Expertentipp

So überleben Pflanzen den Winter

Der Herbst bietet für Pflanzenfreunde viele Reize. Beim Herbstflohmarkt des Schrebergartenvereins konnten sich die Besucher mit Marmeladen, Herbstdeko und Pflanzen für drinnen und draußen eindecken. Auch viele Tipps fürs Überwintern gaben die Anbieter gerne weiter.

Dieter Kabza aus Nauheim gehört zu den Anbietern von Kakteen und Sukkulenten, deren kleine Ableger in vielseitigen Farben und Formen zu finden sind. Bereits seit 55 Jahren frönt er seinem Hobby, nimmt regelmäßig beim Frühlings- und Herbstpflanzenflohmarkt der Schrebergärtner teil. Zu seinem Angebot gehört auch eine Sansevieria mit den typisch fleischigen Blättern einer Sukkulente.

Die „Golden Hahnii“ hat gelbe Blattränder und gehört, da äußerst pflegeleicht, zu den typischen Pflanzen, wie sie in Büros zu finden sind. Genau wie auch Kakteen brauchen Sukkulenten Winterruhe, die sie bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius haben sollten. Das sei schließlich auch in der Natur der Fall. „Es ist sowieso immer ratsam, die Natur zu imitieren“, erklärt der Fachmann.

So sollten Sukkulenten hell gelagert werden. Wenn das nicht möglich ist, sollten sie nach rund vier Monaten Winterruhe Ende Februar wieder ins Licht gestellt werden. Dann aber die ersten 14 Tage mit einer Lage Zeitungspapier abgedeckt werden, damit sie sich keinen Sonnenbrand holen.

Die Zeit brauchen die Pflanzen, um ihre Schutzschicht auf den Blättern neu zu bilden. „Menschen nehmen halt Sonnencreme“, sagt Kabza schmunzelnd. Verbrennungen entstehen an den Pflanzen meist im Scheitel, wo sie frisch wachsen. Dort verfärben sie sich dann rot.

Einige Pflanzen sind zwar hübsch anzusehen, haben aber sehr spitze Dornen. So etwa Agavenarten. Manche stecken Korken auf die Dornen, um sich vor Verletzungen zu schützen. Kabza hat eine elegantere Variante entdeckt, die hübscher aussieht: Er verwendet Perlen, die er mit ein wenig Kleber auf den Dornen befestigt. „Keine fleischfressenden Pflanzen heute“, fragt ein Flohmarktbesucher ihn beim Vorbeigehen. Nein, die habe er heute nicht mitgebracht. Dafür aber kleine Ginkobaumableger und vieles mehr, das auf einen neuen Pflanzenfreund wartet.

Besucher sind an diesem Vormittag nur wenige gekommen. Gerade wegen des schönen Wetters hatte Ralf Zuck, der Vorsitzende des Schrebergartenvereins auf mehr Zuspruch gehofft. Vielleicht liegt es an den Herbstferien, so die Überlegung einiger Anbieter. „Vielen ist nicht bewusst, dass auch der Herbst eine Jahreszeit fürs Pflanzen ist“, gibt Zuck zu bedenken.

Susanne Klein aus Raunheim hat viele Sorten Marmelade anzubieten. Allein 50 Kilo Weintrauben verarbeitete sei. Auch Stachelbeeren, Kirschen und Feigen hat es in diesem Jahr jede Menge in ihrem Garten gegeben. Danach gefragt, ob sie gern Marmelade kocht, lautet die Antwort „Aus der Not heraus.“ Denn was geerntet ist, müsse schließlich auch verarbeitet werden. Und es gehe doch nichts über Marmelade aus Obst, von dem man wisse, wo es herkommt. Gerade die Kirschen und das Entkernen würden viel Arbeit machen. „Dann denkt man, es ist vorbei und dann kommen die Pflaumen“, seufzt sie schließlich noch.

Pampelmusen am Strauch, riesig aber noch grün und Bonsais werden ebenfalls zum Verkauf angeboten. Sollten die Sommer weiterhin so lang und heiß sein wie in diesem Jahr stünden die Chancen gut, dass es auch mal reife Pampelmusen gebe, schätzt eine Besucherin mit Blick auf die Veränderungen beim Klima.

Karlheinz Tems aus Oberursel hat Nüsse, Kastanien, Lampionblumen und Kieferzapfen als Herbstdekoration mitgebracht. Er kommt gern nach Rüsselsheim zum Pflanzenflohmarkt. „Bei uns in der Gegend gibt es solche Pflanzenmärkte nicht.“

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