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Gabriela Braband vor ihrem Lieblingsgemälde, das den Titel „Sie kommen“ trägt.

Ausstellung

Bilder von Gabriele Braband in einer neuen Kunstausstellung sind im Buschcafé zu sehen

Mit Bildern von Gabriele Braband startet die Reihe von Kunstausstellungen im neuen Jahr im Buschcafé. Unter dem Titel „Meine Traumzeit“ stellt die Künstlerin 19 Bilder aus, die immer eine Geschichte erzählen und dabei schnell ins Surreale abgleiten.

Schon mit vier Jahren begann sie zu zeichnen. Angeregt wurde sie von ihrer Großmutter, die sie mit Bleistift, Spitzer, Papier und der Aufforderung, Dinge zu zeichnen, ermutigte. Das konnten Flaschen, zerknülltes Papier oder ein Zigarettenpäckchen sein. Wahrscheinlich waren die Bemühungen der Oma daraus aufgerichtet, das Kind zu beschäftigen, vermutet Gabriele Braband schmunzelnd.

Ihre Anfänge setzten sich fort und sie wurde zu einer „Unterrichtszeichnerin“, wie sie selbst es formuliert. Denn immer, wenn sie sich im Unterricht langweilte, begann sie zu zeichnen. Berufliche Veränderungen des Vaters, der nach Darmstadt versetzt wurde, brachten Braband 1997 in die Gegend von Rüsselsheim. Derzeit lebt sie im Dicken Busch. Über die Möglichkeit, im Buschcafé auszustellen erfuhr sie über eine Freundin, deren Mutter selbst dort eine Ausstellung hatte.

Ihr Leben lang

Die Beschäftigung mit Kunst verfolgte Braband ihr Leben lang. In einer integrierten Gesamtschule in Wiesbaden unterrichtet sie als Kunstlehrerin und sie ließ sich im Odenwaldinstitut zur Malleiterin für Ausdrucksmalen ausbilden. Auch ein Kunstpädagogikstudium gehört in ihren Lebenslauf. Der Kunst verschrieben hat sie sich „Weil mir das immer so Spaß gemacht hat und weil es mir was gegeben hat“, sagt sie. Ihr bevorzugtes Farbmaterial sind Aquarellfarben und Gouache. Die Motive der 19 Bilder in variierenden Formaten könnten unterschiedlicher nicht sein. Denn es sind Konzeptbilder und experimentelle Versuche mit Farbe und Form. Viele der Konzeptbilder, die oft surreale Szenarien zeigen, entstanden bei Malkursen.

Da habe sie sich vor dem eigentlichen Malen Gedanken über das Motiv gemacht. Ein Bild, an dem sie besonders hängt, hat den Titel „Sie kommen“ und basiert auf einer Fotografie, auf der an einem Strand liegende Quallen zu sehen sind. Die sehen aus wie Ufos, dachte sie sich und begann mit den Basismotiven zu experimentieren. So landete eine Qualle im Himmel, und der Anschein eines landenden Ufos war perfekt.

Eine andere Technik

Eine andere Technik, das Experimentieren hat keinen gedanklichen Hintergrund, so dass die Künstlerin oft selbst noch nicht weiß, was durch die Verwendung von Farbe und Spachtel entstehen kann. „Dann stehe ich vor dem Maltisch, trage Farben auf und fange an zu spachteln. Manchmal bin ich selbst erstaunt darüber, was dabei entstehen kann“, sagt sie. Wenn es ihr nicht gefällt, wird es über und ausgearbeitet. Es kann passieren, dass manche Bilder in nur zwei Stunden fertiggestellt sind. Wieder andere brauchen Jahre bis zur Fertigstellung. „Ich bin Perfektionistin“, sagt sie über sich. Und bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass einige experimentelle Bilder sich aus schnellen Bewegungen entwickelt haben, während andere, wie die Pfauenfedern, die wie eine Fotografie anmuten, sehr viel Zeit und Genauigkeit erforderten, um leicht und flockig zu wirken.

Die Vielfalt ihrer Motive ist gewollt. Denn es gehe ihr nicht darum, immer das Gleiche zu machen, sagt die Künstlerin. „Ich möchte Vielfalt zeigen.“ Bei der Vernissage am vergangenen Donnerstag schilderte Braband den zahlreich erschienenen Besuchern, dass es ihr bei vielen Bildern darum gehe, eine Geschichte zu erzählen. Wobei die Bilder selbst nur einen Ausschnitt der Geschichte beschreiben.

Im Dialog

Alles Weitere bleibe dem Betrachter überlassen. Und wie unterschiedlich die Interpretationsansätze sein können, zeigte sich bereits im Dialog mit der Künstlerin, bei der einige Besucher erzählten, was sie im einen oder anderen Gemälde zu entdecken glauben. Braband sagt dazu: „Ich möchte euch überlassen, was ihr hineininterpretiert.“

Die Ausstellung im Buschcafé ist Brabands erste eigene, die nur Werke von ihr zeigt. Bislang beteiligte sie sich nur bei Sammelausstellungen. Auch für die Zukunft plant sie weiterzumalen. Die Ideen gehen ihr nicht aus. „Ich habe gerade wieder ein Bild in Arbeit. Das wird dann bei der nächsten Ausstellung zu sehen sein.“ Die Bilder von Gabriele Braband können noch bis zum 22. Februar während der Öffnungszeiten des Buschcafés montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.

von SUSANNE RAPP

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