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Dirk Lindemann (am Klavier) sang mit seiner Schwester gemeinsam ?Liebe ohne Leiden?.

Stadttheater

Udo-Jürgens mit viel Sahne

Die Konzertsaison im Stadttheater hat begonnen. Den Auftakt machte am Freitag die „Dirk-Lindemann-Bigband“ mit Hits von Udo Jürgens.

Noch immer hat der große Chansonnier Udo Jürgens, der vor vier Jahren im Alter von 80 Jahren verstarb, viele Fans. Einige von ihnen waren am vergangenen Freitag ins Stadttheater gekommen, um die vielen Hits des Meisters zu hören. Unter dem Motto „Aber bitte mit Sahne...“, lieferten Dirk Lindemann und seine Bigband den rund 400 Gästen einen unterhaltsamen Abend. Schon das orchestrale Medley einiger Hits zu Beginn, bei denen „Merci Chérie“, „Ich war noch niemals in New York“, oder auch „Aber bitte mit Sahne“ anklangen, brachte die Besucher bereits in Stimmung, so dass sie sich im Rhythmus auf ihren Stühlen bewegten und mitsummten.

Eines räumte Entertainer Dirk Lindemann gleich zu Beginn ein: „Wir können Udo Jürgens nicht kopieren.“ Mehr als 1000 Songs komponierte Jürgens. Und seine größten gab es an diesem Abend als aufwendige Bigband-Arrangements zu hören. Lindemann selbst übernahm den Gesang und begleitete sich selbst am Flügel, der das Zentrum der Bühne einnahm.

Für den Titel „Liebe ohne Leiden“, den Jürgens einst gemeinsam mit und für seine Tochter Jenny sang, holte sich Lindemann seine Schwester für ein Duett auf die Bühne. Doch nicht nur nette Schönwetterhits stammen aus der Feder des Meisters, wie auch seine Fans, die begeistert mitsangen, wussten. „Ich will mit dir einen Drachen bauen“, ging unter die Haut. Auch der Titel „Was ist das für ein Land“, der von einem Mann handelt, der zum Krüppel geschlagen wurde und das Haus nicht mehr verlassen kann, während seine Peiniger längst wieder auf freiem Fuß sind, gehörte zu den Kompositionen, die den kritischen Blick Jürgens’ auf das Weltgeschehen zeigen. Erschreckend aktuell muten da die Texte an.

Dem perfekten Bigband-Sound beigefügt war auch eine passende Lichtshow mit Nebelmaschine. Nicht nur als Musiker und Sänger beeindruckte Lindemann die Theaterbesucher. Als Entertainer nahm er sein Publikum mit, erntete viele Lacher, als er fragte, wer von den Gästen eine Jürgens-CD habe und bekam erst zustimmendes Nicken, als er statt von einer von vielen CDs sprach.

Auch sein breites Wissen, das er zwischen den Titeln zeigte, gehörte zu den Schachzügen, die einen guten Entertainer ausmachen. Als Kind hätten die Eltern ihn mal zu einem Udo-Jürgens-Konzert mitgenommen und er sei nach einer halben Stunde eingeschlafen. Später habe er das bereut. Denn als Tom-und-Jerry-Fan kannte er die Titelmelodie der Comicserie. Als er erfuhr, dass es sich dabei um einen Titel von Jürgens handelte, war er zum Fan geworden.

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