+
Die offene Ecke sollte am Mittwoch geschlossen werden, doch das Modul stand im Stau.

Flüchtlinge

Unterkunft im Hasengrund soll im April fertig sein

Die Flüchtlingszahlen steigen auch in Rüsselsheim. Deshalb werden Unterkünfte für die Asylbewerber gebaut. Im Hasengrund entsteht derzeit die dritte Unterkunft für Flüchtlinge in der Stadt.

Von RÜDIGER KOSLOWSKI

„Das letzte Modul steckt im Stau“, erklärte Jana Guljajev, die Bauleiterin der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau). Aber der letzte Baustein für die Flüchtlingsunterkunft „Hasengrund“ sollte in jedem Fall noch am Mittwoch die Baustelle erreichen. Bis dahin blieb die Ecke des Obergeschosses der Unterkunft am Kreisel an der Straße Im Hasengrund 94 allerdings frei.

Stadt und Gewobau stellten der Presse die Flüchtlingsunterkunft vor. Die Gesellschaft baut Asylbewerber-Unterkünfte, die die Stadt betreibt. Baubeginn war Anfang November, das erste Modul der insgesamt 33 Bausteine für die elf Wohneinheiten wurde am Dienstag mit einem Kran auf die 1400 Quadratmeter große Grundstücksfläche gehoben. Jedes Modul bringt immerhin zwischen 7,5 und zwölf Tonnen auf die Waage. Die Unterkunft ist baugleich mit den ersten beiden Gebäuden Am Weinfass in Bauschheim und Am Kirchpfad in Haßloch, informierte Torsten Regenstein, der Geschäftsführer der Gewobau.

68 Flüchtlingen stehen elf Wohneinheiten zur Verfügung. Zehn von ihnen haben drei Schlafräume, die elfte Wohnung bietet ein Schlafzimmer mehr. Jeder Schlafraum soll mit mindestens zwölf Quadratmetern zwei Personen Platz bieten.

Alle Wohneinheiten sind mit einer Küche und einem Bad ausgestattet. Zudem gibt es einen Gemeinschaftsbereich mit zwei Mehrzweckräumen sowie einen Wasch- und Trockenraum. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 2,2 Millionen Euro.

Die Mieter der angrenzenden Häuser seien über die Flüchtlingsunterkunft informiert worden. Der Runde Tisch Flüchtlingshilfe habe zudem über das Projekt Auskunft erteilt, so Petra Neumüller von der Stabstelle Asyl der Stadtverwaltung. Auch die benachbarte Grundschule Hasengrund sei in Kenntnis gesetzt worden. „Ich kann mich nicht an kritische Stimmen erinnern“, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin. Die Reaktionen seien überwiegend positiv gewesen. Es seien aber auch Befürchtungen und Ängste geäußert worden.

„Das Thema wird in Rüsselsheim sehr sachlich behandelt“, stellte Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) fest. In der Opelstadt sei keine große Aufgeregtheit festzustellen.

Die Wohneinheiten der Flüchtlingsunterkunft sollen übrigens zu einem späteren Zeitpunkt als Sozialwohnungen angeboten werden, kündigte Grieser an. Die Unterkunft befinde sich auf dem Niveau des sozialen Wohnungsbaus. Mit ihnen vergrößere sich der Wohnungsmarkt in Rüsselsheim.

Die Unterkunft im Hasengrund soll im April fertiggestellt sein. Diesen Zeitpunkt nannte Torsten Regenstein auch für die Unterkünfte an der Bensheimer Straße im Stadtteil Königstädten mit ebenfalls elf Wohneinheiten und für die Unterkunft am Waldweg mit 17 Wohneinheiten für 98 Personen.

Bereits im Mai soll dann die Unterkunft am Sommerdamm bezugsfertig sein. Sie hat ebenfalls elf Wohneinheiten für 70 Menschen. Hier gibt es zwei Wohneinheiten mit vier Schlafräumen. „Es geht weiter“, lautete denn auch die Botschaft von Torsten Regenstein.

Im Juli folgt die Unterkunft am Landrat-Harth-Heim und im Dezember die am Lachebad. Derzeit suche der Magistrat nach Standorten für zwei weitere Flüchtlingsunterkünfte, so Grieser. Vor wenigen Wochen lag die Zahl der in Rüsselsheim angekommenen Flüchtlinge bei 400 Personen. Alleine in dieser Woche sei die Zahl um 200 Menschen gestiegen. „Je schneller die Unterkünfte fertig sind, desto besser“, sagte Bürgermeister Grieser.

Die Unterkunft für Flüchtlinge in der Turnhalle der Borngrabenschule sei nur ein Provisorium. Auch wenn den Flüchtlingen der Aufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet werde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare