+
Jean-Paul Cottret (links) und Cyril Despres schrauben in Astheim an ihrem Rennwegen.

Gewappnet für den heißen Wüstensand

Treburer Team X-raid bereitet sich auf die Rallye Dakar vor

Wenn sich die weltbesten Rallyefahrer in Astheim die Klinke in die Hand geben, ist die Rallye Dakar meist nicht mehr fern. In einigen Wochen geht es für das Treburer Rallye-Team X-raid wieder nach Südamerika, um auf der wohl härtesten Rallye der Welt um den begehrten Titel zu fahren.

In dieser Woche trainieren die Rallyefahrer in Astheim an den Fahrzeugen. Dort lernen und üben die Crews, Reparaturen an den Rennwagen selbst vorzunehmen. Sie müssen die einzelnen Bestandteile bis ins kleinste Detail kennen und in der Lagen sein, Fehler zu erkennen und zu beheben. „Die Fahrzeuge werden stetig verbessert und es gibt immer wieder Änderungen, daher ist es wichtig, dass die Fahrer auch mit der neusten Technik perfekt vertraut sind“, erklärte Teamchef Sven Quandt. Im Rennen könne es schließlich auch vorkommen, dass die Mechaniker und Ingenieure weit entfernt und die Fahrer auf sich selbst gestellt sind.

Daher haben alle Rennfahrzeuge Ersatzteile und Werkzeug an Bord, damit die Piloten im Fall eines Schadens selbst Hand anlegen können. So müssen sie nicht auf den sogenannten „Racetruck“ warten. Der könne zwar bei Problemen helfen, fährt aber teilweise mehrere Stunden hinter den Rennwagen hinterher. Während des Wartens auf Ersatzteile und technische Unterstützung könne so am Ende wertvolle Zeit verloren gehen, die über die Platzierung entscheidet. Zudem dürfen während der Wertungsprüfung die Mechaniker nicht am Fahrzeug arbeiten. Das würden zur Disqualifikation führen.

Hinzu kommt, dass immer wieder neue Fahrer und Beifahrer ins Team kommen. Die müssen sich erst mit dem Fahrzeug vertraut machen. Bei der nächsten Rallye Dakar geht X-raid indes mit einer echten Starbesetzung an den Start. Jakub Przygonski und sein Beifahrer Tom Colsoul führen aktuell die Weltcupliste der FIA Cross Country Rallye an und liegen uneinholbar vorne. Hinzu kommt Rallyelegende Nani Roma, der ebenfalls im Astheimer Mini unterwegs sein wird.

Nicht ganz überraschend finden sich nach dem Ausstieg von Peugeot aus der Rallye nun einige weitere Rallyeikonen im Astheimer Team. Unter anderem steuern Carlos Sainz, Stephane Peterhansel und Cyril Despres mit ihren Copiloten die Fahrzeuge aus Astheim. Wenig verwunderlich, dass X-raid daher als klarer Favorit für die anstehende Dakar gilt.

Aber nicht nur die Fahrer bereiten sich derzeit auf die Rallye vor, auch beim restlichen Team laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Servicefahrzeuge werden gepackt und sämtliches Material verladen. Dazu zählt nicht nur Werkzeug, sondern auch Ersatzteile und hunderte Ersatzreifen samt Felgen. Der gesamte Fuhrpark geht in rund vier Wochen im französischen Le Havre aufs Schiff und tritt dann eine rund sechswöchige Reise nach Lima in Peru an, wo die Rallye am 6. Januar starten wird. In zehn Etappen geht es auf einer etwa 5000 Kilometer langen Strecke, diesmal hauptsächlich durch sandige Wüste.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare