühnenshow abzogen und dabei frenetisch vom Publikum bejubelt wurden. „An den Leuten hier ist die Zeit spurlos vorübergegangen“, kommentierte dann auch Altkerweborsch und Moderator Günter Hentrich, der erste Kerwevadder vor 30 Jahren.

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