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Sophie-Opel-Schule

Wie viel darf die Schule kosten?

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Die Sophie-Opel-Schule wird heiß diskutiert. Wie groß die neue Schule werden soll und was sie kosten darf, ist Gegenstand der Debatten.

Wie groß soll die neue kooperative Gesamtschule mit dem Arbeitstitel „Sophie-Opel-Schule“ werden und was darf sie kosten? Diese Fragen bestimmten die Debatte um den aktuellen Stand der Schulentwicklung während der jüngsten Sitzung des Schulausschusses der Stadtverordneten. Anlass dazu bot ein Antrag der SPD. Die möchte erreichen, dass die Schule nicht mit acht Klassen pro Jahrgangsstufe, wie derzeit geplant, sondern nur noch mit sechs Klassen realisiert wird. So soll eine mögliche Überkapazität vermieden werden. Zudem soll überprüft werden, ob einzelne, im aktuellen pädagogischen Raumprogramm aufgeführte, Funktionsräume nicht auch multifunktional genutzt werden können. Von beiden Maßnahmen erhoffen sich die Sozialdemokraten Einsparungen bei den Baukosten. Die, so fürchtet nämlich die SPD, könnten den bislang angesetzten Rahmen von etwa 30,5 Millionen Euro deutlich sprengen.

Ob die im Raum stehenden 30,5 Millionen Euro ausreichen werden oder nicht, konnten auch Baustadtrat Nils Kraft (SPD) und Schuldezernent Dennis Grieser (Grüne) wahrend der Ausschusssitzung nicht seriös beantworten. Die Zahl stammt aus einer früheren Phase der Planungen, basiert auf Schätzungen und Normen, nicht auf konkreten Analysen.

Mit dem aktuellen pädagogischen Raumprogramm, welches von einer Lenkungsgruppe in den zurückligenden Monaten erarbeitet und den Stadtverordneten nun präsentiert wurde, hat dieser alte Planungsstand wenig gemein. Zudem wurden auch noch einmal Veränderungen hinsichtlich des Baufeldes für die Schule erarbeitet. Entstehen wird der Neubau nämlich nicht mehr, wie zunächst geplant, auf dem Siedlerplatz, sondern auf einer angrenzenden Sportfläche. Wie sich dies auf die Baukosten auswirke, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, sagte Kraft.

Die Sozialdemokraten befürchten indes, dass die Ausstattung der neuen Schule qualitativ so aus der Rüsselsheimer Schullandschaft hervorragt, dass die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen, um auch andere Schulen an dieses Niveau heranzuführen. „Die Schere darf nicht zu weit aufgehen. Die Unterschiede wären himmelweit“, warnte Renate Meixner-Römer (SPD). Auch sieht die SPD die Gefahr, dass die Zukunft der Gerhardt-Hauptmann-Schule (GHS) doch noch einmal zur Disposition gestellt wird, wenn die Baukosten für die Sophie-Opel-Schule durch die Decke gehen. Die GHS muss bekanntermaßen dringend entweder saniert oder neu gebaut werden. Gespräche darüber will Schuldezernent Dennis Grieser in der kommenden Woche führen, noch in diesem Jahr sollen erste Ergebnisse zu erwarten sein. Er beteuerte jedoch, dass der Fortbestand der GHS nicht grundsätzlich zur Disposition stehe. „Aktuelle Zahlen sprechen dafür, dass wir in Zukunft mit geburtenstärkeren Jahrgängen rechnen müssen. Wir werden die GHS noch brauchen“, sagte Grieser. Und auch Maria Schmitz-Henkes (Grüne) machte deutlich, dass ihre Fraktion nicht am Fortbestand der GHS rütteln wolle.

Schuldezernent Grieser sieht die Sorgen der SPD, für andere Schulen könnte aufgrund der Planungen für die Sophie-Opel-Schule kein Geld mehr da sein, als unbegründet an. „Wir wollen doch überall die gleichen Chancen für alle Schüler. Aber irgendwo müssen wir Anfangen, die Standards zu setzen. Alles zeitgleich zu machen funktioniert leider nicht“, sagte Grieser. Der künftige Schulleiter und Leiter der Aufbaugruppe für die neue Schule, Jens Krämer, warnt vor einem Kurswechsel zum jetzigen Zeitpunkt. „Wir sind schon irritiert, dass jetzt die Anzahl der Klassen noch einmal zur Disposition gestellt werden soll.“ In die Planungen sei viel Herzblut und Arbeit geflossen. „Und damit, einfach zwei Räume pro Stufe zu streichen, wäre es ja auch nicht getan“, sagt Krämer. Im Gegenteil müsste das gesamte Konzept neu überarbeitet werden. Darüber hinaus ist Krämer davon überzeugt, dass alle geplanten Räume im Hinblick auf das beschlossene Schulprofil auch wirklich benötigt werden.

Über den Antrag der SPD wurde nicht abgestimmt, als nächstes wird sich der Haupt- und Finanzausschuss mit der Thematik befassen.

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