Handel in Rüsselsheim

Wochenmarkt im Dicken Busch: „Der beste Markt von allen“

Donnerstags herrscht im Dicken Busch lebhaftes Treiben – und das seit 45 Jahren. 1973 öffnete erstmals der Wochenmarkt. Damals wie heute mit regionaler, frischer und blumiger Ware der Region.

Vielfältig, frisch, harmonisch und überaus lebhaft: Der wöchentliche Markt im Dicken Busch zeigte sich auch an diesem Donnerstagvormittag von seiner schönsten Seite. „Er ist der beste Markt von allen“, sagte Imker Heiko Schnittker, der hier seit 2013 Honig, Marmeladen und andere Speisen anbietet, voller Überzeugung. Und die Kunden des Wochenmarkts stimmten gerne zu:

1973 ging der Markt an der Virchowstraße an den Start, feierte nun den 45. Geburtstag. „Großer Pluspunkt – auch unter den Marktbeschickern herrscht bestes Einvernehmen. Bevor wir morgens um sieben Uhr die Stände öffnen, spaßen wir miteinander und unterhalten uns“, setzt der Rüsselsheimer Imker hinzu.

Dabei gehörte er, gemeinsam mit Seytun Parsa-Eftekhari, der vis-à-vis mediterrane Spezialitäten anbietet, zu den letzten Händlern, die das heutige Bild der zwölf Stände vervollkommneten. Schon von Beginn an dabei war die Bauschheimer Landfrau Lydia Bender mit frischem Obst und Gemüse. „Ich weiß es wie Heute: Ein paar Tage nach der offiziellen Markteröffnung kamen wir dazu, weil erst mal damals mein Sohn zur Welt kam“, erzählt Lydia Bender. Der 45-Jährige ist mittlerweile allseits bekannt, verkauft gemeinsam mit der Mama saisonales Gemüse. Viele Stammkunden haben die Benders, die links und rechts von zwei weiteren Gemüsehändlern flankiert werden. Und schon bilden sich überall Kundenschlangen. Da wird geschwätzt, da ist man per du. „Ei, Gude! Geht’s gut?“

Die städtische Marktmeisterin Trudi Hartung, die anlässlich des 45. Marktgeburtstages mit Heißgetränken und Losziehung vor Ort ist, sagt dazu: „Der Markt ist immer auch ein Austauschplatz.“ Ihr Stellvertreter Gerd Oberfrank, der Woche für Woche als direkter Ansprechpartner für Händler und Kunden allseits beliebt ist, bestätigt: „Der Wochenmarkt im Dicken Busch – das ist mehr als Einkaufen.“

Neben den Anbietern mit Honig, Gemüse, Obst, mediterranen Delikatessen, frischem Brot und Kuchen, Wurst, Geflügel und Eiern sowie Blumen, Topfpflanzen und Friedhofsschmuck kämen vierzehntägig jeweils eine Geschenkeartikelanbieterin sowie ein saisonaler Obstanbieter – „Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen oder Zitrusfrüchte“ – hinzu, skizzieren Hartung und Oberfrank die Angebotspalette. Und Kundin Rita Stein aus der Böllenseesiedlung sagt: „Ich bin seit 1973 Stammkundin. Warum? Ich bekomme alles frisch und aus der Region. Da weiß ich, was ich habe. Es ist ein wirklich schöner Markt.“

Zwischen Gemüse und Brot- oder Oliven- und Schafskäseeinkauf gibt es viel „Hallo“ von Kunde zu Kunde sowie auch zwischen Händlern und Kunden. „Grüß die Mama Gisela!“ oder „Ei, Elsbeth, heut hab’ ich Birnen für dich!“ sind kleine Dialoge, die rundum von Vertrautheit künden. Am Blumenstand von Peter Stein kauft ein junger Mann Rosen: „Für meine Frau. Sie sagte: Ich will mal wieder Rosen. Was bleibt mir also übrig?“, kommentiert er den morgendlichen Einkauf heiter. Blumenhändler Peter Stein ist auf dem Markt ebenfalls gut bekannt. 1973 gehörte sein Vater Klaus Stein – „Er ist jetzt 80 Jahre“ – zu den ersten Marktbeschickern. Später habe er den Marktstand aufgrund einer Ladeneröffnung aufgegeben, doch seit vier Jahren ist der Junior wöchentlich wieder da: „Ich freue mich drüber. Beim Marktgeschäft geht’s locker zu, mit Smalltalk und Hallo. In den Laden kommen die Kunden gezielt, weil sie einen Strauß brauchen. Hier habe ich Laufkundschaft.“

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