Viele Mitmachaktionen

Die Werkstätten für Behinderte in Königstädten laden zum Sommerfest ein

Enorme Besucherzahlen, traumhaftes Wetter und ein kunterbuntes Angebot waren beim Sommerfest der Behinderten-Werkstätten am Samstag zu finden. Zu den Höhepunkten gehörten die Darbietungen auf der Bühne und die vielen Mitmachaktionen, bei denen es jede Menge Preise zu gewinnen gab.

Bärbel trägt stolz ihre gefüllte Stofftasche über der Schulter. „Ich hab schon jede Menge bei der Tombola abgesahnt“, erklärt die Frau mit Behinderung und packt mit einem begeisterten Lächeln einen Bierkrug aus, den sie stolz herzeigt. Möglichkeiten, einen oder gleich mehrere Gewinne einzuheimsen, gibt es viele beim Sommerfest der Werkstätten für Behinderte Rhein-Main (WfB). Lang ist auch die Menschenschlange vor dem Glücksrad. Ein Stück weiter gibt es auch noch die Blumen-Tombola und überall Mitmachaktionen wie Fischeangeln oder auch Bogenschießen.

Uta Fischer und ihre beiden Mitstreiterinnen vom Angehörigen- und Betreuerrat der WfB Rüsselsheim/Königstädten bieten die Herstellung von Buttons mit selbstausgemalten Bildern an. Christine trägt ein hellblaues Spitzenkleid und malt gerade einen Vogel mit bunten Farben aus. Morgen hat sie Geburtstag und freut sich schon auf die Feier, zu der sie jeden einlädt. Die Aufgaben des Angehörigen- und Betreuungsrates liegen darin, eine Art Vermittler zwischen den Werkstätten und den Familien zu sein.

Als Beispiel nennt Uta Fischer, die Vorsitzende der im zweiten Jahr bestehenden Gruppe, Fragen, die sich um das Abholen und Bringen der Mitarbeiter der Werkstätten mit dem Bus drehen. Wir sind noch nicht so bekannt“, sagt Fischer. Daher ist sie zusammen mit Silvia Han und Anja Adam beim Sommerfest, um sich den Besuchern vorzustellen. Gegründet hat sich die Gruppe, weil ein Bedarf für kontinuierliche Ansprechpartner bei anstehenden Fragen vorhanden war.

Die Knirpse der WfB-Kita haben gerade ihren Auftritt und marschieren Hand in Hand zur Titelmusik von der „Sendung mit der Maus“ in Richtung Bühne. Später tanzt als eine von vielen Bühnenattraktionen die Behindertensportgruppe „In-Takt“ aus Groß-Gerau beschwingt trotz heißer Temperaturen.

Ganz neu dabei im Boot ist Markus Söhngen, der seit dem 1. Mai als neuer Werkstattleiter in den Werkstätten in Königstädten tätig ist und während des Festes vorgestellt wird. Er sei für die WfB ein großer Glückstreffer schwärmt Öffentlichkeitsbeauftragter Steffen Walther. Das sei so, weil er nicht nur fachlich, sondern auch menschlich bestens in die Arbeitsstruktur der Werkstätten passe. Auch Söhngen selbst, der den Verein als externer Sicherheitsingenieur kennen lernte, ist glücklich darüber, dort arbeiten zu können.

Der ausgebildete Maschinenbauingenieur aus Assla bei Gießen war sechs Jahre lang Werkstattleiter in einer anderen Einrichtung, bevor er in die Industrie wechselte. „Das Arbeiten mit Menschen mit Behinderung fehlte mir“, erklärt er. Denn das sei etwas ganz Besonderes. So richtig bewusst wurde ihm das, als er die Königstädter Werkstätte kennenlernte. Dass er täglich 100 Kilometer zu seinem neuen Arbeitsplatz fahren muss, ist für ihn nicht schlimm.

Und einen Tag arbeitet er auch von seinem Homeoffice aus. Das Sommerfest ist für ihn das erste am neuen Arbeitsplatz. Und statt zu feiern, macht der „Neue“ sich am Samstagmorgen erst einmal nützlich, indem er das Bühnendach montiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare