Weinlese an der Frankfurter Straße

Warum 2016 ein gutes Jahr für den Rüsselsheimer Riesling wird

Ein gutes Jahr wird 2016 für die Rieslinglese auf dem Weinberg an der Frankfurter Straße. Am Donnerstag trafen sich die Rüsselsheimer Winzerfreunde zur gemeinsamen Weinlese.

„Wir haben ein Problem“, scherzt Albrecht Schmidt, Vorsitzender der Winzerfreunde, und deutet auf die Erträge der Weinlese auf dem historischen Weinberg mitten im Herzen Rüsselsheims. „Wir haben keine Schlechten.“ Und richtig, wie gemalt sehen die Trauben aus, die von den rund 20 fleißigen Helfern per Hand am Donnerstagnachmittag geerntet werden. Nach Absprache mit dem Weingut Künstler in Hochheim, das sich, wie bereits seit vielen Jahren, um die Herstellung des Rüsselsheimer Rieslings kümmert, wurde der Tag der Lese auf den 6. Oktober festgelegt, da die Wahrscheinlichkeit groß sei, zu einem späteren Zeitpunkt mit Regen rechnen zu müssen. Entgegen dem Vorjahr, wo ein großer Teil der Trauben von Fäulnis befallen war und daher der Jahrgang 2015 als Spätlese ausgebaut wurde, erreicht der Jahrgang 2016 keine so hohe Oechslezahl. Die Messung ergab einen Wert von 90. Mengenmäßig wird der Wein aber auf jeden Fall die 300-Liter-Grenze überschreiten, sind sich Albrecht Schmidt und Herbert Eberts sicher.

Später Frost und vor allem ein Hagel im Juni, der in Teilen Rüsselsheims die Apfelernte stark reduzierte, schadete den Trauben nicht, da sie zu diesem Zeitpunkt noch zu klein waren, um zerhagelt zu werden, so die Theorie von Herbert Eberts, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Winzerfreunde.

Auch habe man in diesem Jahr auf die Entblätterung der Rebstöcke verzichtet und daher keine Netze anbringen müssen, um die Trauben vor Vögeln zu schützen. Die Blätter halfen auch dabei, Schaden von den Trauben fernzuhalten. Von Vogelfraß und Hagelschlag verschont sind die Trauben so süß, dass man sie direkt essen könnte. Doch dafür sind sie zu schade, soll doch aus ihnen ein weiterer Jahrgang Rüsselsheimer Riesling entstehen. Vereinzelt finden sich auch vertrocknete Beeren an dem einen oder anderen der 275 Rebstöcke. Doch die meisten Stöcke hängen voll goldgelber Trauben. Am kommenden Sonntag können die Besucher des verkaufsoffenen Sonntags in Rüsselsheim am Weinstand der Winzerfreunde den Riesling der Vorjahre probieren. Wo genau der Weinstand, der während des verkaufsoffenen Sonntags sonst immer auf dem Friedensplatz war, in diesem Jahr zu finden sein wird, wussten die Vorsitzenden noch nicht genau zu sagen.

Welcher Künstler das Etikett für den Jahrgang 2016 gestalten wird, steht derzeit auch noch nicht fest. Jedoch plane man, so Schmidt, für den Hessentag eine Spezialedition herauszubringen, die aus Rüsselsheimer und Hochheimer Trauben hergestellt werden soll.

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