Bauschheimer Mountainbike-Rennen

Wer vorne ist, schluckt weniger Staub

Es war schon das achte Mountainbike-Rennen der SKG Bauschheim und doch eine Premiere. Zum ersten Mal richtete der Verein den Wettbewerb auf dem Gelände des Off-Road-Zentrums Rhein Main aus.

„Papa komm, jetzt holst du ihn dir wieder“, feuert der elfjährige Noah Leinberger seinen Vater an. Er hat zusammen mit seinem Kumpel Marlon an einer Stelle mitten auf dem weitläufigen Renngelände Stellung bezogen.

Hier, direkt hinter einem steilen Anstieg, kommt sein Vater nun zum zweiten Mal vorbei. Sieben Runden müssen die Hobby-Fahrer absolvieren, mit jeder Runde wird es härter, den Anstieg zu meistern. Mehr und mehr Fahrer entscheiden sich für den sogenannten „Chicken Way“, einen etwas weniger steilen kleinen Umweg.

Insgesamt neun Rennen stehen an dem Tag auf dem Programm, von morgens 10 Uhr bis abends 18 Uhr folgt ein Start dem nächsten. Noah hat sein Pensum schon absolviert. Er ist sowohl im Eliminator-XCE-Sprint als auch im Cross-Country-Rennen in seiner Altersklasse angetreten und hat jeweils den dritten Platz belegt.

„Ich fahre gerne Mountainbike, und ich gewinne gerne“, sagt er. Aber zum erfolgreichen Fahren gehört mehr dazu. „Vier mal die Woche ist Training“, berichtet der Jugendliche. Unter anderem fahre er zweimal in der Woche mit seinem Vater eine 20-Kilometer-Runde. „Mein Vater hat angefangen, weil er abnehmen wollte, ein Jahr später bin ich dazu gekommen“, verrät der Fünftklässler. Die Schule komme deshalb aber nicht zu kurz, versichert er. Sein Freund Marlon, der wie Noah beim HWG Gedern trainiert, sei zwar schneller als er, dafür aber technisch etwas schlechter. „Ich trainiere ihn jetzt“, verkündet der Jugendliche, und beide Jungen grinsen.

Die Pause nach dem Rennen nutzen die beiden, um zurück zum Startplatz zu kommen. Die steile Treppe abwärts meistert Noah problemlos mit dem Rad, was bei allen Nicht-Rad-Sportlern den Atem stocken lässt.

„Die Strecke hier ist natürlich viel anspruchsvoller als unsere frühere Streckenführung an der Sporthalle“, erklärt Gerhard Pogarell, Abteilungsleiter Radsport bei der SKG Bauschheim. Es gebe jetzt weit mehr Rampen und Abfahrten als bisher. Das Gelände ist erstaunlich weitläufig und mit vielen Büschen und Bäumen bepflanzt. Das Rennen ist offen für Hobby- und Lizenzfahrer, rund 200 Radsportler sind der Einladung nach Bauschheim gefolgt. „Auch Oberbürgermeister Bausch war heute früh hier und hat unser großes Engagement sehr gelobt“, berichtet Pogarell.

Oft seien ganze Familien im Verein aktiv, sagt er. Der Andrang sei so groß, dass Interessenten meist erst einmal auf einer Warteliste landeten. „Wir wollen natürlich jeden gerne aufnehmen, aber wir brauchen ja auch die Leute, die die Gruppen leiten“, erklärt der Vorsitzende Pogarell.

Den Vivactiv Mountainbike Cup Rhein-Main haben die Bauschheimer mit ins Leben gerufen. Fünf Rennen finden im Jahr statt, eines davon in Bauschheim, die anderen bei befreundeten Vereinen.

Am Start versammeln sich jetzt die Lizenz-Fahrer zum letzten Kräftemessen des Tages. Aus den Boxen dröhnt Musik. Der Stadion-Hit „Seven Nation Army“ von den White Stripes heizt die Stimmung an. Das Publikum zählt von zehn runter, dann peitscht der Startschuss durch die Luft, und rund 20 Fahrer stürmen los. „Tretet in die Pedale, wer vorne ist, schluckt weniger Staub!“, ruft der Moderator hinterher.

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