Verkehr in Bauschheim

Wird im Europaring gerast?

Im Europaring drücken Autofahrer auf die Tube, sagt Anwohner Patrick Schalk. Die Stadt sieht das anders.

Wer auf der Internetseite Google Maps nach dem Bauschheimer Europaring sucht, der sieht sie groß und deutlich aus der Vogelperspektive: Tempo-30-Zeichen, mit weißer Farbe auf den Asphalt gepinselt. Nicht eines. Nein, insgesamt zehn Stück.

Doch an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält sich kaum ein Autofahrer. Das sagt zumindest Patrick Schalk. Er lebt mit Frau Carina, Sohn Max und drei Katzen an der Bauschheimer Ost-West-Achse. Und Schalk ist „genervt“, wie er selbst sagt.

„Überspitzt ausgedrückt, muss man nur zwölf Schrauben lösen – und schon ist das Problem aus der Welt“, sagt der Anwohner und meint damit die Verkehrsschilder an der Straße. Die zeigen Parkverbot an. Mit der Konsequenz, dass es ein laut Schalk ausgebautes, kerzengerades Stück Straße gebe, wo keine Autos stünden. „Und da wird dann Gas gegeben“, so Schalk.

Sein Vorschlag: Die Schrauben der Schilder lösen, diese abmontieren und dann seitlich versetzte Parkzonen einrichten. Dadurch würden Autos langsamer durch den Europaring fahren. Der Familienvater bringt auch sogenannte Bremsschwellen ins Gespräch. Oder eine Unterschriftensammlung und die Gründung einer Bürgerinitiative. Hauptsache, es passiert was.

Denn Schalks Kampf währt schon einige Jahre. 2002 – da wohnte er noch als Student im Haus der Großmutter, das er heute mit Frau und Kind bewohnt – nahm er nach eigenen Angaben erstmals Kontakt mit der Stadt Rüsselsheim auf. „Damals fuhr noch der Bus hier lang, deshalb ist der Europaring auch so gut ausgebaut“, erinnert sich Schalk.

Es folgten regelmäßig Mails an verschiedene Ämter der Stadt. Irgendwann habe sich keiner mehr zuständig gefühlt. Auch zu Patrick Burghardt habe er Kontakt aufgenommen. Nach einigem Hin und Her habe der Oberbürgermeister nicht mehr auf Mails reagiert, so Schalk.

„Das Ordnungsamt wollte im Europaring blitzen, haben sie nicht getan“, sagt Schalk enttäuscht. Die einzige Maßnahme, die ergriffen worden sei, war das Aufhängen einer Geschwindigkeitsanzeige. „Auf dem Zähler habe ich teils Geschwindigkeiten von mehr als 60 Kilometer pro Stunde gesehen“, so Schalk.

Die „Ironie“ an der ganzen Sache: „Darunter sind viele Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen.“ Tatsächlich befinden sich am Anfang und am Ende des Europarings die Otto-Hahn-Schule sowie der Städtische Kindergarten Bauschheim.

Deswegen habe die Stadt „dort über einen längeren Zeitraum intensive Messungen durchgeführt“, sagt Pressesprecherin Silke Fey auf Nachfrage. Die Ergebnisse seien unauffällig gewesen. Fey führt aus: „Die Stadt führt dennoch weiterhin Messungen im Rahmen der Schulwegsicherung durch. Die Örtlichkeit ist im Kontrollplan aufgenommen. Zurzeit ist keine Veränderung geplant.“ ias

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