Außen hui, innen feucht: Das Stadttheater hat Wasserschäden zu beklagen. ARCHIVFOTO: Robin GÖCKES
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Außen hui, innen feucht: Das Stadttheater hat Wasserschäden zu beklagen. ARCHIVFOTO: Robin GÖCKES

Kultur

Theatersanierung wird teurer

  • Stella Lorenz
    VonStella Lorenz
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Förderung vom Bund fällt geringer aus als erwartet

Rüsselsheim -Weil seit Sommer 2020 insgesamt sechs Wasserschäden im Rüsselsheimer Theater aufgetreten sind, soll das Leitungssystem saniert werden - so viel stand seit November vergangenen Jahres fest, als die Stadtverordneten im Schnellverfahren einem Beschluss zur Fördermittelbeantragung beim Bund im Rahmen des Programms "Sanierung kommunaler Einrichtungen Sport - Jugend - Kultur" zustimmten, der die Sanierung mit bis zu 90 Prozent übernehmen sollte. Voraussetzung: Die Stadt als Antragstellerin musste als finanzschwach gelten.

"Wir konnten damals schon nicht versprechen, ob und wie viel wir bekommen", erläuterte Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) im Kulturausschuss am Mittwochabend. Nun ist klar: Zum Zeitpunkt der Antragstellung befand sich Rüsselsheim aus Sicht des Bundes in keiner prekären Haushaltslage. Die Unterstützung beläuft sich daher auf 45 statt 90 Prozent; bei einer Gesamtkostenkalkulation von 1,8 Millionen Euro sind das nun knapp 800 000 Euro Zuschuss. "Immerhin", findet Grieser.

990 000 Euro Eigenanteil

Die Zahl kommt wenig überraschend, bereits im März dieses Jahres hatte Stefan Sauer, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Kreis Groß Gerau, angekündigt, dass der Bund 800 000 Euro zu dem Vorhaben beisteuere. Damit beläuft sich der Eigenanteil der Stadt für die Sanierung auf 990 000 Euro. Die entsprechende Tischvorlage wurde, nach Beratung durch die Betriebskommission und den Magistrat, den Ausschussmitgliedern am Mittwochabend vorgelegt.

Eher zaghaft äußerte sich die CDU-Fraktion dazu. "Wir sind nicht gegen den Erhalt des Theaters, aber wir werden uns erst einmal bis zum Haupt- und Finanzausschuss enthalten", so Markus-Johannes Jagla. 990 000 Euro seien viel Geld. Derartig ausgabenwirksame Drucksachen müssten nach Priorität geordnet auf die Liste im Haupt- und Finanzausschuss kommen.

Verständnislos demgegenüber zeigten sich die Ausschussmitglieder der Grünen und der SPD-Fraktion. "Ich verstehe das Zögern der CDU nicht. Erstens bekommen wir Fördermittel und zweitens können wir das Theater nicht fallenlassen", betonte Erika Rohark (Grüne). Ein Wasserschaden im eigenen Haus würde ja auch nicht auf irgendwann vertagt. "Wir müssen sofort beginnen und dürfen nicht zögern."

Schnelles Handeln ist nötig

Auch Wilfried Hauf (SPD) schloss sich dem an. "Das Theater ist eine wichtige, zentrale Kulturstätte, da können wir nicht so tun, als ginge uns der Wasserschaden nichts an", sagte er. Auf Nachfrage von Karl-Heinz Schneckenberger (Linke/Liste Solidarität) machte Kämmereileiter Wolfgang Stury wenig Hoffnung auf große Unterstützung seitens der Versicherung. Diese sei in der Vergangenheit in Anspruch genommen worden, habe die aktuelle Schadensübernahme aber in dem Umfang abgelehnt, weil es sich um Allmählichkeitsschäden handele. "Die Versicherung wird einen Teil tragen, das wird aber keine erhebliche Summe sein", hieß es.

Weil die Schäden an unterschiedlichen Stellen aufgetreten sind und voraussichtlich auch zunehmen werden, ist eine Sanierung die einzige Möglichkeit, das Theater dauerhaft in Betrieb zu halten. Betroffen sind derzeit vier Garderoben mit Sanitärbereichen, die Maske, der Pförtnerraum und Flurbereiche, alle im hinteren Teil des Theaters. Zum Teil hat sich in den Dämmschichten auch Schimmel gebildet.

Mit knapper Mehrheit sprach sich der Ausschuss für die Beschlussvorlage aus, die auf Wunsch der CDU mit in den Haupt- und Finanzausschuss am Montag, 25. Oktober, getragen wird, bevor über sie am Donnerstag, 28. Oktober, in der Stadtverordnetenversammlung final abgestimmt wird. Stella Lorenz

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