Die Stadt ist mit der Entwicklung und Vermarktung des Gewebegebietes Blauer See zufrieden. foto: koslowski
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Die Stadt ist mit der Entwicklung und Vermarktung des Gewebegebietes Blauer See zufrieden.

Gewerbegebiet

Was am Blauen See alles geplant ist

Ein Spezial-Logistiker errichtet eine temperierbare Halle als Lager für Pharma-Produkte und Lebensmittel. Der Lkw-Verkehr soll sich in Grenzen halten.

Königstädten -Im Gewerbegebiet Blauer See sind bereits seit einiger Zeit Bautätigkeiten zu beobachten. Da ist freilich zum einen der neue Standort für den Edeka-Markt am Ortseingang in der Bensheimer Straße. Da sind aber auch die Expansionsvorhaben der Firmen KD Überdachung und Heicon Properties.

Heicon baue als Investor eine 1000 Quadratmeter große Halle und auf 460 Quadratmetern ein Gebäude für Büroräume, berichten die Geschäftsführer Thomas Heiler und Robert Mattern.

Die Halle werde an die Logistiker Cargo Movers, Air Sea Foods und Timelog24 vermietet. Heiler und Mattern sind auch Geschäftsführer von Cargo Movers. Die drei Logistiker wollen an dem neuen Standort pharmazeutische Produkte und Lebensmittel zwischenlagern. Die Büros würden von Air Sea Foods und Timelog24 angemietet. Die drei Firmen sitzen bereits in der Lise-Meitner-Straße.

Das neue Gebäude entsteht weiter südlich in der gleichen Straße. Die Disposition von Cargo Movers verbleibt am aktuellen Standort, sie übernimmt zudem die Büroräume von Air Sea Foods.

Von 25 Grad bis zum Tiefkühlen

Derzeit betreiben die Firmen nur eine kleine eigene Halle, mieten sonst andere Hallen an. Die beiden Geschäftsführer informieren, dass die Unternehmen gerne eine eigene temperierbare Halle betreiben und zudem als in der Luftfracht tätige Logistiker ein eigenes Röntgengerät unterhalten wollten.

Die neue Halle hat drei Zonen mit einer Temperatur von 25 Grad Celsius bis auf Tiefkühl-Temperatur. Mit dem Röntgengerät werden Verpackungen nach verbotenen Gütern durchleuchtet, beispielsweise ob sich nicht angemeldetes explosives Material in den Kartons befindet. Bisher mussten Röntgengeräte bei Fremdanbietern kostenpflichtig genutzt werden. Zudem seien die Firmen mit einem eigenen Gerät zeitlich unabhängiger.

Auf den Lkw-Verkehr angesprochen, sagen Heiler und Mattern, dass dieser keine große Rolle spielen würde, weil die Halle im Blauen See kein Umschlagplatz sei. Werde die Halle aktuell von maximal zehn Lastwagen angesteuert, würden sie mit dem Neubau mit maximal fünf weiteren Brummis rechnen. Zudem würden sie in einer tiefer gelegenen Garage an lärmgeschützten Stationen be- und entladen.

Halle und Büros sollen im Herbst in Betrieb genommen werden. Die Stadt zeigt sich mit dem Vermarktungsstand zufrieden. Alle städtischen Grundstücke seien veräußert. Aktuell befindet sich nur noch ein privates Grundstück mit 5600 Quadratmetern in der Vermarktung. Zudem sind die Flächen zumindest in der Vorbereitung beziehungsweise in der Planung für Bauvorhaben, wie beispielsweise eine Erweiterung des Hyundai Motor Europe Technical Centers in der Lise-Meitner-Straße.

Entwicklung seit den 1990ern

Das Gewerbegebiet Blauer See mit einer Bruttobaufläche von 270 000 Quadratmeter befinde sich seit den späten 1990er Jahren in der Vermarktung, heißt es aus dem Rathaus. Damals habe man gehofft, große Büroflächen realisieren zu können. Der damalige Trend habe sich indessen nicht realisiert. Deshalb sei 2009 ein neuer Bebauungsplan beschlossen worden, mit dem teure Vorgaben für beispielsweise Tiefgaragen und Dachbegrünung aufgegeben worden seien.

Angesiedelt seien heute unter anderem Automotive-Unternehmen, Logistik, digitale Wirtschaft, aber auch ein Druckzentrum. Logistik ist im Gewerbegebiet Blauer See also nicht grundsätzlich ausgeschlossen, wie an den Spezial-Logistikern Cargo Movers, Air Sea Foods und Timelog24 deutlich wird.

Allerdings schreibt der Bebauungsplan Grenzen wegen der nahen Wohnbebauung und Grenzen für Lärmwerte vor: Die Grundstückszuschnitte und Grundstücksgrößen sind nicht für die klassischen Groß-Logistiker und die für deren Betrieb notwendigen Hallen geeignet. Rüdiger Koslowski

In einer tiefer gelegenen Garage sollen die Lastwagen möglichst geräuscharm entladen, sagen Robert Mattern (links) und Thomas Heiler.

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