Zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt elf Wohneinheiten: So sollen die neuen Bauten einmal aussehen, bezugsfertig laut Bauherr im Juli 2022. Die Vermarktung hat indes schon begonnen. Mit 4300 Euro pro Quadratmeter müssen Käufer im Durchschnitt rechnen. grafik: Schellicon
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Zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt elf Wohneinheiten: So sollen die neuen Bauten einmal aussehen, bezugsfertig laut Bauherr im Juli 2022. Die Vermarktung hat indes schon begonnen. Mit 4300 Euro pro Quadratmeter müssen Käufer im Durchschnitt rechnen.

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Wohnungen statt Wirtshaus

Das "Klaane Hasslicher" ist Geschichte. Auf dem Grundstück des Traditionshauses in Haßloch soll das "Brauhausquartier" entstehen. 70 Prozent der Wohnungen sind laut Entwickler schon so gut wie verkauft.

Haßloch -Die beliebte, mittlerweile geschlossene Gaststätte "Klaane Hasslicher" ist seit einigen Wochen Geschichte. Und bald wird auch das Haus nicht mehr existieren. Denn das gesamte Areal an der Ecke Am Borngraben/Rüsselsheimer Straße/Am Kirchpfad in Haßloch wird neu bebaut. Als Reminiszenz an die bekannte Kultur der einst zahlreichen traditionellen Gaststätten in Haßloch hat das Neubau-Ensemble den Namen "Brauhausquartier" bekommen.

Die in Bensheim ansässige Wohnungsbauwerk Haßloch GmbH hat das Grundstück erworben und wird darauf drei Gebäude mit insgesamt elf Eigentumswohnungen errichten lassen.

Die Vermarktung und Finanzierung dieser Wohnungen läuft bereits unter der Regie der S-Immobilien GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Kreissparkasse Groß-Gerau.

Ab Mai wird abgerissen

"Ab Mai werden die Alt-Gebäude abgerissen", teilte Thomas Ey, Vertriebsdirektor der S-Immobilien GmbH, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Dem Abriss soll sich unmittelbar der Baubeginn anschließen. "Im Juli 2022 sollen die Wohnungen dann bezugsfertig sein." Laut Prospekt haben die Wohnungen eine Größe zwischen 41 und 114 Quadratmeter. Im Durchschnitt muss der Käufer 4300 Euro pro Quadratmeter berappen. "70 Prozent der Wohnungen stehen bereits kurz vor dem notariellen Abschluss", kann Vertriebsdirektor Ey bereits 16 Monate vor dem anvisierten Bezug vermelden.

Für ihr Geld bekommen die Käufer einiges geboten: Fußbodenheizung, dreifach verglaste Fenster mit elektrischen Rollläden sind nur drei Ausstattungsmerkmale. Alle Wohnungen haben entweder Balkon oder Terrasse. Für 12 500 Euro gibt es einen Parkplatz in der quartierseigenen Tiefgarage, für 10 000 Euro einen oberirdischen Parkplatz im Freien. Insgesamt stehen laut Vertriebsdirektor Ey 16 Stellplätze zur Verfügung.

Letzte Wirtin im ehemaligen Wirtshaus mit Biergarten war Jolanta Vilhelm, die 20 Jahre in dem Haus zunächst angestellt war, bevor sie das Restaurant vor rund fünf Jahren selbst übernahm. Als das Haus vor mehr als 100 Jahren gebaut worden sei, war drumherum nur Feld, erinnerte sich die Wirtin. Um die Bauarbeiter im Neubaugebiet zu versorgen, sei eine Bude für Frikadellen gebaut worden. Und seitdem sei der "Klaane Hasslicher" aus Haßloch nicht mehr wegzudenken gewesen.

Keine Genehmigung

Für negative Schlagzeilen hatte Anfang März gesorgt, dass der Bauherr auf dem Grundstück einen rund 100 Jahre alten Walnussbaum ohne behördliche Genehmigung fällen ließ. Rechtliche Schritte gegen den Bauherrn werden von der Stadt geprüft. Der Bauherr wurde zudem aufgefordert, nachträglich einen Fällantrag zu stellen, damit die Stadt zumindest Auflagen für Nachpflanzungen aussprechen könne, hieß es.

Die Aktion kam aber auch besonders in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht gut an. Und bald kursierte in den sozialen Netzwerken auch grundsätzliche Kritik an dem Neubauvorhaben.

"Wir haben allerdings auch sehr viel an Zustimmung erhalten", unterstreicht Thomas Ey, der zudem darauf hinweist, dass zu den Interessenten an einer Wohnung im "Brauhausquartier" auch etliche aus Haßloch gehören. (Von Ralph Keim)

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