Florentine Unkrich ist Inhaberin der Brückweg-Apotheke am Campus der Hochschule Rhein-Main. Sie hat sich genau mit den anderen Mitgliedern der AG Rüsselsheimer Apotheken abgestimmt. Sobald es klar geregelt und umsetzbar ist, will auch sie die Corona-Schnelltests anbieten. Foto: Daniela Hamann
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Florentine Unkrich ist Inhaberin der Brückweg-Apotheke am Campus der Hochschule Rhein-Main. Sie hat sich genau mit den anderen Mitgliedern der AG Rüsselsheimer Apotheken abgestimmt. Sobald es klar geregelt und umsetzbar ist, will auch sie die Corona-Schnelltests anbieten.

Corona

"Wir sind zum Testen bereit"

Rüsselsheimer Apotheken warten auf klare Regeln und grünes Licht aus der Politik.

Rüsselsheim -Wie schön hatte sich das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausgemalt: Kostenfreie Corona-Tests für alle wollte er in den Apotheken der Bundesrepublik einführen. Und das vom 1. März an. Doch am Montag machte ihm das Corona-Kabinett um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erst einmal einen Strich durch die Rechnung beziehungsweise das Datum, das nach der schleppend vorangehenden Impfkampagne bei den Menschen sicher positiv angekommen wäre.

Wann und wie es nun mit den Tests in Apotheken losgehen soll, ist unklar. Zumal die bürokratischen und organisatorischen Hürden hoch sind, berichten Antonia Ochel, Inhaberin der Rosen-Apotheke, und Florentine Unkrich, Besitzerin der Brückweg-Apotheke. Die beiden sind außerdem Mitglieder in der Arbeitsgemeinschaft Rüsselsheimer Apotheken.

Zu dieser AG gehören auch die Sonnen-Apotheke, die Brunnen-Apotheke, die Punkt-Apotheke, die AZ-Apotheke die Liebig-Apotheke und die Europa-Apotheke. "Wir haben uns am Montagabend über die Situation in der Arbeitsgruppe unterhalten. Nach einigem Zögern haben alle Mitglieder beschlossen, die Tests anzubieten, wenn es dann losgeht", berichtet Antonia Ochel.

Andere Kunden nicht gefährden

Sie selbst habe zunächst für sich entschieden, die Tests nicht anzubieten, nun aber ihre Meinung doch geändert. "Ich habe lange an einem Konzept gefeilt. Die nötige Schulung, um die Tests anzubieten, habe ich bereits absolviert. Auch die Schutzausrüstung habe ich bereits vorrätig. Einzig die Frage, wo in meiner Apotheke ich die Tests dann machen kann, ohne andere Kunden zu gefährden, hat mir Kopfzerbrechen bereitet", erzählt Ochel. Inzwischen habe sie eine Lösung gefunden. "Ich werde den Parkplatz vor meiner Apotheke und mein Büro nutzen, aus dem ich dann in der Zeit der Testungen ausziehen werde."

Florentine Unkrich hat ähnliche Überlegungen angestellt. Sie wird wahrscheinlich einen Bereich ihrer Apotheke für die Testungen absperren, der auch einen separaten Ein- und Ausgang hat. "Ich habe die Schulung absolviert. Die Tests sind vorrätig und die Schutzausrüstung habe ich auch bereits hier."

Allerdings sei nun mit dem Rückzieher durch das Corona-Kabinett die Finanzierungsfrage wieder offen. Wenn es etwas koste, sei fraglich, ob die Menschen das Angebot in den Apotheken überhaupt annehmen werden, gibt Unkrich zu bedenken. "Es gibt ja mittlerweile das kostenfreie Angebot des Deutschen Roten Kreuzes. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen dann noch Geld dafür bezahlen wollen."

Zumal auch nicht ganz geklärt sei, wie dann die Meldung eines positiven Tests erfolgen solle. Das Ansinnen von Minister Spahn sei noch nicht ganz durchdacht, so die Apothekerin. Wahrscheinlich auch ein Grund dafür, warum die Kanzlerin es nun erst einmal auf Eis gelegt habe.

Gegenseitige Unterstützung

"Wenn alles klar geregelt und umsetzbar ist, sind wir auf jeden Fall bereit dazu, die Tests bei uns in den Apotheken anzubieten und durchzuführen", sagen Florentine Unkrich und Antonia Ochel. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft seien sich darin ebenfalls einig.

"Wir werden uns innerhalb der Arbeitsgruppe auch gegenseitig unterstützen", betont Antonia Ochel. Schließlich sei die Situation für alle Beteiligten neu und noch nie dagewesen. Von Daniela Hamann

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