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Warum ist Desinfektion so wichtig?

Die ständige Desinfektion der Hände sollte in jedem Krankenhaus im Vordergrund stehen – sowohl für das Personal als auch für die Patienten und deren Besucher. Am Klinikum wurde demonstriert, wie wichtig es ist, dies zu beherzigen.

Ines Förster streift zwei Einweghandschuhe über, die Christoph Sebastiany mit roter Lebenmittelfarbe einschmiert. „So, und jetzt bitte die Handschuhe vorsichtig ausziehen und im Mülleimer entsorgen“, fordert der Fachberater für Desinfektion die GPR-Mitarbeiterin auf. Obwohl Ines Förster die beiden Handschuhe mit spitzen Fingern abstreift als würde sie eine wertvolle chinesische Ming-Vase abstauben, ist es für das bloße Auge sofort erkennbar: Die rote Farbe hat bei ihr an den Händen und Unterarmen Spuren hinterlassen. Kleine Spuren zwar, aber sie sind da.

„Mit der roten Farbe simulieren wir die Kontamination mit Bakterien, Viren und Keimen“, erläutert Fachmann Sebastiany. „Auch wenn man die Handschuhe noch so vorsichtig abstreift, bleiben immer eben noch Bakterien, Viren und Keime zurück.“ Das wäre in einer Klinik fatal. „Menschen mit einem gesunden Immunsystem werden damit fertig, Menschen mit einem schwachen oder angegriffenen Immunsystem dagegen nicht“, ergänzt Doris Seidl, staatlich anerkannte Hygienefachkraft beim GPR und damit an der Klinik unter anderem dafür verantwortlich, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden.

Und dazu zählt auch die ständige Desinfektion der Hände. Und das muss nicht nur dem Personal in Fleisch und Blut übergehen wie das rechtzeitige Hoch- und Herunterschalten beim Autofahren. Die Patienten und deren Besucher werden überall im GPR-Klinikum ebenfalls auf die Notwendigkeit der Desinfektion der Hände aufmerksam gemacht.

Vor diesem Hintergrund machte gestern auf dem GPR-Gelände ein Infomobil Station, in dem erläutert wurde, warum die Desinfektion so wichtig ist, wie sie fachmännisch vorgenommen wird und warum einfache Seife nicht ausreicht. „Beim Händewaschen mit Seife werden allenfalls 15 Prozent der Viren, Bakterien und Keime entfernt“, erläuterte Fachmann Sebastiany, dessen Arbeitgeber, die Paul Hartmann AG, das Infomobil im Rahmen der „Aktion saubere Hände“ auf Tour quer durch die Republik schickt.

Professionelles, auf Alkohol basierendes Hände-Desinfektionsmittel, wie es auch für Privatpersonen in jeder Apotheke erhältlich ist, töte nahezu alles ab, ohne dabei die Haut zu schädigen. „Für die besonders aggressiven Viren wie den Norovirus sind allerdings spezielle Mittel notwendig.“

Bei Patienten und GPR-Besuchern stieß das Infomobil ebenfalls auf großes Interesse. „Bei einem gesunden Menschen ist es allerdings nicht notwendig, dass er jetzt von Seife auf Desinfektionsmittel umsteigt“, relativierte GPR-Fachfrau Seidl. „Auch halte ich es nicht für notwendig, dass Kinder mit Desinfektionsmitteln aufwachsen.“

Nichtsdestotrotz strebe das GPR-Klinikum an, im Bereich Hände-Desinfektion vom aktuellen Bronzestatus zu Silber aufzusteigen. „Dies wird uns gelingen, wenn wir den Verbrauch an Desinfektionsmitteln entsprechend steigern“, erklärte Doris Seidl. Denn in dieser Hinsicht kann sie sich sicher sein: Ein Hinweis oder gar eine Anordnung der Geschäftsleitung, man möge doch bitte bei den Desinfektionsmitteln sparen, werde es nicht geben.

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