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Symbolträchtiges auf dem Andachtstisch in Königstädten: Die Bibel, slowenischer Wein und Honig, Brot, ein Lavendelzweig und die rote Nelke der Solidarität stehen für die Verbundenheit mit dem Gastland.

Kirchengemeinden

Zum Weltgebetstag feiern die Rüsselsheimer auf vielfältige Weise – Gastland ist Slowenien

Der Weltgebetstag am 1. März ist die größte Basisbewegung christlicher Frauen. Frauen aus Slowenien gaben diesmal die Liturgie des Gottesdienstes mit Liedern und Gebeten um Frieden und Gerechtigkeit vor. Auch in den Rüsselsheimer Gemeinden wurde auf unterschiedlichste Weise gefeiert.

Mit herzlichem „Dober dan“ („Guten Tag!“) begrüßten sich am Freitag Frauen und Männer in den christlichen Gemeinden der Stadt zu einem besonderen Gottesdienst:

Die Tradition des Weltgebetstags der Frauen reicht bis 1880 zurück. 1927 waren es nordamerikanische Christinnen, die erstmals weltweit in heutiger Form zu Gebet und Frauensolidarität aufriefen.

Im Dekanat Groß-Gerau Rüsselsheim hatte Pfarrerin Claudia Weiß-Kuhl aus Gustavsburg zuvor den Vorbereitungstag organisiert, um die Liturgie aus Slowenien einzuüben. Bei unserer kleinen Presse-Rundreise durch Rüsselsheimer Gemeinden – 18 Gemeinden im Dekanat nahmen teil – betraten wir dann den festlichen Saal der katholischen Pfarrei Sankt Josef.

Konfessionsunabhängig

Mitorganisatorin Astrid Buchal erklärte: „Mir persönlich bedeutet der Weltgebetstag sehr viel. Die Konfession spielt keine Rolle und das macht ihn so wertvoll. Wir lernen jeweils ein Gastgeberland genauer kennen. Im Vorjahr war Surinam dran – wer kannte das schon?“

Astrid Buchal trug im Trio mit Christine Knoth und Birgit Bootz zur passenden musikalischen Untermalung bei. Mit dem Lied „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ eröffneten die rund 20 Besucher, die teils zur evangelischen Matthäusgemeinde gehörten, die Feier. Die Frauen des Organisationsteams stellten Frauen aus Slowenien in Sprechrollen vor: Wie Marjeta, Marija, Erna oder Natascha in Slowenien, einem der jüngsten und kleinsten Ländern der EU, leben, welche Nöte die ethnische Minderheit der Roma hat, was Frauen als Gastarbeiterinnen in der Fremde oder junge Frauen in Hinblick auf Gleichberechtigung erleben – all dies beleuchteten Zitate, flankiert von Fotos.

Unter dem Motto „Kommt, es ist alles bereit“, wechselten Gebete und Lieder ab, während auch die Tischdekoration bewundert wurde. Ein Bild der slowenischen Künstlerin Rezka Arnuš stand im Zentrum: In Naiver Malerei hat sie Symbole des Glaubens in den Reigen der Zusammenkunft aller Menschen, auch der Bettler und Blinden, eingeflochten.

Schließlich aber zog dann der Duft köstlicher Speisen durch den Saal: Slowenisches Festtagsgebäck, deftige Gulaschsuppe, Buchweizen-Salat, und Hochzeitsbrot wurden aufgetischt.

Lokale Spezialitäten

Auch im evangelischen Gemeindehaus Königstädten kam der Genuss slowenischer Gerichte nicht zu kurz: Martha Kraus vom Organisationsteam bewachte die Suppe auf dem Herd, während im Saal die feierliche Liturgie ihren Lauf nahm. Sie glich sich in allen Gemeinden und hatte doch jeweils eigenes Flair. Gut 60 Besucher, auch aus der katholischen Johannesgemeinde, nahmen teil, als Symbole des Glaubens und der Verbundenheit mit Slowenien auf den Andachtstisch gelegt wurden: Der Lavendelzweig für die herrliche Natur, der Honig für die traditionelle Bienenzucht sowie auch eine Bibel in slowenischer Übersetzung, das Salz des Lebens und das duftende Brot.

Bärbel Arnold-Ernst und Hildegard Wandt begleiteten die Lieder anmutig mit Piano und Flöte. Lebhaft wurde mitgesungen – auch von einer der wenigen jüngeren Besucherinnen, Kristina Hill, die mit ihrer Mutter dabei war. „Mich bewegt, dass all die Frauen weltweit für dieselben Anliegen beten, für Gerechtigkeit und Frieden“, sagte Gemeindepfarrerin Maria Heiligenthal am Rande.

Andächtig ging es zeitgleich auch in Bauschheim zu, wo die evangelische Pfarrerin Ellen Schneider-Oelkers und ihre Gemeinde gemeinsam mit den katholischen Christen von St. Michael feierten.

„Dieser Tag ist eine gute Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Uns wird bewusst, dass wir als Christen und Christinnen zur weltweiten Gemeinschaft gehören und dass die Aufgaben, vor denen Frauen in anderen Ländern stehen, gar nicht sehr anders sind als unsere“, sagte sie.

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