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Die Stadtwerke Rüsselsheim haben in diesem Jahr mit ihren Bussen mehr Menschen befördert als je zuvor.

Öffentlicher Nahverkehr

So viele wie nie nutzen den Busverkehr in Rüsselsheim

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Die Beliebtheit des öffentlichen Nahverkehrs in Rüsselsheim wächst. Bei den Fahrgastzahlen gibt es einen neuen Rekord.

Immer mehr Menschen in Rüsselsheim sind mit dem Bus unterwegs. In diesem Jahr waren es wohl so viele wie noch nie. Die Steigerung im Vergleich zum vergangenen Jahr beträgt voraussichtlich gut 20 Prozent. Nutzten 2017 noch 4,5 Millionen Fahrgäste das Busangebot der Stadtwerke, rechnen die Verantwortlichen für 2018 mit mindestens fünf Millionen. Schon jetzt, Ende November, sei der Vorjahreswert fast erreicht. „Das explodiert förmlich“, äußerte sich Reinhard Blüm, Leiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke, bei der Fahrgastbeiratssitzung am Mittwoch. Besonders häufig genutzt würden das Schülerjahresticket und das Jobticket. Angesichts des Fahrgastrekords sei bei der städtischen Busflotte die „Kapazitätsgrenze absehbar“.

Zwei Hybridfahrzeuge

Die Flotte umfasst aktuell 25 Fahrzeuge. Im kommenden Jahr sollen zwei neue Busse angeschafft werden. Und zwar erstmals Modelle, die über einen sogenannten Hybrid-Antrieb verfügen. Ein Elektromotor soll die Dieselfahrzeuge dann vor allem beim Anfahren unterstützen, was den Treibstoffverbrauch um 8,5 Prozent senken soll. Die Hybrid-Busse seien 30 000 bis 40 000 Euro teurer als vergleichbare herkömmliche Modelle.

Zwei neue Busverbindungen kommen im neuen Jahr dazu. Allerdings notgedrungen. Bisher stand am Bahnhof für die Linie 70 nach Königstädten und die Linie 71 nach Bauschheim je ein Taxi ohne Anruf bereit. Sollte die Abfahrt von einer anderen Haltestelle erfolgen, musste der Kunde vor Fahrtbeginn telefonisch seine gewünschte Haltestelle zu Fahrtbeginn und die Endhaltestelle angeben.

Doch weil die Taxis immer öfter nicht erschienen, haben die Stadtwerke den Vertrag mit dem Partnerunternehmen gekündigt. So habe es das Unternehmen selbst nicht geschafft, seine Fahrer dazu zu bringen, die Fahrten verlässlich anzubieten. „Wenn sie kurzfristig mit einer anderen Fahrt mehr verdienen konnten, sind sie nicht an der Haltestelle erschienen“, berichtete Blüm. Künftig werden auf den betroffenen Linien deshalb wieder Busse verkehren, die stets an jeder Haltestelle Station machen. „Die brauchen zwar etwas länger, doch dafür ist die Verbindung gesichert“, sagte der Leiter des Verkehrsbetriebs. Das Taxiunternehmen war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Umsteigen ermöglicht

Der Preis für das Fahren mit den Bussen im Stadtgebiet bleibt im kommenden Jahr gleich. Zumindest bei den Einzeltickets. Erwachsene zahlen nach wie vor 2,20 Euro, Kinder 1,35 Euro. Die Monatskarten werden allerdings etwas teurer. Für Erwachsene steigt der Preis von 45,90 Euro auf 46,70 Euro, für Kinder von 35,80 Euro auf 36,40 Euro.

Indem die Busse am Bahnhof ab dem kommenden Jahr drei Minuten später, zu den Minuten 28 und 58, abfahren sollen Pendler, die zuvor mit der S9 von Frankfurt aus unterwegs waren, noch Gelegenheit zum Umsteigen bekommen. Momentan müssen sie noch eine Stunde auf den Bus warten, da dessen Abfahrt bisher eine Minute früher ist als die Ankunft der S-Bahn.

Kritik in der Sitzung des Fahrgastbeirats kam von Benedikt Klein, Verkehrsreferent beim Asta der Hochschule Rhein-Main. Er mahnte an, dass der Beirat gegenüber der Stadtpolitik deutlich machen müsse, dass die Busse auch nach 18 Uhr im Halbstundentakt fahren. Aktuell verkehren sie dann nur noch stündlich.

Corinna Arndt, die Vorsitzenden des Kita-Stadtelternbeirats, schlug vor, Kinder künftig die Haltestellen in den Bussen ansagen zu lassen. Verkehrsbetriebschef Blüm zeigte sich dafür offen und versprach, dies zu prüfen. Eingesprochen werden könnten die Ansagen möglicherweise bei Radio Rüsselsheim.

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