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Tolles Buch von Kindern für Kinder

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Die Jungautoren der Eichgrundschule fürs ?Erste Buch?: Chiara Mendolia, Katharina Reitz und Noyan Münch (von links).
Die Jungautoren der Eichgrundschule fürs ?Erste Buch?: Chiara Mendolia, Katharina Reitz und Noyan Münch (von links). © Charlotte Martin

„Das erste Buch“: Drittklässler schreiben und malen für Erstklässler, um Lust an Sprache und Kreativität zu wecken. Dies ist die Idee, die dahintersteckte, als jetzt sieben Grundschulen des Kreises das Projekt umsetzten. Auch die Eichgrundschule war dabei.

Das Gefühl, als Autor mit einer Geschichte oder als Maler mit einem fantasievollen Bild in einem richtigen Buch vertreten zu sein, sei „riesig“ sagen die Kinder der dritten Klasse der Eichgrundschule.

Lehrerin Tanja Holder lobt ihre 22 Schüler, die begeistert geschrieben und gemalt haben, um ein Buch für Leseanfänger zu verfassen. Sie lobt auch jene, deren Werke am Ende nicht abgedruckt wurden. Die neun Jungs und Mädchen aber, die ihren Namen nun im Buch wiederfinden, zeigen sich beim Pressebesuch voller Freude und Stolz. Sie blättern aufgeregt im Buch, sagen: „Hier, das habe ich gemalt! Diese Geschichte ist von mir!“ Und eine Schülerin versichert: „Unsere Eltern sind sehr stolz auf uns und finden das Buch schön!“

Froschgrüner Einband

Das Buch im froschgrünen Einband, verziert mit dem ABC, dessen Buchstaben mosaikartig angeordnet sind, ist nämlich ein ganz besonderes Buch: Nicht Erwachsene haben für Kinder geschrieben, sondern ausschließlich Kinder für Kinder. Kreisweit waren Drittklässler aufgerufen, „Das erste Buch“ (so der Titel) mitzugestalten: Sieben Grundschulen sind der Idee gefolgt, Lehrer motivierten ihre Schüler: „Schreibt kleine Geschichten, malt bunte Bilder!“

Freilich gab’s Vorgaben – so wurden etwa jeder Klasse bestimmte Worte unter drei Buchstaben zugeteilt, an denen sich die Fantasie entzünden sollte. Und: „Die Geschichten durften nicht zu lang sein, denn sie sind für Erstklässler gedacht, die hiermit ihr erstes Buch in den Händen halten sollen“, erklärt Klassenlehrerin Tanja Holder.

In demokratischer Abstimmung der Klasse seien zur Einsendung an die Redaktion an der Eichgrundschule die originellen Geschichten von Chiara Mendolia (Buchstabe Z wie Zwerg), von Katharina Reitz (H wie Hüpfburg) und von Noyan Münch (Q wie Quark) ausgewählt worden. Jeweils zu den Buchstaben des Alphabets, wie auch zum Inhalt der Erzählungen wurde zudem eifrig gemalt und sechs Kinder der Eichgrundschule haben es mit ihrem Bild ins Buch geschafft.

Freude dauert an

Kurz: Die Freude am Buch ist groß und sie dauert an, wie die Lehrerin versichert. 26 Geschichten sind darin zu finden und auch die Texte der anderen sieben Grundschulen lohnen das Lesen. Sie hätten schon alle Geschichten gelesen, erzählen mehrere Jungautoren der Eichgrundschule. Holder ist sicher, dass die Mitarbeit ihrer Drittklässler am „echten Buch“ Langzeitwirkung hat: „Die Freude am Schreiben und Malen ist schon jetzt merklich gewachsen.“ Manche Erstklässler der Eichgrundschule halten nun tatsächlich das erste Buch ihres Lebens in den Händen: Bücher nämlich seien nicht mehr unbedingt in jedem Haushalt zu finden, so Holder.

Initiator des kreisweiten Projekts „Das erste Buch“, das hessenweit ausgedehnt werden soll, war Karsten Daugill vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW). Als Repräsentant des BVMW hörte er zuerst im Bremer Raum von dem seit gut 14 Jahren bestehenden Schreibprojekt. Der Kreis Groß-Gerau ist der erste, der das Projekt der Leseförderung von Schülern für Schüler im Bundesland Hessen umgesetzt hat. Und zu sehen, wie die Kinder der Eichgrundschule sich daran freuen, möchte man dem Initiator und den Förderern zu ihrem Engagement gratulieren.

„Ich bin selbst Vater zweier Kinder und weiß, wie wichtig Lesen ist“, sagt Karsten Daugill auf Nachfrage. Und „Im Hinblick auf Technologisierung und Digitalisierung scheint mir die Vermittlung vom Spaß am Lesen und Schreiben heute immens wichtig.“

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