Da staunte die Gärtnerin nicht schlecht, die Haselmaus wohl auch, die hier so frech durchs Loch im Nistkasten blickt. Übrigens ist sie gar keine Maus, sondern in Wahrheit ein nachtaktives Tier aus der Familie der Bilche. foto: privat
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Da staunte die Gärtnerin nicht schlecht, die Haselmaus wohl auch, die hier so frech durchs Loch im Nistkasten blickt. Übrigens ist sie gar keine Maus, sondern in Wahrheit ein nachtaktives Tier aus der Familie der Bilche.

Natur

Wer blinzelt denn da um die Ecke ?

Schöne Überraschung im Nistkasten von Echo-Leserin Heike Muster.

Rüsselsheim -"Ganz putzig schaute mich minutenlang die winzige Haselmaus mit ihren dunklen Äugelchen an. Als ich den Kasten geöffnet habe, ist sie von ihrem Blätternest gleich durch die runde Öffnung nach draußen geflüchtet. Aber dann hatte sie gar keine Panik", freut sich Heike Muster über den Fund. Inmitten einer 150 Meter langen Haselnusshecke, ihrer Lieblingsspeise, hängt ihr Kasten. Durch die Öffnung, die im Gegensatz zu einem Vogelnistkasten auf der Rückseite ist, passt ausschließlich dieses selten gewordene Tierchen.

Übrigens ist sie gar keine Maus, sondern ein nachtaktives Tier aus der Familie der Bilche. "Sie hat also auf unserer Streuobstwiese ein exklusives Domizil", schreibt Heike Muster in einer E-Mail an die Echo-Redaktion.

Auch alle Vogelnistkästen auf dem Gärtnereigelände der Familie Muster bei Königstädten waren im letzten Jahr besiedelt. Meistens hatten sich Meisen und Sperlinge dort ihre Nester gebaut. Die werden jetzt im Frühjahr herausgenommen, damit wieder Platz frei wird. Jede Art baut sich aus speziellen Materialien ihr Nest. So kann man an Moos, Blättern, Gras oder Federn im Kasten feststellen, wer dort im letzten Jahr gebrütet hat.

Die Vögel bedanken sich für die Gastfreundschaft, indem sie massenweise zum Beispiel die Raupen des Apfelwicklers, oft Obstmade genannt, fressen. "Deshalb können wir bis jetzt in den Februar noch leckere Äpfel aus eigener Ernte essen", berichtet Heike Muster.

Auch ein Gartenschläfer

Auch in einem Vogelnistkasten gab es eine besondere Überraschung. Dort lag in dichtem Moosbett ein Gartenschläfer noch in tiefem Winterschlaf. Nach dem Foto hat die Naturschützerin die Klappe gleich wieder verschlossen. Ob es echte Wohnungsnot war, warum der kleine Schlingel sich im Vogelnistkasten breit gemacht hat, weiß sie noch nicht. Sie hat nämlich auch fünf spezielle Kästen für die Gartenschläger aufgehängt.

Aber die werden vorerst noch in Ruhe gelassen, bis die kleinen Verwandten des Siebenschläfers mit der unverkennbaren 'Zorro-Maske' aufgewacht sind. Beim BUND läuft zurzeit ein Forschungsprojekt. Es soll herausfinden, warum der Lebensraum des kleinen Nagers in den letzten Jahren um die Hälfte geschrumpft ist. Dort wird sie auch diesen Fund melden, damit mehr über seine Lebensweise bekannt wird, um Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

"Es lohnt sich also für Mensch und Natur, dass in unserer Gärtnerei und bei der benachbarten "Solawi" nach Bioland-Richtlinien produziert, also keinerlei Gift gespritzt, wird. Die Menschen bekommen gesunde Nahrung. Tiere und Pflanzen, die durch chemische Landwirtschaft und den Rückgang ihrer Lebensräume bedroht sind, können überleben", sagt die Gärtnerin. red

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