Bea Menges hat für Bauschheim schon einige Mülleimer-Standorte in der App erfasst.
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Bea Menges hat für Bauschheim schon einige Mülleimer-Standorte in der App erfasst.

Umwelt

Wo ist der nächste Mülleimer?

  • Stella Lorenz
    VonStella Lorenz
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Wie eine App dafür sorgen könnte, dass die Stadt sauberer wird.

Bauschheim -Wo ist denn nur der nächste Mülleimer? Meist stellt sich diese Frage, wenn man dringend einen benötigt, und oft ist dann keiner in Sichtweite - aber vielleicht um die Ecke. Genau dort will das Projekt "The Fortunate Planet" ("Der glückliche Planet") eines jungen Schweizer Unternehmens ansetzen. Bea Menges, Bauschheimer Umweltschützerin, hat die dazugehörige App schon ausprobiert und sieht darin großes Potenzial für die Rüsselsheimer und ihre Stadt.

"Das Prinzip ist ganz leicht: In der App kann man alle öffentlichen Mülleimer in einer Karte erfassen - andere Nutzerinnen und Nutzer sehen dann sofort, wo welcher Abfalleimer steht", sagt sie. In Bauschheim hat Menges, die selbst regelmäßig mit der Umweltinitiative Bauschheim im Ort unterwegs ist und Müll sammelt, bereits alle Glascontainer sowie viele der Restmülleimer im Ortsteil eingetragen. Wer das tut, sammelt Punkte in der App.

"Die können dann später bei umweltfreundlichen Shops eingelöst werden, die mit dem Unternehmen kooperieren", berichtet Menges. Aber auch wer Müll in den öffentlichen Eimern entsorgt, wird mit Punkten belohnt. "Am liebsten würde ich meine Punkte spenden", verrät die Umweltschützerin. Die Funktion, Punkte beispielsweise in eine lokale Baumspende umzuwandeln, gebe es leider noch nicht, aber vielleicht bald, hofft sie.

Spielerischer Aspekt

Insgesamt überzeugt sie aber das Konzept: "Es ist ein bisschen wie Pokémon Go in der nachhaltigen Variante", sagt Menges schmunzelnd und verweist auf das digitale Trendspiel, bei dem möglichst viele digitale Monsterchen im Stadtgebiet gefunden werden müssen. Als das Spiel 2016 populär wurde, tigerten zahlreiche Jugendliche durch die Stadt. Bea Menges hofft, dass die App von "The Fortunate Planet" dank des Belohnungssystems ähnlich interessant sein könnte. "Gerade für Kinder ist das super", sagt sie. Entsprechend wären auch Schulen gute Netzwerkpartner, die mit dafür sorgen würden, die Stadt und somit das Lebensumfeld der Kinder sauber zu halten.

Besonders spannend findet Menges aber die neueste Funktion der App: Quillt ein Mülleimer über oder ist kurz davor, kann dies theoretisch an die Stadt gemeldet werden.

Die Parallelen zum Mängelmelder, mit dem man die Verwaltung über beschädigte oder verdreckte Stellen in der Stadt informieren kann, sind ihr bewusst, trotzdem findet sie: Mit der App könnten diese Probleme schneller und eleganter gelöst werden, wenn es eine direkte Schnittstelle zum Städteservice gäbe. Gerade für jüngere Menschen sei die einfache Nutzung mit der App viel attraktiver.

"Im besten Fall könnte die Stadt damit nachhaltiges Abfallmanagement sinnvoller und CO2-sparender betreiben, wenn erkannt wird, welche Mülleimer besonders oft frequentiert werden", findet Bea Menges.

"Wir können etwas Konkretes tun"

Essenziell sei für ein wirklich erfolgreiches und dauerhaftes Lösen des Müllproblems die Zusammenarbeit mit anderen - sowohl mit der Kommune als auch mit anderen Einwohnern. "Letztlich ist das ein Bürgerprojekt. Natürlich kann man Geld an große Umweltorganisationen spenden, aber selbst aktiv zu werden, lohnt sich!", sagt Menges mit Nachdruck. "Wir können etwas Konkretes tun. Wir müssen nur wissen, was." Und dabei, ist sie sich sicher, kann die App helfen - wenn viele sie nutzen. Stella Lorenz

Infos zum Projekt

Unter https://thefortunate planet.com/de/ sind weitere Infos zum Projekt "The Fortunate Planet" einsehbar. Die gleichnamige App ist in den gängigen Stores auf dem Handy zum Download verfügbar.

Wo ist der nächste Mülleimer? Ganz so einfach wie hier gegenüber vom Rüsselsheimer Rathaus ist die Frage manchmal nicht zu beantworten.

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