Kinderrechte

Wenn der Stromkasten zur bunten Plattform wird

Im Rahmen des Kultursommers wurde der erste von insgesamt zwölf Verteilerkästen zum Thema Kinderrechte beklebt. Kinder umliegender Kitas waren dabei.

Sie sind hellgrau und unscheinbar, zweckdienlich und sollen nicht weiter auffallen. Die Verteilerkästen der Stadtwerke bekommen nun aber eine besondere Aufgabe. Mit ihnen will der Kinderschutzbund auf Rechte von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen. Damit die einzelnen Rechte auch gut gesehen werden, forderte er Kitas und Schulen dazu auf, einzelne Rechte von Kindern durch selbstgemalte Bilder zu visualisieren. So entstanden viele bunte Gemälde. Diese wurden dann von der Beschriftungsfirma Pecos in Königstädten mit Sponsorenlogos und dem jeweiligen Namen der Schule oder Kita des Kindes, das das Bild gemalt hat, zu einer Bilderfolie verarbeitet, die auf den Verteilerkasten geklebt wird.

Das erste Kinderrecht, das am Montagmittag auf einem Verteilerkasten in der Gundbachstraße, Ecke „In den Keltersweiden“ aufgebracht wurde, zeigt eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind. Darüber steht: „Recht auf beide Eltern“. Was auf den ersten Blick normal wirkt, ist häufig ein Problem, weiß Ingrid Biedert vom Kinderschutzbund. Denn es kommt vor, dass ein Elternteil das Kind gar nicht sehen darf. Für das Kind, das beide Elternteile liebt, sei das ganz schrecklich.

Auch andere Kinderrechte erscheinen selbstverständlich: Das „Recht auf eine gewaltfreie Erziehung“, das „Recht auf Gesundheit“ oder das „Recht auf Bildung“. Doch die Realität sieht anders aus. 1979 wurde zum ersten Mal ein Jahr des Kindes ausgerufen. Heute ist die Kinderrechtskonvention 29 Jahre alt. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD ist die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz vorgesehen. Hinter der Konvention stehen unter anderen der Deutsche Kinderschutzbund, das Deutsche Kinderhilfswerk, der Deutsche Sportbund, Unicef und Terre des Hommes.

Ziel der Aktion auf den Verteilerkästen ist es, die Kinderrechte sichtbar zu machen und sie ins Gespräch zu bringen. Der Druck der Bilderfolien für zwölf Verteilerkästen wird aus dem Budget der Reihe „Kultur im Sommer“ finanziert. Reinigung, die Herstellung der Folie und das Bekleben kosten 300 Euro. Viele der von Kindern gemalten Motive haben noch keinen Verteilerkasten. Wer sich engagieren möchte, ob Firma oder privater Interessent, kann sich beim Kinderschutzbund unter der Telefonnummer (0 61 42) 5 22 02 melden. Das entsprechende Sponsorenlogo erscheint dann auf der Bilderfolie. Verteilerkästen gebe es noch genug, die als Fläche dienen können, bestätigt Jürgen Gelis von den Stadtwerken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare