Die Eselswiese ist die größte Entwicklungsfläche, die Rüsselsheim zu bieten hat.
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Die Eselswiese ist die größte Entwicklungsfläche, die Rüsselsheim zu bieten hat.

Kommunalwahl

Viel Raum für Wachstum

Am 6. März bestimmen die Wähler über die künftige Zusammensetzung des Rüsselsheimer Stadtparlaments. Wir fühlen den Spitzenkandidaten, die um die Wählergunst buhlen, in loser Folge auf den Zahn. Heute geht es um die Stadtentwicklung und die Eselswiese.

Wie viele Einwohner wird Rüsselsheim 2021 haben, und wie wird die Eselswiese als letztes großes Rüsselsheimer Baugebiet bis dahin strukturiert sein (Wohntypen/Einzelhandel/Sonderflächen)?

Thorsten Weber, CDU

Die Union hat in den letzten Jahren federführend die Baugebiete Quartier am Ostpark, die Steinkaute, das Wohnen am alten Friedhof und nicht zuletzt die Eselwiese auf den Weg gebracht. Damit haben wir das größte Programm zur Schaffung von Wohnraum seit den 1970er Jahren auf die Beine gestellt. Somit steht Wohnraum im Allgemeinen, aber auch für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. Die Einwohnerzahl kann so durchaus auf 65 000 anwachsen. Für die Eselswiese gilt es, einen guten Mix aus verschiedenen Wohnformen, ähnlich des Blauen Sees in Königstädten, zu entwickeln. Dem Bau von Hochhäusern erteilt die CDU allerdings eine klare Absage. Einzelhandel für Bauschheim entsteht derzeit durch den Globus direkt gegenüber der Eselswiese. Daher erscheint es derzeit fraglich, ob ein weiterer Bedarf erforderlich ist. Durch das direkt angrenzende neue Gewerbegebiet bestünde auch die Möglichkeit, weiteren Einzelhandel nicht im Wohngebiet anzusiedeln. Entschieden werden muss dies nach Beratung durch Aufstellung des Bebauungsplanes.

Sanaa Boukayeo, SPD

Heute Leben circa 62 000 Menschen in unserer Stadt. Es ist zu erwarten, dass diese Zahl steigt. Im Jahr 2021 wird die Eselswiese zum Wohngebiet mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Wohnformen entwickelt. Es wird ein Bebauungsmix aus freistehenden Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau entstehen. Hierbei setzen wir auf gemeinschaftliche und moderne Wohnprojekte, wie sie am Max-Beckmann-Weg in Rüsselsheim oder „an der alten Reithalle“ in Mainz-Gonsenheim verwirklicht wurden. Der Anteil des Geschosswohnungsbaus soll mindestens ein Drittel der bebaubaren Fläche betragen. Um es jungen Rüsselsheimer Familien zu ermöglichen, Wohneigentum zu bilden, werden die städtischen Grundstücke zu Vorzugspreisen für Familien mit Kindern aus Rüsselsheim vorgehalten. Einzelhandel wird in ausreichender Größe auf dem Globus-Gelände abgebildet.

Maria Schmitz-Henkes, Grüne

Rüsselsheim wird in fünf Jahren einige Tausend Einwohnerinnen und Einwohner mehr haben. Die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main, in deren Herzen unsere Stadt liegt, wird auch weiterhin wachsen. Der Trend zu geburtenstärkeren Jahrgängen zeichnet sich bereits jetzt ab. Auch durch Zuzug und Zuwanderung und das neue Baugebiet Eselswiese werden deutlich mehr Menschen in Rüsselsheim leben als heute. Die Eselswiese als letzte große Fläche, die wir noch haben, muss mit Bedacht und Weitsicht entwickelt werden. Wir brauchen attraktiven und bezahlbaren Wohnraum für Familien, für Singles, für Studenten und Senioren. Wir brauchen viele Arten von Wohnraum: Das Ein- oder Zweifamilienhaus, aber auch barrierefreie Wohnungen, Sozialwohnungen, seniorengerechtes Wohnen und Mehrfamilienhäuser. All das muss auf der Eselwiese Platz haben. Wichtig ist uns auch nachhaltiges und vor allem energieeffizientes Bauen. Um die Nebenkosten gering zu halten und die Umwelt zu schonen, müssen alle Optionen bei der energetischen Hausplanung beachtet werden. Wir brauchen eine vorausschauende Stadtplanungspolitik, um Mietpreistreiberei in Rüsselsheim gar nicht erst entstehen zu lassen. Dem sozialen Wohnungsbau kommt eine besondere Bedeutung zu. Schwerpunkt wird auf der Eselswiese das Wohnen sein. Verträgliche Gewerbeansiedlung soll sich entlang der Landesstraße orientieren. Großflächiger Einzelhandel kommt an dieser Stelle nicht in Betracht, da er bereits auf dem Globus-Gelände realisiert wird.

Abdullah Sert, FDP

Die Einwohnerzahl wird sich voraussichtlich leicht erhöhen – zum einen durch den aktuellen Zuzug von Flüchtlingen und zum anderen durch Neuansiedlungen im Neubaugebiet Eselswiese. Laut Beschlusslage wird die Eselswiese zu einem Drittel Gewerbefläche und zu zwei Dritteln Wohnfläche. Bei der Strukturierung der Bebauung gehen wir von einer ähnlichen Form aus, wie im Neubaugebiet Blauer See in Königstädten. Der Einzelhandel bzw. das Gewerbe sollten eine Ergänzung zum neuen Globus-Einkaufszentrum darstellen und nicht in Konkurrenz dazu stehen.

Karl-Heinz Schneckenberger, Linke / Liste Solidarität

Die Einwohnerzahl wird sich durch die Wohngebiete Eselswiese und an der Adam-Opel-Straße erhöhen. Weiter Möglichkeiten zur Schaffung von Wohnraum sehen wir im Altwerk und in der Innenstadt und durch Schließung von Baulücken. Die Eselswiese ist das letzte Baugebiet in Rüsselsheim, entsprechend verantwortungsvoll muss damit umgegangen werden. Qualität geht vor schneller Umsetzung. Der Schwerpunkt muss eindeutig auf „Wohnen“ liegen. Geschossbau (Sozialwohnungen) und Baugrund sparende Wohnformen (keine Einzelhäuser) sind dabei zu verwirklichen. Es sollten Möglichkeiten für Gaststätten, Cafes u.ä. geschaffen werden. Der Einzelhandel wird durch den benachbarten Großmarkt abgedeckt. Sonderflächen, z.B. für großflächigen Einzelhandel sind für uns verzichtbar.

Jürgen Jungbluth, Forum Neues Rüsselsheim

Leider sind die Ressourcen der Stadt, was Grundstücke betrifft, sehr begrenzt, Wohnraum fehlt an allen Ecken, darum sollte man sich mit der Vermarktung des alten Opelplatzes beeilen und die Eselswiese in die Gänge bringen. Es sollte versucht werden, Familien aus dem Umland nach Rüsselsheim zu holen, und es sollten möglichst Einfamilienhäuser mit Einzelhandel errichtet werden. Dann wird auch die Einwohnerzahl steigen.

Mathias Flörsheimer, Alfa

Unter der Regie der etablierten Parteien werden weiterhin Flüchtlinge in großer Zahl in Rüsselsheim angesiedelt. Das Altwerk wird als riesige Flüchtlingsunterkunft zweckentfremdet. Durch den starken Zuzug von Migranten und ihren Familiennachzug steigt der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund in die Nähe von 80 Prozent. Netto könnten die Wanderungsbewegungen zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl auf 70 000 führen.

Aufgrund der katastrophalen finanziellen Lage kommt die Verwaltung der Stadt weitestgehend zum Erliegen. Nachdem sich zeigt, dass auch die Eselswiese nicht genügend Wohnraum schafft, werden Gebäude zwangsenteignet. Alfa steht zum Recht politisch Verfolgter auf Asyl und unterstützt die Hilfe für Kriegsflüchtlinge. Die Aufnahmemöglichkeiten sind aber begrenzt. Alfa fordert, dass Zuwanderung lokal entschieden wird. In einem Bürgerentscheid müssen die Rüsselsheimer gefragt werden, ob und wie viele Flüchtlinge in unserer Stadt integriert werden können. Wir benötigen attraktive Arbeitsplätze und zusätzlichen Wohnraum vor allem im mittleren Preissegment. Dazu muss das Baugebiet Eselswiese genutzt werden. Zusätzlich sollten einzelne Stadtgebiete verdichtet bebaut werden.

Achim Weidner, Liste Weidner

Bis 2021 könnte Rüsselsheim auf über 65 000 Einwohner wachsen. Eine zentrale Rolle kommt dem Baugebiet Eselwiese und der Nachverdichtung in den Quartieren zu. Wir müssen uns der Frage stellen, wie urbanes Leben heute zu definieren und zu interpretieren ist. Neue Gedanken wurden beim Neujahrsempfang von Kultur123 in einem Grundsatzreferat vorgestellt. Daraus leiten sich dann die Anforderungen an die Einzelhandels- und Sonderflächen ab. Eine besondere Rolle kommt dabei der Gewobau zu. Aber, Planung ist die Ersetzung des Irrtums durch den Zufall. Deswegen sind die Marktkräfte ebenfalls Teil der Überlegungen.

Erdal Koca, Liste 2016

In Rüsselsheim werden wir im Jahre 2021 mehr Einwohner haben als jetzt. Rüsselsheim hatte bereits vor der Flüchtlingssituation eine bessere demografische Entwicklung gehabt als viele andere Gemeinden und Städte. Durch die Hochschule, hohe Geburtenrate und Neubürger wird die Einwohnerzahl erfreulich bleiben. Nun sind die Kommunalpolitiker aufgefordert, neuen Wohnraum zu schaffen und die Infrastruktur auszubauen. In Rüsselsheim fehlten bis 2015 Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen. Das letzte große Baugebiet Eselswiese soll besser strukturiert sein als der Blaue See, da die Eselswiese größer ist als Letztere. Wir möchten, dass statt den kleinen Grundstücken große Grundstücke für die Bauherren Angeboten werden. Der Ortsbeirat soll für dieses Baugebiet einen neuen Namen vorschlagen.

Joachim Walczuch, Wir sind Rüsselsheim

Woher soll die Liste „Wir sind Rüsselsheim“ das wissen, wenn die Verwaltung die aktuellen Einwohnerzahlen, wie bei der Diskussion um die Gerhart-Hauptmann-Schule, nicht kennt. Es wird viel planerisches Geschick notwendig sein, eine gute Lösung für den zu erstellenden Bebauungsplan für die Eselswiesen zu finden. Hier sollte es eine Mischung aus Gewerbeflächen, eine Bebauung mit erschwinglichem Wohnraum und die Möglichkeit zur Erfüllung des Wunsches nach dem eigenen Haus geben. Schon bei der Erstellung des Bebauungsplanes für den Blauen See hat die Verwaltung sich das Know-How der Rüsselsheimer Bevölkerung geholt und daraus einen bedarfsgerechten Bebauungsplan aufgestellt. In Verbindung mit der sich veränderten Nachfrage eine echte Erfolgsstory.

Robert Adam-Frick, Freie Wähler

Die Frage, wie viele Einwohner Rüsselsheim im Jahr 2021 haben wird, kann man nur spekulativ beantworten. Mit der Entwicklung der Eselswiese und der Verdichtung im weiteren Stadtgebiet werden wir uns wahrscheinlich einer Einwohnerzahl von 70 000 nähern. Auch über die Strukturierung der Eselswiese kann man nur spekulieren. Aus unserer Sicht wäre ein gesunder Mix aus Sozialwohnungen, Mehrfamilien- und Einfamilienhäusern sinnvoll. Ebenfalls sollte man Platz für betreutes Wohnen/Altenheim, Kitas und gegebenenfalls auch für eine neue Schule einplanen.

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