Konzert in Rüsselsheim

Wenn Kinder zur Band „Randale“ richtig abrocken

Kurz vor dem Ende des diesjährigen Kultursommers begeisterte „Randale“, die „Rockband für die ganze Familie“ ihr Publikum. Unter den kleinen Mitmachern waren jede Menge Fans der aus Bielefeld stammenden Musiker.

Bei Ballonkünstlerin Rita Wiebe hat sich eine lange Schlange gebildet. Schwerter und Hubschrauber, aber auch Kätzchen, denen sie schnell noch Augen und Schnurrhaare aufmalt gehören zu den mit Luft gefüllten Kunstwerken. Wie sieht es mit Autos, Lokomotiven, Nashörnern oder Hamstern aus? „Jetzt kann ich schon so viel“, stöhnt sie gut gelaunt. Aber bei diesen Motiven muss sie passen. Nur noch wenige Minuten, dann geht es auf der Bühne los.

Schon zum fünften Mal sind die Herren um Sänger Jochen Vahle in Rüsselsheim. Sie spielten schon im Theater, im Rind und in der Festung. „Im Rhein-Main-Gebiet sind wir mittlerweile echt oft“, sagt Vahle, der sich schon auf den Auftritt freut. Mehr als 100 Auftritte haben die Rockmusiker, die sich 2004 gründeten, bereits hinter sich. Kein Wunder also, dass sich im jungen Publikum jede Menge Fans finden, die nicht nur die Liedtexte auswendig mitsingen können, sondern auch Fan-T-Shirts tragen.

Die Pinkfarbenen sind für Mädchen, blaue für Jungs, und die echten harten Kerle tragen natürlich schwarze T-Shirts. Bereits beim ersten Song, einer Mischung aus rockigen Klängen und intelligentem deutschen Text, sind die Kids vor der Bühne aus dem Häuschen, reißen wie Sänger Vahle, der es ihnen vormacht, die Arme hoch und hüpfen und tanzen mit.

Und wer denkt, die Instrumente seien schon laut gewesen, der irrt. Denn Stimmungsmacher Vahle ruft: „Wir zeigen den Erwachsenen mal, was richtig laut ist“, um gleich darauf die Kinder aus voller Kehle schreien zu lassen. Und auch da machen alle mit, sodass es richtig laut wird. Doch die vier Rocker, Garrelt Riepelmeier am Schlagzeug, Marc Jürgen an der Gitarre, Christian Köhler am Bass und Sänger Jochen Vahle können sehr viel mehr. Auch Punk Metal, Reggae, Ska, Folk und Pop beherrschen sie.

So folgt ein Lied über „Kinderzimmerpunks“ gefolgt von einer Runde Metal oder auch ein Einhorn-Ska, bei dem sich alle den Finger an die Stirn halten, der das Horn des Einhorns darstellen soll. Und so lernen die Kids viel über Rock’n’Roll, wie man richtig bei einem „Moshpit“ mitmacht und wie man die Notrufnummer für die Feuerwehr mit den Fingern zeigt. „Moshpit“ bedeutet, dass die Zuschauer einen Kreis bilden, um gemeinsam springend und schubsend zu tanzen.

Zum Repertoire, das Randale am sonnigen Freitagnachmittag spielt, gehören auch Lieder der neuen CD „Randale im Krankenhaus –

Mutmachlieder

für kleine Patienten.“ Und für das Gefühl, das man hat, wenn man im Krankenhaus über Nacht bleiben muss oder sogar operiert wird, gibt es nur ein Wort: „Doof, doof, super doof, super doppelt dreimal doppelt doof.“ Das ist der Refrain beim nächsten Lied. Jedes Kind bekommt eine Postkarte mit dem Begriff und wann immer der Refrain gesungen wird, heben alle die Karte. Bei so viel Action sind die Kids nach dem Konzert ganz schön ausgepowert, haben aber eine komplette Ausbildung für das professionelle Auftreten vor der Bühne bekommen.

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