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Die ?Mir Trewwerer? haben beim TSV Trebur ein neues Zuhause gefunden.

Dorfverschönerungsgruppe

TSV: "Mir Trewwerer" finden ein neues Zuhause

Im Mai müssen die „Mir Trewwerer“ ihren Raum im Alten Rathaus verlassen, weil Platz für die Bücherei im Haus geschaffen werden soll. Seit November hat die Dorfverschönerungsgruppe eine neue Heimat bei den Fußballern des TSV. Deren Gastfreundschaft ist nicht ganz ohne Hintergedanken.

Im Mai müssen die „Mir Trewwerer“ ihren Raum im Alten Rathaus verlassen, weil Platz für die Bücherei im Haus geschaffen werden soll. Seit November hat die Dorfverschönerungsgruppe eine neue Heimat bei den Fußballern des TSV. Deren Gastfreundschaft ist nicht ganz ohne Hintergedanken.

Hans Kolb vom Turn- und Sportverein (TSV) redet nicht lange um den heißen Brei: „Es ist eine große Hilfe für uns, dass sie da sind. Zusammen können wir das Haus erhalten und vielleicht sogar noch etwas ausbauen.“ Kolb träumt schon von zukünftigen Feiern im renovierten Clubhaus am Roten Sand.

Der TSV gewährt der im Mai heimatlos gewordenen Gruppe „Mir Trewwerer“ seit kurzem Asyl. „Wir haben ein neues Zuhause gefunden“, freut sich Norbert Becker. Nach dem Rausschmiss waren die „Mir Trewwerer“ zuerst in der Scheune des Heimatvereins untergekommen, da wurde es jedoch zu kalt. Arbeiten werden sie dort nach wie vor, aber ihre vormittäglichen Versammlungen mittwochs und donnerstags werden sie am neuen Ort abhalten. Der verfügt neben dem großen Clubraum auch über eine Küche und Duschen. „Die brauchen wir nicht, kurz bevor wir schwitzen, hören wir auf zu arbeiten“, scherzt Becker.

Bei einem Arbeitseinsatz kommen sich die Männer vom TSV und die rührigen Senioren näher. Kurz danach kommt das Angebot an die „Trewwerer“, bald wird die Sache spruchreif, ganz ohne Vertrag. „Unter Fußballern einigt man sich mit Handschlag“, erklärt Becker, der auch schon 63 Jahre Mitglied beim TSV ist. „Klasse dass ich noch mal an die alte Wirkungsstätte zurück kann.“

Der Deal ist für beide Seiten ein Gewinn. Während die „Trewwerer“ ein nun neues Zuhause haben, brauchen die Fußballer Unterstützung beim Erhalt von Haus und Gelände. „Jeder will, dass die Rote Erde erhalten bleibt“ sagt einer, und alle stimmen zu. Es gebe vonseiten der Gemeinde durchaus Begehrlichkeiten.

Vor einigen Jahren habe es schon einmal konkretere Pläne gegeben, dort Gewerbe anzusiedeln. Daraus wurde jedoch nichts. „Wir möchten die letzten grünen Oasen im Ort erhalten“ sagt Becker, der mit Sorge beobachtet, wie der Ort nach und nach immer weiter zugebaut wird.

Die Fußballer haben derweil schon vom handwerklichen Geschick ihrer neuen Mitbewohner profitiert. Eine Bank, die bei einer nächtlichen Aktion – wahrscheinlich von Jugendlichen – durchgesägt worden war, verfügt wieder über neue Planken. Defekte Rollladen haben die „Mir Trewwerer“ ebenfalls bereits repariert und die Küche in Ordnung gebracht. „Wir sind hier so ein bisschen die Hausmeister“, meint Horst Limmer von den „Trewwerern“. „Was Besseres konnte uns nicht passieren“, sagt Kolb vom TSV. mawa

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