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Den Sieg gegen Oliver Cater trägt Juvenile X davon.

Profi-Wrestler Ryback

Wrestler bringen den Saal in Nauheim zum Kochen

Eine spannende Wrestling-show erwartete rund 250 Fans in der Nauheimer SKV-Halle. Der amerikanische Profi-Wrestler Ryback, alias „The Big Guy“, war als Stargast dabei. Es blieb aber bei einem verbalen Schlagabtausch.

Es ist kurz vor 16 Uhr am Nachmittag. Die SKV-Halle brummt vor Geschäftigkeit. Die Vorbereitungen auf die große Wrestlingshow „Feed me more“ am Abend befinden sich auf ihrem Höhepunkt. Die meisten der Wrestler sind schon da, schauen sich den Ring an oder sprechen ihre Choreographie miteinander ab.

Auch der Stargast des Abends, Ryback, alias „The Big Guy“, ist schon eingetroffen, doch noch ist er nicht zu sehen. „Er ist hinten im Backstage-Bereich“, informiert Aaron Krauser, Vorsitzender des Nauheimer Vereins German Hurricane Wrestling (GHW), der die Veranstaltung zusammen mit dem rheinland-pfälzischen Verein Championship of Wrestling organisiert hat. Es sei die erste Kooperation dieser Art.

Plötzlich kommt eine über 1,90 Meter große Gestalt aus der Tür, die zu den Umkleiden führt: Der Mann entspricht dem Stereotyp eines Wrestlers – groß, breitschultrig, schwarze Lederjacke, die Haare geschoren. Und tatsächlich, es ist der Amerikaner Ryback, der fünf Jahre lang für die WWE (World Wrestling Entertainment) auf den Bildschirmen von Millionen US-Haushalten gekämpft hat. „Hello“, sagt er mit tiefer, sonorer Stimme, ganz seinem Image als „The Big Guy“ angepasst.

Im Gespräch im Backstage-Bereich hört sich seine Stimme dann gar nicht mehr so rau an. Er ist höflich, freundlich und vor allem sehr nahbar. Der in der Wüstenstadt Las Vegas geboren und aufgewachsene ehemalige Profi-Wrestler erzählt, dass er bereits mit acht Jahren wusste, dass er einmal als Wrestler berühmt werden wolle. „Ich habe Hulk Hogan und den Undertaker bei ihren Shows gesehen und war fasziniert. Mir war sofort klar, das wollte ich auch machen, wenn ich groß bin.“ Zunächst habe er jedoch für die Southern Nevada Universität Baseball gespielt, erzählt er. „Dabei habe ich mir eine Fußverletzung zugezogen und musste eine Weile pausieren.“

Während er an seinem Uniabschluss feilte, habe er von einem Casting des WWE gehört. „Ich habe mein Bewerbungsvideo hingeschickt und dachte mir schon, dass sie mich gut finden werden.“ Das Gefühl des 36 Jahre alten Hünen war richtig; er erhielt 2004 seinen ersten „sehr gut bezahlten“ Zwei-Jahres-Vertrag mit World Wrestling Entertainment. Fünf Jahre lang habe er dann im Fernsehen Wrestlingkämpfe ausgetragen. „Vor einem Jahr habe ich meinen Vertrag mit der WWE aufgelöst. Mir haben in der Organisation einfach einige Dinge nicht gepasst“, nennt er kurz die Gründe. Seitdem reise er selbstständig durch die Welt und trete als Gaststar auf. „Ich habe neben den USA viele Fans in Japan und China.“

Als zweites Standbein baut sich der ehemalige Profi-Athlet zudem gerade eine Firma auf. „Ich vertreibe seit Kurzem unter dem Namen ,Feed me more’ Sportlernahrung in der ganzen Welt, auch in Deutschland. Denn gerade im Leistungssport und bei so einer für den Körper belastenden Sportart wie dem Wrestling, ist die richtige Ernährung sehr wichtig.“

Um 19 Uhr ist die SKV-Halle mit

250 Wrestlingfans

– darunter auch viele Kinder – bis auf den letzten Platz gefüllt. Gleich zu Beginn steigt „The Big Guy“ in den Ring. „Leider habe ich eine schwere Verletzung an der Schulter und kann heute Abend nicht für Euch kämpfen. Die Ärzte haben mir für die nächsten sechs bis acht Wochen den Einsatz verboten. Ich werde mich einer komplizierten Stammzellentherapie unterziehen“, rief er dem enttäuschten Publikum zu. Auch sein deutscher Herausforderer, Wrestler Champion Sasa Keel, war etwas traurig, ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen, den amerikanischen „Big Guy“ kurz in Wrestlingshow-Manier zu provozieren.

Statt gegen Ryback verteidigt am Ende Sasa Keel seinen Titel gegen den Oberfranken „Absolute Andy“. Die Stimmung im Saal kocht, trotz der Absage von Ryback. Schon im ersten Kampf, bei dem der Schweizer Oliver Cater gegen Juvenile X in den Ring steigt, stehen die Wrestlingsfans fast auf den Stühlen vor Begeisterung. Nach einer energiegeladenen Kampf-Choreographie kann Juvenile X dann schließlich am Ende den Sieg für sich verbuchen.

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