Stimmzettel zur Bundestagswahl am 26. September. Die heiße Phase des Wahlkampfs hat gerade begonnen, die Vorbereitungen zur Durchführung der Wahl bei der Stadt Rüsselsheim laufen schon viel länger. Immer noch werden allerdings Wahlhelfer gebraucht. FOTO: dpa
+
Stimmzettel zur Bundestagswahl am 26. September. Die heiße Phase des Wahlkampfs hat gerade begonnen, die Vorbereitungen zur Durchführung der Wahl bei der Stadt Rüsselsheim laufen schon viel länger. Immer noch werden allerdings Wahlhelfer gebraucht.

Bundestagswahl in Rüsselsheim

Wieder werden viele Briefwähler erwartet

  • Olaf Kern
    VonOlaf Kern
    schließen

Die Stadt rechnet mit insgesamt rund 20 000 Anträgen zur Briefwahl - dringend werden noch Wahlhelfer gesucht.

Rüsselsheim -Rund einen Monat vor der Bundestagswahl rechnet das Wahlamt der Stadt Rüsselsheim mit einer hohen Wahlbeteiligung. Für die Abstimmung am 26. September werden aber noch zahlreiche Wahlhelfer gesucht, Das teilte Rüsselsheims Wahlleiterin Trudi Hartung mit. Konkret fehlten noch 17 stellvertretende Wahlvorstände.

Vor allem erfahrene Personen wären dafür wünschenswert. Da es sich dabei meist um Menschen in einem Alter von 60 Jahren und älter handele, mache das die Suche nicht einfacher. Mitarbeiter der Stadt hätten bereits viele Bürger telefonisch abgefragt, jedoch lehnten viele eine Mitarbeit ab. Oftmals führten die Menschen die Corona-Pandemie und die mögliche Infektionsgefahr als Gründe an. "Das müssen wir natürlich akzeptieren", sagt Hartung.

Der Wahltag und vor allem die Auszählung am Abend dürften im Vergleich zu einer Kommunalwahl wie zuletzt im März "sehr flott" gehen, wirbt Hartung. Auszuzählen seien lediglich zwei Stimmen. Insgesamt werden 500 Helfer bei der Stadt für die Wahl gebraucht. Aktuell werden auch noch 60 Beisitzer gesucht.

Seit einer Woche können Briefwahlunterlagen bereits von den Bürgern beantragt werden. Dies ist im Übrigen unabhängig von den Wahlbenachrichtigungen möglich, die vielleicht erst jetzt oder später einträfen, da die Benachrichtigungen vom kommunalen IT-Dienstleister Ekom 21 verschickt würden.

1154 Briefwahlanträge liegen bereits bei der Stadt derzeit vor. Wahlleiterin Hartung rechnet aber noch mit einer erheblichen Steigerung. Am Ende geht man von rund 20 000 Briefwahlanträgen aus. Rund 38 000 Bürger sind insgesamt in Rüsselsheim aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Briefwahlbüro in der Rotunde

Beantragen kann man die Briefwahlunterlagen üblicherweise über die Internetseite der Stadt (auch über QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung), mit einer E-Mail an wahlamt@ruesselsheim.de inklusive Namen, Adresse und dem Geburtsdatum, oder indem man persönlich vorspricht. Ein Briefwahlbüro wurde eigens in der Rotunde des Rathauses eingerichtet, in dem man die Unterlagen beantragen und mitnehmen kann. Aber die Kreuzchen machen und den Wahlschein gleich da lassen, geht ebenfalls.

Geöffnet hat das Briefwahlbüro dienstags von 8 bis 12 Uhr, donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr. Bei Bedarf würden die Zeiten noch ausgeweitet, außerdem das Personal noch einmal aufgestockt. Warteschlangen vor der Tür sollen vermieden werden.

Eingeteilt ist das Gebiet der Stadt Rüsselsheim in 38 Urnenwahlbezirke und 19 Briefwahlbezirke (elf mehr als bei der jüngsten Wahl).

Änderungen ergeben sich allein nur für die Urnenwahlbezirke 8 und 9, die von der Werner-Heisenberg-Schule in die Sporthalle der Gustav-Heinemann-Schule verlegt wurden. Der Zugang ist über die Mittlere-Ramsee-Straße möglich. Entsprechende Hinweisschilder werde man am Wahltag noch aufstellen.

Nach dem Verdacht auf Wahlbetrug bei der zurückliegenden Kommunalwahl will die Wahlleitung in Rüsselsheim noch einmal für die Wahlhelfer bei der Briefwahl am Sonntag, 26. September, eine Stunde vor Arbeitsbeginn um 15 Uhr eine zusätzliche Schulung durchführen, um die Mitwirkenden auf mögliche neue Betrugsfälle aufzuklären und auf die Gefahren hinzuweisen.

Druckbuchstaben zulässig

In einigen Briefwahlbezirken hatte es im März Auffälligkeiten gegeben, die Anlass tiefergehender Untersuchungen und auch Gegenstand des später eingesetzten Wahlprüfungsausschusses waren. Zur Verwirrung hatte auch geführt, dass etliche Wahlscheine bei der Briefwahl mit Druckbuchstaben unterschrieben worden waren. Dies wird jedoch vom Landeswahlleiter auch als Unterschrift anerkannt, darauf weist Trudi Hartung hin.

Genau hinschauen sollen auch die Mitarbeiter bei der Abholung von Briefwahlunterlagen in der Rathaus-Rotunde. Auch da hatte es bei der Kommunalwahl im März Auffälligkeiten gegeben, die auf mögliche Wahlbetrugsversuche hinwiesen.

Die Kollegen seien geschult, die Vollmachten genau auf Echtheit der Unterschrift zu prüfen sowie bei bevollmächtigten Abholern von Wahlunterlagen Listen zu führen und sich Ausweise bei der Abholung zeigen zu lassen. Ein und dieselbe Person darf nicht mehr als vier Briefwahlunterlagen abholen, so ist es gesetzlich vorgeschrieben.

Anders verhält es sich bei der Beantragung von Briefwahlunterlagen über die Internetseite der Ekom. Da hat die Landeswahlleitung die Angabe der E-Mail-Adresse nicht mehr als auszufüllendes Pflichtfeld vorgesehen. Es wird somit immer unterstellt, dass es der einzelne Wähler persönlich war, der hier seine Unterlagen anfordert. ok

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare