Grüne Liste Trebur

Vogelbestände gehen dramatisch zurück

Am Sonntag fand im Alten Rathaus von Astheim der Neujahrsempfang der Grünen Liste Trebur statt. Neben politischen Plänen und einem Buffet gab es Wissenswertes über das Aussterben von Insekten- und Vogelarten.

„Wie teuer ist ein Blaukehlchen?“ Mit dieser provokativen Frage beginnt der Vortrag von Ingmar Stelzig beim Neujahrsempfang der Grünen Liste Trebur (GLT) im Alten Rathaus von Astheim. Im Jahr 1987 habe der Umweltexperte und Professor, Frederic Vester, den finanziellen Wert eines Blaukehlchens auf 154 Euro beziffert, sagt Stelzig. Bemessen hatte der Universitätsprofessor den Betrag anhand des Vergleichs, dass „der Ohrenschmaus und die Augenweide eine Vogels dem Wert einer Valiumtablette“ entspräche. Vierundzwanzig Jahre später, 2011, hat der Biologe Olaf Miosga Vester mit seiner neuen Bewertung revidiert. „Miosga beziffert den Wert eines Blaukehlchens auf 26 500 Euro“, berichtet Stelzig. Denn das Blaukehlchen leiste in seinem Leben einen Beitrag für das Ökosystem, der mit dem Eurobetrag vergleichbar sei.

Doch der Vogelbestand in Deutschland und damit auch die Zahl der Blaukehlchen gehe drastisch zurück. In den vergangenen zwölf Jahren habe sich die Zahl von Vogelbrutpaaren um 12,7 Millionen – das entspricht 15 Prozent – dezimiert. In Bezug auf die letzten 200 Jahre sei ein Rückgang der Population von 80 Prozent verzeichnet worden, referiert Ingmar Stelzig und stellt fest, der Rückgang der Vogelarten stehe in direktem Zusammenhang mit dem Insektensterben. Denn ohne Insekten gebe es natürlich auch keine Vögel, da den gefiederten Freunden die Nahrungsquelle fehle.

Klar ist, das Insektensterben ist eine Folge des Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft. In den letzten 27 Jahren habe die Biomasse der Fluginsekten um 75 Prozent abgenommen, informiert Stelzig. Das beträfe nicht nur seltene und gefährdete Arten, sondern die ganze Welt der Insekten. „Das ist ein flächendeckendes Problem“, bemerkt der Referent und fordert: „Das Schutzgebietsmanagement muss die Landwirtschaft mit einbeziehen. Zudem muss ein Pestizidverbot in Schutzgebieten ausgesprochen werden. Bundesweit sollte ein Insekten- und Biodiversitätsmonitoring eingerichtet werden.“

Ingmar Stelzig gibt jedoch auch Tipps, was jeder Einzelne gegen den Abwärtstrend in der Zahl von Insekten und Vogelarten tun kann. In einem Schottergarten vor dem Einfamilienhaus hätten Insekten beispielsweise keine Chance auf ein Leben. Viel besser sei ein naturnaher Garten mit Wildblumen, Gräsern und Kräutern für Insekten und Vögel.

Neben dem Vortrag Stelzigs kommt auch ein wenig Politisches zur Sprache. Die Fraktionsvorsitzende der GLT, Sonja Mars, informiert, dass die Fraktion einen Antrag eingereicht habe, in dem um Aufnahme in die Forstbetriebsgemeinschaft Rhein-Main gebeten werde. „Das Thema Wald wird uns in Zukunft sehr beschäftigen“, stellt Mars fest und fügt hinzu: „Wir wollen damit in der Zukunft einen großen Schritt in Richtung ökologische Waldbewirtschaftung tun.“

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