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Mit einer Hand den Ball werfen und fangen ist gar nicht so einfach.

Max-Planck-Schüler beim Schnuppertag

Wasserballer suchen Nachwuchs

Die Wasserballer vom Rüsselsheimer Schwimm-Club suchen Nachwuchs. Die Max-Planck-Schule schickte ihre Sechst- und Neuntklässler zum Schnuppern.

Zehn Minuten bleiben noch von der Sportstunde. Die Schüler der Max-Planck-Schule (MPS) packt sofort der Ehrgeiz. Sie geben keinen Ball verloren. Wer die Kugel erobert hat, wirft sie in Richtung Tor und schwimmt hinterher.

Magnus Schäfer vom Rüsselsheimer Schwimm-Club (RSC) dirigiert die Horde im Wasser. „Pass mal“, „Schwimm Dich frei“, schallen seine Anweisungen über das Becken der Traglufthalle. „Bei dem vollen Feld ist es schwierig“, zeigt er allerdings auch Verständnis für das wilde Treiben. Eigentlich bilden sechs Spieler und ein Torwart eine Wasserballmannschaft. Jetzt jagen aber rund 20 Mädchen und Jungen dem Ball hinterher. Die weißen Badekappen gewinnen am Ende gegen die schwarzen mit 4:2. Die Wasserballabteilung des RSC stellte den sechsten und neunten Jahrgangsstufen der MPS ihre Sportart vor. Denn sie will ihren Nachwuchs weiter ausbauen.

Nachdem die Stadt vor vier Jahren das Hallenbad geschlossen hat, verlor die Abteilung rund drei Viertel ihrer Mitglieder, berichtet Trainer Martin Steinborn. Allerdings zählen die Wasserballer mit 25 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen jetzt schon mehr als vor der Schließung. Dennoch will die Abteilung den U15-Bereich stärken und Nachwuchs aufbauen, um beizeiten die Ü15-

Mannschaft auffüllen

zu können.

Die Schulen anzuschreiben, schien ein probates Mittel zu sein, um Werbung für den Wasserballsport zu betreiben. Die MPS habe als erstes auf das Angebot geantwortet, sagt der 20 Jahre alte Trainer. Abgesehen davon sind es nur wenige Meter von der Schule bis zur Schwimmhalle.

Die neunte Jahrgangsstufe durfte in den vergangenen Tagen starten. Allerdings nimmt Steinborn kein Blatt vor den Mund und sagt: „Die sind in der Null-Bock-Phase oder schon bei anderen Vereinen.“ Aber weil die Wasserballstunde mit den 14 bis 15 Jahre alten Jugendlichen Spaß gemacht hat, wollte der RSC sein Glück noch mal bei jüngeren Kindern versuchen. „Die sind gerade dabei, sich selbst zu entdecken“, meint der Trainer.

Also hieß es für die Sechstklässler, ab in das Wasser und ran an den Ball. Es herrschte ein riesiges Getümmel und wildes Gespritze im Wasser. Angesichts der fröhlichen Gesichter dürfte sich die Wassersportabteilung vor neuen Mitgliedern kaum retten können.

Zuerst sollten die Kinder das Gefühl kennenlernen, im Wasser einen Ball zu werfen. Das macht doch jedes Kind im Sommer im Schwimmbad! Ja, aber nicht unbedingt mit einer Hand fangen und werfen. Denn das ist die große Herausforderung beim Wasserball.

Die Wasserballsportler vom RSC machen es den Schülern aber erst einmal einfach. Sie dürfen sich den Ball im Nichtschwimmerbereich zuwerfen. Denn eigentlich dürfen die Spieler im Wasser nicht stehen, erklärt Steinborn. Wer bei den Wasserballsportlern einsteigen möchte, muss übrigens nicht zwingend schwimmen können, weil die Abteilung auch einen Schwimmkurs anbietet.

Wie anstrengend der Sport tatsächlich ist, erleben die Kinder beim Abschlussspiel. Zumindest die Schüler, die bereits schwimmen können, denn sie gehen im tiefen Schwimmerbereich auf Torejagd.

Die MPS nahm das Angebot des RSC gerne an. „Viele Schüler haben noch keine Hobbys“, weiß Sport- und Mathelehrer Axel Fitterer. Außerdem können viele Kinder, übrigens in allen Jahrgangsstufen, nicht schwimmen. Schwimmtraining und Mannschaftssport können beim Wasserball verbunden werden.

Der elfjährige Emirhan kann schon schwimmen und geht auch oft ins Schwimmbad. Für ein kurzes Gespräch mit dem Echo verlässt er schnell das Becken. „Das ist toll, das ist mal was anderes“, ist er begeistert vom Wasserball. „Ich kann mir vorstellen, das auch im Sportverein zu machen“, sagt er, springt ins Wasser und stürzt sich ins Getümmel.

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