Mit viel Augenmaß und großer Kontinuität führen sie die Winzerfreunde: Schriftführerin Sabine Hildebrand, Schatzmeister Horst Schneider, 1. Vorsitzender Albrecht Schmidt, 2. Vorsitzender Herbert Eberts (von links) bei der Jahreshauptversammlung im Festungskeller. FOTOs: peter schneider
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Mit viel Augenmaß und großer Kontinuität führen sie die Winzerfreunde: Schriftführerin Sabine Hildebrand, Schatzmeister Horst Schneider, 1. Vorsitzender Albrecht Schmidt, 2. Vorsitzender Herbert Eberts (von links) bei der Jahreshauptversammlung im Festungskeller.

Vereine

Winzerfreunde suchen Nachwuchs

  • VonPeter Wolfgang Fritz Schneider
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Treffen nach einer längeren Durststrecke: Die Winzerfreunde ziehen Bilanz im Festungskeller und beschließen eine neue Abteilung für 18- bis 35-Jährige.

Rüsselsheim -Die Winzerfreunde Rüsselsheim sind ein Fixstern am Rüsselsheimer Vereinshimmel. Der 1985 gegründete Verein mit nunmehr 124 Mitgliedern kümmert sich weiterhin mit Hingabe um den historischen Weinberg an der Frankfurter Straße und entfaltet auch sonst viel Engagement rund um den vergorenen Rebensaft. Der langjährige Erste Vorsitzende Albrecht Schmidt freute sich bei der Begrüßung zur diesjährigen Jahreshauptversammlung im Rüsselsheimer Festungskeller: "Wir haben uns lange nicht gesehen, doch wir haben uns alle wiedererkannt, obwohl seit März 2020 fast alle unsere Veranstaltungen ausgefallen sind. Doch wir sind froh, dass so viele Mitglieder erschienen sind, das zeugt von nachhaltigem Interesse an unserem Verein." Nach dem Gedenken für fünf verstorbene Mitglieder und dem folgenden erfreulichen Einblick in die Flaschenweinbestände vom Zweiten Vorsitzenden Horst Everts wurde klar, dass 2020 nur ein Bruchteil der Aktivitäten wie der Neujahrsempfang, ein Funzelabend, der Stammtisch im Restaurant Wellenlänge oder einige Arbeitseinsätze als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden konnte.

Nur wenige Einbußen

Davon unberührt wurde weiterhin der Geisenheimer Student Henri Mangold mit einem Stipendium unterstützt, hier wird es bald einen Nachfolger geben.

Doch der mit viel Augenmaß und großer Kontinuität im Vorstand geführte Verein hat die Corona-bedingten Blessuren gut weggesteckt. Sicherlich ein Verdienst des umsichtigen Schatzmeisters Horst Schneider, der zwar einige Einbußen aufgrund entgangener Einnahmen vermelden musste, doch unterm Strich blieb immer noch ein Gewinn übrig.

Er sowie seine Mitstreiter Albrecht Schmidt, Herbert Everts und Schriftführerin Sabine Hildebrandt, die Beisitzer Kurt Eisenacher und Ralf Keil sowie die Kassenprüfer Florian Heinrich und Frank Rode wurden nach den jeweiligen positiven Berichten entlastet und in ihren Ämtern bestätigt.

Neu in den Vorstand wurden der Festungscafe-Gastronom Peter Kolb und Stefan Bernhard als Kassenprüfer gewählt. Alle ohne Gegenstimme, wahrlich ein homogener Verein.

Doch Stagnation bedeutet Rückschritt, das gilt auch für die Winzerfreunde. Deswegen wurde beschlossen, eine vereinsinterne Abteilung "Jungwinzerfreunde" zu gründen. Hier sollen gezielt 18- bis 35-jährige weinaffine junge Menschen angesprochen werden, die auf diese Weise in den Verein eingebunden und näher an das Kulturgut Wein herangeführt werden sollen.

Weitgehende Autonomie

Diese Gruppierung soll im Verein über weitgehende Autonomie verfügen und eigene Ideen verwirklichen können. Zum einen wirke man so einer drohenden Überalterung entgegen, erhalte frischen Wind und sicher auch tatkräftige Hilfe bei den diversen Arbeitseinsätzen. Einige kritische Stimmen aus den Reihen der Mitglieder konnten bei dieser Gelegenheit durch umfassende Information sogleich begütigt werden.

Weinbergsbeauftragter Horst Schneider informierte danach die Anwesenden darüber, das im nun 40 Jahre alten Wingert etliche Nachpflanzungen vorgenommen werden müssen, die zusammen mit dem Weingut Künstler in Hochheim, das auch den Rüsselsheimer Riesling ausbaut, bewerkstelligt werden sollen.

Hilfe für Winzer an der Ahr

Außerdem wurde beschlossen, einem von der Flutkatastrophe an der Ahr betroffenen Winzer finanziell unter die Arme zu greifen. So wurden an diesem Abend drei alte Wingertsknorzen versteigert, was den Unterstützungsbetrag mit bereits eingegangenen Spenden auf über 700 Euro erhöhte. Danach ging es zum Stammtisch mit der Vorfreude auf die am kommenden Freitag anstehende Weinpräsentation im Festungshof mit der Deputatsübergabe an Oberbürgermeister Udo Bausch. Peter Schneider

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