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Die Einsatzkräfte nehmen den Aluminiumträger in Empfang.

Steg und Rampe

Technisches Hilfswerk bereitete Mainufer für Hessentag vor

Das Technische Hilfswerk baut zwei Anlegestege, eine Holztreppe und eine Rampe. Die Rüsselsheimer bekommen Unterstützung aus Seligenstadt, Geisenheim und Ober-Ramstadt.

Am Mainufer sieht es aus wie bei einem Großeinsatz. Viele blau lackierte Fahrzeuge und Anhänger sowie zwei Kräne stehen am Mainvorland. Blaue Fahrzeuge? Das Technische Hilfswerk ist im Einsatz.

Ist der Fluss etwa über sein Ufer getreten und bedroht den Damm? Nein, der Hessentag steht bevor, und die Stadt erwartet eine Flut von Besuchern. Die wollen geschützt und notfalls auch gerettet werden. Auch von der Wasserstraße aus. Dafür benötigen Wasserschutzpolizei und Rettungsdienste Anlegestege.

Sven Obermann, einer der beiden Kranführer, hat einen guten Überblick aus seiner Kabine. Am Boden befestigen THW-Kameraden einen Aluminiumträger an einer Kette. 142 Kilo wiegt das Stück. Obermann muss ihn auf den Ponton heben, der bereits auf dem Wasser schwimmt. „Ich muss nur aufpassen, dass ich niemanden erwische“, sagt er später augenzwinkernd. Aber im Ernst, schwierig findet er den Transport des Trägers nicht. Obermann muss jedoch den Wind beachten. Bei einer Stärke von sechs bis sieben Beaufort (39 bis 61 Kilometer pro Stunde) stellt er die Arbeit ein. Noch ist die Luft ruhig. Aber am Horizont dicke Wolken aufziehen, auf die einige THW-Leute bereits aufmerksam geworden sind.

Denn bei einem Gewitter wird die Arbeit sofort eingestellt. „Aluminium, Wasser und Blitze passen nicht gut zusammen“, weiß Boris Geschwill-Meguin, Führer des technischen Zuges aus Frankfurt. Obermann kann sich auf die THW-Kameraden verlassen, die auf dem Ponton stehend die 4,80 Meter langen Träger in Empfang nehmen. „Die Leute passen auf, da ist schon eine gewisse Routine vorhanden“, sagt er.

Magnus Rieber aus Frankfurt balanciert auf den Trägern, die bereits montiert sind. „Das macht Spaß, alle sind gut vorbereitet, das läuft“, versichert der 27-Jährige. Ein bisschen wackelig ist es auf dem Ponton allerdings doch, vergleichbar mit einem Boot, sagt er.

Die THW-Ortsvereine aus Seligenstadt, Frankfurt und Geisenheim bauen die Anlegestege zusammen, informiert Boris Geschwill-Meguin. Das THW aus Ober-Ramstadt baut östlich des Opelstegs mit Unterstützung aus Viernheim die Hessentagstreppe aus Holz, die vom Damm hinunter zum Mainvorland führt. Und auch der heimische Ortsverein ist im Einsatz und setzt in Höhe des Stadions eine Rampe zusammen, die den Abstieg zum Mainufer erleichtert. Insgesamt befinden sich 54 blau gekleidete Frauen und Männer im Einsatz.

Geschwill-Meguin erklärt: Aus acht Halbpontons entsteht mit Trägern und Fahrbahnplatten ein Anlegesteg mit einer rund 36 Quadratmeter großen Fläche. Hier kann die Wasserschutzpolizei anlegen. Zudem wird ein Ponton aus Kunststoff für kleinere Rettungsboote befestigt. Außerdem gibt es noch einen weiteren separaten, kleineren, Anlegesteg aus Kunststoff für Rettungsboote.

„So etwas haben wir bisher noch nicht gebaut“, sagt Geschwill-Meguin. Ganz einfach, weil so ein Anlegesteg bisher noch nicht benötigt wurde. Der Aufwand ist groß: Alle Teile zusammenaddiert ergeben ein Gewicht von rund 4400 Kilo.

Die Handgriffe sind die gleichen, die für eine Behelfsbrücke oder eine Arbeitsbrücke notwendig sind. „Es ist aber eine neue Bauform“, sagt er.

Flussaufwärts setzen weitere THW-Einsatzkräfte den kleineren Anleger zusammen. „Das ist recht einfach“, meint Gruppenführer Christoph Martin aus Geisenheim. „Man muss nur aufpassen, dass man nicht ins Wasser fällt“, schränkt er schmunzelnd ein.

Flussabwärts ist das THW aus Ober-Ramstadt mit Kollegen aus Viernheim am Werk. Sie zimmern die Holztreppe. „Das ist eine komplexe Konstruktion, die einige Leute aushalten muss“, erklärt Gruppenführer Jan Griebel aus Ober-Ramstadt.

Die sieben Helfer des THW Rüsselsheim machen gerade Pause. Sie sitzen auf der Bank und lassen sich Brötchen mit Leberkäse und Frikadellen schmecken. Anschließend machen sie sich gestärkt wieder an den Bau der Rampe. „Der vorhandene Fußweg ist zu steil“, erklärt Gruppenführer Max Novak. Peter Münch, stellvertretender Ortsbeauftragter, hat derweil alle Einsatzgebiete im Blick. „Das läuft alles gut, sehr, sehr gut sogar“, sagt er zufrieden.

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