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CDU-Chef auf dem Vormarsch: Thorsten Weber hat seine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters erklärt.

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Thorsten Weber will Bürgermeister werden

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Wer wird Rüsselsheimer Bürgermeister? CDU-Mann Thorsten Weber will sich um das Amt bewerben und eine Alternative zu Rot-rot-grün bieten.

Während Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) noch über eine Wiederwahl nachdenkt, macht der CDU-Stadtverband einen entschlossenen Schritt vorwärts, indem er seinen Kandidaten vorstellt. Und der ist kein Geringerer als Thorsten Weber, Parteivorsitzender in Rüsselsheim, Geschäftsführer des CDU-Kreisverbands Groß-Gerau sowie seit 2015 als Landesgeschäftsführer der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU Hessen. Seit drei Wochen leitet Weber zudem die Geschicke der Frankfurter CDU als kommissarischer Kreisgeschäftsführer bis zur Landtagswahl Ende Oktober.

Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, müsste er seine Ämter niederlegen. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, sagt Weber. Er habe mit seiner Familie und Parteikollegen gesprochen und sei zu dem Schluss gekommen: „Ich bin bereit, diese Verantwortung zu übernehmen.“

Nach der Abwahl Griesers im Mai hatte sich Weber zurückhaltend über einen möglichen Kandidaten aus den eigenen Reihen geäußert. Als dann der Grünen-Politiker nach der parlamentarischen Sommerpause im Juli verkündete, er könne sich eine weitere Kandidatur vorstellen, habe sich Weber intensiv mit der Frage beschäftigt, ob er ebenfalls seinen Hut in den Ring werfen sollte.

Jetzt wirkt der 48-Jährige sicher. Seine Mission: „Ich will den Riss schließen, der durch die Mitte der bürgerlichen Gesellschaft und damit auch die Stadtverordnetenversammlung verläuft.“ Stadtrat Nils Kraft (SPD) repräsentiere das Bündnis Sozialdemokraten, Grüne, Linke/Liste Solidarität. Weber wolle nun ein Gegengewicht schaffen, indem er die Interessen der bürgerlichen Gruppen vertrete. „Ich bin die politische und inhaltliche Alternative“, sagt er. Dabei seien die Ziele von ihm und Grieser ähnlich; Weber nennt als Beispiel den Bau der Sophie-Opel-Schule. So wie das „Leuchtturmprojekt“ zurzeit vorankomme, werde die erste Generation Schüler die Container nicht verlassen. „Die Umsetzung muss besser werden.“ Er fordert klar umrissene Konzepte bei der Schulentwicklung und mehr Transparenz im Kulturbetrieb.

Um diese Ziele erreichen zu können, sei er durchaus kompromissbereit, sagt Weber. Ihm werde zwar gelegentlich vorgeworfen zu polarisieren, doch das sei manchmal notwendig. „Das ist mein Knackpunkt“, gibt der CDU-Chef zu. „Aber wenn ich von etwas überzeugt bin, setze ich mich dafür ein, und das ist nicht immer auf dem geschmeidigsten Weg möglich.“

Thorsten Weber sei ein kompetenter Kandidat, der viel politische Erfahrung mitbringt, stärkt Fraktionsvorsitzender Michael Ohlert seinem Parteikollegen den Rücken. Einen externen Kandidaten aufzustellen, sei für den Stadtverband nicht infrage gekommen. Es sollte jemand sein, der die politischen Themen in Rüsselsheim kennt und auch den Stadtverordneten nicht unbekannt ist, erklärt Ohlert die Wahl. „Wir sind immer noch stärkste Fraktion, und wir wollen diesem Anspruch mit einem Bürgermeister aus den eigenen Reihen wieder gerecht werden“, sagt er kämpferisch.

Mit den Fraktionsspitzen von WsR und FDP habe man bereits kurz gesprochen. Beide hätten die Kandidatur Webers begrüßt. Nun gelte es, verlässliche Mehrheiten zu finden. „Es ist klar, dass ich keine 45 Leute überzeugen kann“, räumt Weber ein. Doch 23 Stimmen genügen, um den Bürgermeister zu wählen. Die CDU habe bereits den Fraktionen signalisiert, man sei zu Gesprächen bereit.

Im nächsten Schritt gelte es, gemeinsame Interessen zu finden. Ein Wahltermin steht noch nicht fest. Doch früher oder später müsse jeder Stadtverordnete „Farbe bekennen und seine Karten auf den Tisch legen“, so Thorsten Weber.

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