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Sie ist dabei: Hala Youssef macht mit einem Wattestäbchen einen Wangenabstrich.

Stammzellenspende

Viele Heisenberg-Schüler machen bei der Aktion gegen Blutkrebs mit und lassen sich registrieren

Die Werner-Heisenberg-Schule führt eine Typisierungsaktion für mögliche Stammzellenspender durch. Die Wattestäbchen reichten für alle, denn die Bereitschaft zu helfen war groß.

Ein Smartphone taugt nicht nur zum Telefonieren und Chatten. Es hat auch eine Stoppuhr. Jessica Afonsos Smartphone liegt auf dem Tisch, sie stoppt die Zeit von. Genau eine Minute muss Hala Youssef mit jeweils einem der drei Wattestäbchen einen Wangenabstrich machen.

Hala Youssef nimmt an der Typisierungsaktion für Stammzellenspender der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) an der Werner-Heisenberg-Schule teil. Der Raum vor der Aula ist gerammelt voll. Die DKMS habe mit etwa 100 Schülerinnen und Schüler gerechnet, berichtet die ehrenamtliche Mitarbeiterin Tanja Ginkel. Schon ihren Vortrag in der Aula verfolgen rund 250 Schülerinnen und Schüler.

Anderen helfen

Hala Youssef kannte jemanden, der an Blutkrebs gestorben ist. Das machte sie sehr betroffen. „Es ist wichtig, anderen Menschen zu helfen“, sagt sie. Sie hatte zuvor gar nichts von einer Typisierung gewusst und fand die Informationen von Ginkel sehr interessant.

Die Initiative für die Aktion hatte Lehrer Veit Hüffermann ergriffen. Ein befreundeter Kollege an einer Schule hatte ihm von einem Krankheitsfall in der Familie erzählt, in Hüffermanns eigenem Freundeskreis war ebenfalls jemand an Blutkrebs erkrankt. Der Kollege hatte eine Registrierung an seiner Schule initiiert. „Warum machen wir das nicht auch an unserer Schule“, habe er sich gedacht, so Hüffermann. Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass auch eine Schülerin der Heisenberg-Schule an Blutkrebs erkrankt ist.

Der stellvertretende Schulleiter Thomas Hoffmann freut sich über den Andrang. „Die Schüler übernehmen Verantwortung“, stellt Schulsprecher Fabian Budde fest.

3000 Schüler besuchen die Berufliche Schule. Rund 100 junge Leute wurden registriert, für 30 weitere waren keine Stäbchen mehr vorhanden, die Schule will für sie noch welche bestellen. Für Ostern wird eine weitere Aktion angestrebt.

Alter ist ein Hindernis

Tanja Ginkel nimmt den Zuspruch sehr positiv auf. An Schulen Typisierungsaktionen durchzuführen, hat ein Hindernis, denn die Spender müssen mindestens 17 Jahre alt sein. Deshalb besucht die DKMS eher Berufsschulen.

Die DKMS hat acht Millionen Spender registriert. Weltweit und andere Organisationen eingerechnet, gebe es 30 Millionen mögliche Spender. Was aber nur auf den ersten Blick viel erscheine. Denn die Gewebemerkmale der Körperzellen des Patienten und des Spenders müssen möglichst identisch sein. Es gibt jedoch mehr als 10 000 Ausprägung und rund 50 Millionen Kombinationsmöglichkeiten der Merkmale.

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