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Wer die Grippe oder einen grippalen Infekt hat, muss sich auskurieren.

Gesundheit

Rüsselsheim: Wartezimmer der Hausärzte sind überfüllt

Die Grippewelle ist wieder im Rollen. Auch in Rüsselsheim sind die Wartezimmer der Allgemeinmediziner voll und überfüllt mit Schnief- und Triefnasen. Das GPR-Klinikum vermeldet ebenfalls einen vermehrten Ansturm von Betroffenen.

Wenn das Fieber auf über 40 Grad steigt und sich dazu Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Halsschmerzen einstellen, ist schnelles Handeln gefordert. Denn das sind die typischen Anzeichen einer tatsächlichen Grippe – nicht zu vergleichen und zu verwechseln mit einer starken Erkältung oder dem berühmt-berüchtigten „Männerschnupfen“. Eine Grippe darf keiner auf die leichte Schulter nehmen, denn sie kann besonders bei einem geschwächten Immunsystem tödlich verlaufen.

Wie immer um diese Jahreszeit rollt auch jetzt wieder eine Grippewelle durch das Land und macht auch vor Rüsselsheim nicht halt. Die Wartezimmer der Allgemeinmediziner sind voll, zum Teil auch überfüllt. Und darauf berufen sich die Sprechstundenhilfen, wenn es um eine Stellungnahme für diese Zeitung geht, für die kaum ein Arzt Zeit hat.

Jetzt besonders anfällig

Dr. Kamal Eslam nimmt sich für eine kurze Stellungnahme dennoch ein paar Minuten, auch wenn das Wartezimmer seiner Praxis seit einigen Tagen ebenfalls ständig mit Patienten belegt ist. „Die meisten Patienten haben eine starke Erkältung. Wir hatten aber auch schon Grippefälle mit den entsprechenden Symptomen“, bestätigt der Mediziner, der in diesem Zusammenhang auf die ebenfalls nicht zu unterschätzende Gefahr einer Lungenentzündung hinweist.

„Aktuell bemerken wir seit ungefähr zwei Wochen einen deutlichen Anstieg von Patienten mit klinischen Zeichen einer Grippe“, teilt Oberarzt Dr. Marco Renth, stellvertretender Leiter der Notaufnahme des GPR-Klinikums, auf Nachfrage mit.

Dies führe zu einer deutlich gesteigerten Inanspruchnahme der sowieso schon rege genutzten GPR-Notaufnahme. Unter den Betroffenen seien auch schon einige isolationspflichtige Patienten gewesen. „Allerdings haben wir bei weitem noch nicht die Verhältnisse der letztjährigen schweren Grippewelle erreicht“, erinnert Renth an 2018, als es deutschlandweit laut Bericht der Ärztezeitung zu mehr 1600 Todesfällen kam.

Dass es immer im sogenannten Hochwinter zu Grippewellen kommt, kann Dr. Eslam schnell erklären. „Jetzt nach den vielen Wochen der kurzen Wintertage mit wenig Sonne ist der Körper am anfälligsten.“ Hinzu kommt im Rhein-Main-Gebiet der Faktor Fastnacht, bei der viele Menschen „naturbedingt“ auf engstem Raum in Kontakt kommen.

Gefahr beim Schunkeln

Im närrischen Trubel beim Schunkeln, Umarmen und Küsschengeben ist die Ansteckungsgefahr weitaus größer als beispielsweise im Großraumbüro. Selbstverständlich könne der Mensch auch im Hochsommer an einer Grippe oder einer starken Erkältung erkranken, so Dr. Eslam weiter. „Im Sommer jedoch ist das menschliche Immunsystem in der Regel besser gegen eine Ansteckung gewappnet.“

Noch ist es nicht zu spät, sich gegen Grippe impfen zu lassen, was besonders älteren Menschen geraten wird. Allerdings dauert es bis zu zwei Wochen, bis der Impfstoff seine Wirkung verbreitet hat. Doch vielerorts wird der Impfstoff knapp. „Wir haben noch ein kleines Kontingent an Impfstoffen“, erläutert Dr. Eslam.

von RALPH KEIM

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