Gehart-Hauptmann-Schule

„Wir fühlen uns vernachlässigt“

Seit einem Jahr ist klar: Die Gerhart-Hauptmann-Schule soll eine IGS werden. Doch wann darf sie loslegen? Die Schulleitung macht Druck.

Vor rund einem Jahr wurde in Rüsselsheim der Beschluss gefasst, die Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) umzuwandeln. Doch die Mühlen mahlen langsam – für Schulleitung und Kollegium zu langsam. „In diesem Jahr ist leider nicht viel passiert“, sagt Rektorin Sabine Dorweiler-Wegert. Mehr noch: „Wir fühlen uns vernachlässigt.“

Die GHS ist eine Haupt- und Realschule – ein Modell, das viele Pädagogen vom Aussterben bedroht sehen. Und tatsächlich sollte für die GHS nach ursprünglichen Plänen im Jahr 2020 auch der Hammer fallen. Doch eine Bürgeriniative kämpfte engagiert und schließlich mit Erfolg für den Erhalt der Schule.

Aktuell werden rund 520 Schüler in der sanierungsbedürftigen Bildungsstätte in Königstädten unterrichtet, in wenigen Wochen flattern die Anmeldungen für den nächsten Jahrgang im Sekretariat ein. Und auch diese Schüler werden noch im altgedienten System unterrichtet. Es könnten die letzten Schüler sein. Denn Dorweiler-Wegert macht klar: „Wir wollen jetzt endlich als IGS loslegen!“

Nochmals hätte das Kollegium in einer Versammlung einstimmig beschlossen, die Umwandlung zur IGS zu vollziehen. Nun formuliert die Schule erneut einen Antrag, in dem die Änderung der Schulorganisation in eine Integrierte Gesamtschule ab dem Jahr 2019 / 2020 gefordert wird.

„Wir wissen, dass wir in der Prioritätenliste hinter dem Neubau der Sophie-Opel-Schule und der Sanierung der Alexander-von-Humboldt-Schule stehen“, so Dorweiler-Wegert. „Weil es aber an der Sophie-Opel-Schule nicht vorangeht, fragen wir uns: Wann können wir dann endlich loslegen?“

Für die Schulleiterin und ihre Kollegen ist der Fall klar: „Mit der Umwandlung in eine IGS kommt die Schulgemeinde ihrem Ziel näher, eine Stadtteilschule zu werden, die allen Schülern in Königstädten ein umfassendes Angebot macht.“

Ein konkretes Konzept zur Umsetzung habe die Schule noch nicht erarbeitet – ob es etwa A-B-C-Kurse oder zwei verschiedene Niveaustufen geben soll, das ist noch nicht klar. „Wir können es derzeit nicht leisten, ein Konzept zu erstellen, wenn wir die zeitlichen Rahmenbedingungen nicht kennen“, sagt die Rektorin.

Doch sei man für die neue Schulorganisation prinzipiell gut gerüstet: „Seit vielen Jahren arbeiten wir an der Förder- und Kompetenzorientierung unseres Unterrichts. Dazu zählt die weitere Individualisierung, das gemeinsame Lernen von leistungsstarken und -schwächeren Schülern.“ Diese Arbeit wolle man intensivieren – und die neue Schulform biete dafür eine noch besser Organisationsstruktur. „Die GHS verfolgt seit Jahren einen integrierenden und inklusiven Ansatz. Wir möchten eine IGS aufbauen, die allen Schülern vielfältige Förderung bietet“, so Dorweiler-Wegert. Und damit will die Schule endlich loslegen.

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