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Am neuen Hallenbad wird unter anderem die zu geringe Wassertiefe kritisiert. An einer Seite beträgt sie nur 1,3 Meter.

Lachebad

Wasserball-Wettkämpfe im Neubau nicht möglich

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Im neuen Lachebad ist das Hauptbecken an einer Seite nur 1,3 Meter tief. Deshalb kann dort kein Wasserball gespielt werden. Für Vereinsschwimmer ist das seichte Wasser ebenfalls problematisch.

Joachim Schellenberger ist sauer. Seit 40 Jahren lebt er in Rüsselsheim. Aufgewachsen ist er in der ehemaligen DDR. Dort galt Schellenbergers Leidenschaft dem Wasserball. Bis in die Jugendnationalmannschaft schaffte er es. Sein Ärger gilt dem neuen Hallenbad an der Lache und dem Umstand, dass dort an Wasserball-Wettkämpfe nicht zu denken ist.

Der Grund: Auf einer Seite ist das Hauptbecken nicht tief nicht genug. An der seichtesten Stelle beträgt sie nur 1,3 Meter, was einen regulären Spielbetrieb unmöglich macht. Deshalb tragen die Wasserballer des Rüsselsheimer Schwimmclubs ihre Spiele in der kalten Jahreszeit ausschließlich auswärts aus. Schellenberger, selbst kein Club-Mitglied, findet angesichts dessen deutliche Worte für das Rüsselsheimer Bad. Dieses sei nichts weiter als ein Discount–Schwimm–und-Planschbecken. „Diese 25-Meter-Pfütze“, echauffiert Schellenberger sich, sei eine „eindeutige Fehlkonstruktion“.

Bei seiner Kritik denkt Schellenberger nicht nur an die Wasserballer. Trainierende Schwimmer würden im Flachwasserbereich bei der üblichen Saltowende mit dem Kopf auf den Boden schlagen. Ferner könnten Kinder wegen fehlender Sprungtürme im neuen Bad kein Freischwimmer-Abzeichen erwerben.

Kritik am Lachebad kommt ebenfalls vom Rüsselsheimer Schwimmclub selbst. Das Bad sei für den Wasserball-Sport völlig ungeeignet, macht Schatzmeisterin Birgit Steinborn deutlich, die für die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung sitzt. Im alten Freibad an der Lache seien die Bedingungen dank der Traglufthalle im Sommer wie im Winter ideal gewesen.

Erst wegen der Traglufthalle seien nach langer Zeit überhaupt erst wieder ein offizieller Spielbetrieb in Rüsselsheim möglich geworden. Denn bereits im alten Hallenbad, darauf weist Steinborn hin, habe eine unterschiedliche Wassertiefe den Sportlern Probleme bereitet. Die Gelegenheit, den Sportlern endlich wettkampftaugliche Bedingungen zu bieten, sei mit dem Bau des neuen Hallenbads verpasst worden. Nun hoffe man auf das neue Freibad, das gerade entsteht. Wenigstens dort sollten dann im Sommer wieder Heimspiele ausgetragen werden können.

Das Hallenbad indes sei eigentlich auch für die Vereinsschwimmer ungeeignet. Wettkämpfe seien nur wegen einer vom Verband erteilten

Sondergenehmigung

möglich. „Die sind froh, dass überhaupt noch Hallenbäder gebaut werden“, lautet Steinborns Kommentar dazu. Seine Tauglichkeit für Schwimm-Wettkämpfe muss das Lachebad erst noch unter Beweis stellen.

Die erste offizielle Veranstaltung dort ist am 20. Oktober die Kreismeisterschaft für die Jahrgänge 2010 und älter. Ursprünglich hätten die Kreismeisterschaften schon im Frühling stattfinden sollen. Damals fehlte es im Bad jedoch noch an der für Wettkämpfe nötigen Ausstattung.

Die Stadt, die das Lachebad betreibt, war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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