Nach der Kommunalwahl herrschen im Bauschheimer Ortsbeirat neue Mehrheitsverhältnisse. Die WsR fühlt sich bei der Besetzung des Postens des Ortsvorstehers übergangen. foto: Lorenz
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Nach der Kommunalwahl herrschen im Bauschheimer Ortsbeirat neue Mehrheitsverhältnisse. Die WsR fühlt sich bei der Besetzung des Postens des Ortsvorstehers übergangen.

Lokalpolitik

WsR fühlt sich im Ortsbeirat übergangen

  • VonMareike Stich
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CDU, SPD, BfL und FDP treffen Absprache zum Vorsitz - Heinz Eugen Schneider sieht sich ausgegrenzt

Bauschheim -Kurz vor der konstituierenden Sitzung des Bauschheimer Ortsbeirates ging eine Pressemitteilung an die Redaktionen der Rüsselsheimer Tageszeitungen. Darin wurde mitgeteilt, dass Werner Stahl (CDU), der langjährige Ortsvorsteher in Bauschheim, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr antreten werde. Stahl hatte bei den Kommunalwahlen im März mit Abstand die meisten Stimmen erhalten, die CDU ist mit drei Sitzen die stärkste Partei im politischen Gremium des Ortsteils.

Statt bisher nur drei Parteien, nämlich CDU, SPD und Bauschheimer freie Liste (BfL), sind mit FDP und WsR nun fünf Parteien im Ortsbeirat vertreten. Die Sitze verteilen sich wie folgt: drei für die CDU, zwei für die SPD, zwei für die BfL und je einer für die beiden Neuen.

Mit keinem Wort erwähnt

In der Pressemitteilung wurde Folgendes angekündigt: "Für die Nachfolge Werner Stahls haben sich CDU, SPD, BfL und FDP für ein ,Bauschheimer Modell' entschieden. Die Ämter sollen jeweils für 2,5 Jahre besetzt werden. Zunächst soll Natalie Kolb (SPD) das Amt der Ortsvorsteherin übernehmen, bevor sie dann von Maria Schmitz-Henkes (BfL) abgelöst werden soll. Beide sind schon in der vergangenen Legislatur Mitglieder im Ortsbeirat gewesen." Stellvertretender Ortsvorsteher solle Christian Bock (CDU) werden, dem Dominik Mißkampf (FDP) folgen werde. "Bock und Mißkampf sind neu in den Ortsbeirat gewählt worden. Wir freuen uns über die einvernehmliche Lösung, die die vier beteiligten Parteien beziehungsweise Listen gefunden haben."

Mit keinem Wort wird in dieser Pressemitteilung erwähnt, dass noch eine fünfte Partei im Ortsbeirat vertreten ist. Ein Umstand, der Heinz Eugen Schneider von der WsR bitter aufgestoßen ist. Ihn habe im Vorfeld niemand über den Plan informiert, er habe dazu gar nicht Stellung beziehen können.

"Die Zeit war kurz"

"Wie kann man dann in der Pressemitteilung von Gemeinsamkeiten und ausführlichen Beratungen sprechen?", fragt sich Schneider und erklärt: "Mit mir hat weder SPD, BfL und FDP vor, in und nach der Sitzung gesprochen. Vor diesem Hintergrund sehe ich mich als gewählter Vertreter ausgegrenzt und diskriminiert. Von einem Konsens zum Wohle des Ortes kann hier nicht gesprochen werden."

Auch die Tatsache, dass in keiner der beiden halben Legislaturperioden ein Vertreter der stärksten Partei, nämlich der CDU, die Führung innehaben soll, könne er nicht verstehen. Das sei eine Missachtung des Wählerwillens, so Schneider. Er sei schon mehrfach darauf angesprochen worden, in diesem Zusammenhang sei mehrmals das Wort "Postengeschachere" gefallen.

Es ist davon auszugehen, dass das "Bauschheimer Modell" zusammen mit CDU und FDP entwickelt wurde. Dafür spricht, dass - bis auf Schneider - alle Ortsbeiratsmitglieder dem kurzfristig entwickelten Modell in der konstituierenden Sitzung zustimmten. Laut Maria Schmitz-Henkes haben Christian Bock von der CDU und Dominik Mißkampf von der FDP jeweils nur den Vertreterposten übernommen, weil sie noch nicht so lange Erfahrung im Ortsbeirat sammeln konnten. Sie selbst und Natalie Kolb arbeiteten schon viele Jahre im Gremium mit. Mit Alena Weber von der CDU habe Schmitz-Henkes telefoniert, auch sie habe das "Bauschheimer Modell" befürwortet. "Die Zeit war kurz, diejenigen, die sich engagiert haben, haben eine Lösung gefunden", sagt die Vertreterin der BfL. MARAIKE STICH

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