Nachwuchs-Schachspieler werden mit Süßigkeiten belohnt

Werbung für den Denksport in Rüsselsheim

Fußball, Tanzsport, Basketball, Inliner-Skates und vieles mehr – die Sportmöglichkeiten für Kinder sind vielfältig. Schachspielen taucht da eher am Rande auf. Mit dem ersten Schülerschachturnier hat der Schachverein Werbung gemacht.

Das hat den Vorsitzenden des Schachvereins, Rainer Flecken, dann doch ein wenig überrasch. Denn die Zahl von 61 Teilnehmer beim ersten Rüsselsheimer Schülerschachturnier war durchaus erstaunlich. Zumal die Anmeldungen im Vorfeld eher etwas schleppend einliefen.

Am Samstag herrschte dann aber im großen Übungsraum im Treff beim Stadttheater richtig viel Betrieb. Während sich die Jungen und Mädchen der Jahrgangsstufen eins bis sieben ihre Züge überlegten, um ihre Gegner schachmatt zu setzen, hielten sich viele Eltern im Hintergrund auf. Flecken hatte die Mamas und Papas zuvor sicherheitshalber aufgefordert, Ruhe zu halten und ihren Kindern nicht in die Partie hineinzureden.

Also mussten ihre Sprösslinge ohne Hilfe Türme, Springer und Damen über das Feld ziehen. Die Uhren tickten unerbittlich. Die Blicke der Kinder waren unentwegt auf die Schachbretter gerichtet, die Köpfe rauchten, und die Konzentration war förmlich greifbar.

15 Minuten blieben jedem Spieler insgesamt pro Partie, um den König des Gegners auf das Brett zu legen. Die Teilnehmer spielten in den Altersgruppen U10, U12 und U14, rund 20 Kinder waren in der jeder Gruppe. Jeder Spieler hatte sieben Partien. Diese Anzahl reiche aus, um den besten Spieler zu ermitteln, erklärte Flecken.

Eine Urkunde und Süßigkeiten winkten allen Teilnehmern. Die ersten drei jeder Altersklasse erhielten einen Pokal: Niclas Neuberger (1.), Arthur Weidenkeller (2.), Marcel Le (3., alle U10), Jaden Puhlmann (1.), Kierran Reece Grainger (2.), Kevin Berk Cönert (3., alle U12), Dimitrios Tsigaropoulos (1.), Anna Grigoryan (2.), Ayman Azarfane (3., alle U14).

Von den rund zwölf Nachwuchsspielern des Gastgebers saßen vier Schüler an den Brettern. Die anderen fielen aus der Altersklasse oder waren aus Termingründen verhindert.

Clara Itterbeck hat sich erst im Sommer des vergangenen Jahres dem Verein angeschlossen. Die 13 Jahre alte Schülerin der Immanuel-Kant-Schule war als Grundschülerin der Albrecht-Dürer-Schule bei der Schach-AG von Gerhard Schäfer, Vereinsmitglied und Initiator des Turniers. „Ich hoffe, dass ich weit vorne lande“, war sie vor dem ersten Zug guter Dinge. Sie empfindet den Denksport als entspannend. Ihr gefällt es, sich Strategien zu überlegen.

Das Turnier sollte Werbung für den Schachverein sein. Die Voraussetzungen seien gar nicht so schlecht, stellte Flecken fest. An mehr als der Hälfte der Grundschulen und auch an Gymnasien gebe es Schach-AGs. Neben der AG von Schäfer an der Dürer-Schule ist der Verein noch mit Flecken selbst am Neuen Gymnasium und an der Eichgrundschule aktiv.

Es schnuppern zwar immer mal wieder Kinder in den Übungsbetrieb rein. „Aber wenn sie merken, dass man alles mit dem Kopf machen muss, verlieren viele die Lust“, hat er festgestellt.

Doch beim Schachspiel wird eben gerade das Gehirn gefordert. Die Spieler verbessern ihre Konzentration und üben das strategische Denken. „Sie müssen keine Mathefreaks sein, aber sie verbessern sich durchaus in diesem Schulfach“, meinte Flecken.

Und Schäfer ergänzte die Vorteile um die Förderung der räumlichen Vorstellungskraft, den Kampf auf der geistigen Ebene und die Stärkung der sozialen Kompetenz beispielsweise bei Niederlagen.

Till Pfannebecker spielt weder in einem Verein noch in einer AG. Er hat Schach in der Betreuung der Grundschule Königstädten kennengelernt und an der Schule ein Werbeplakat für das Turnier gesehen. „Ich denke gerne nach“, sagte er. Die Dame ist die Lieblingsfigur des Achtjährigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare